XRP-Wale haben binnen fünf Tagen 470 Millionen XRP im Wert von 724 Millionen US-Dollar gekauft, doch der Kurs notiert trotzdem bei 1,48 US-Dollar – rund zwei Prozent unter dem Vortagesniveau. Am 1. Oktober öffnet Ripple das nächste Escrow-Fenster mit bis zu einer Milliarde XRP, womit sich die Frage stellt, ob die aktuelle Nachfrage das zusätzliche Angebot auffangen kann.
Das Wichtigste im Überblick:
- Wale kauften in fünf Tagen 470 Mio. XRP im Wert von 724 Mio. US-Dollar
- Ein einzelner Wal zog am 28. September 580 Mio. XRP von Börsen ab
- Spot-XRP-ETFs verzeichneten 75,59 Mio. US-Dollar Zuflüsse – die elfte Woche in Folge
- XRP notiert bei 1,48 US-Dollar, rund zwei Prozent unter dem Vortag
- Am 1. Oktober öffnet Ripple ein Escrow-Fenster mit bis zu 1 Mrd. XRP
XRP bei 1,48 US-Dollar: Wal-Käufe treffen auf Escrow-Risiko
Der aktuelle Kursstand wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich zu den On-Chain-Daten. Während XRP bei 1,48 US-Dollar und damit rund zwei Prozent unter dem Vortag steht, haben große Adressen in den vergangenen fünf Tagen 470 Millionen Token im Gegenwert von 724 Millionen US-Dollar gekauft.
Am 28. September zog ein einzelner Wal 580 Millionen XRP von Handelsplätzen ab. Parallel dazu verzeichneten die fünf gelisteten Spot-XRP-ETFs in der Handelswoche 75,59 Millionen US-Dollar an Zuflüssen – nach eigenen Angaben die elfte Woche in Folge mit positivem Saldo, wie der Vergleich zu Wal-Käufen und ETF-Zuflüssen bei XRP zeigt.

Wal-Akkumulation und Escrow-Angebot im Vergleich
Der Nachfrageaufbau reicht über die genannten fünf Tage hinaus. Wallets mit Beständen zwischen 100.000 und 100 Millionen XRP steigerten ihre Positionen laut crypto.news innerhalb von fünf Wochen um 2,8 Prozent, und am 25. September bewegte Whale Alert 90 Millionen XRP von Uphold in eine unbekannte Wallet.
Gleichzeitig fielen die Börsenreserven an XRP binnen 24 Stunden um 2,48 Prozent – ein Muster, das sich auch bei den jüngsten Zu- und Abflüssen von XRP an Binance beobachten lässt. Diesem Rückgang steht die Ankündigung gegenüber, dass Ripple am 1. Oktober ein Escrow-Fenster mit bis zu einer Milliarde XRP öffnet. Wie viel davon tatsächlich als zusätzliches Angebot auf dem Markt landet und wie viel erneut gebunden wird, lässt sich aus den derzeit vorliegenden Daten nicht ableiten.

Bull Case: Nachfrage kann das neue Angebot absorbieren
Für ein optimistisches Szenario sprechen mehrere parallel laufende Nachfragesignale. Sollten die Wal-Käufe, die ETF-Zuflüsse und die sinkenden Börsenreserven anhalten, könnte ein Teil oder sogar das gesamte Escrow-Angebot vom Markt aufgenommen werden, ohne dass daraus anhaltender Verkaufsdruck entsteht.
Die Kombination aus 470 Millionen gekauften Token, 75,59 Millionen US-Dollar ETF-Zuflüssen und dem Abzug von 580 Millionen XRP von Handelsplätzen deutet darauf hin, dass institutionelle und große private Halter derzeit eher akkumulieren als verkaufen. Ergänzend zeigt der Blick auf institutionelle XRP-Zuflüsse über ETFs und größere Halter, dass die Nachfrage nicht nur von einzelnen Wal-Adressen getragen wird.
Bear Case: Escrow-Freigabe und Gewinnmitnahmen
Das Gegenargument liegt in der schieren Größe des Escrow-Fensters. Bis zu eine Milliarde XRP können am 1. Oktober freigegeben werden, und die vorliegenden Daten belegen nicht, welcher Anteil davon tatsächlich neu in den Umlauf gelangt statt erneut gebunden zu werden.
Zudem notiert XRP trotz der gemeldeten Wal- und ETF-Nachfrage bereits jetzt rund zwei Prozent unter dem Vortag bei 1,48 US-Dollar – ein Hinweis darauf, dass die positiven On-Chain-Signale den Kurs bislang nicht stützen konnten. Auch der Abzug von 580 Millionen XRP von Börsen ist kein Beleg für dauerhafte Akkumulation, solange nicht klar ist, ob diese Token gehalten oder später erneut auf den Markt gebracht werden.
Ausblick und Fazit
Kurzfristig bleibt der 1. Oktober der entscheidende Termin, weil dort bis zu eine Milliarde XRP aus dem Escrow-Fenster freigegeben werden können. Aus den vorliegenden Daten lässt sich derzeit vor allem erhöhte Volatilität rund um diesen Test von Angebot und Nachfrage ableiten, ein klarer Kursausbruch in die eine oder andere Richtung ist damit noch nicht belegt.
Ob die Wal-Käufe und ETF-Zuflüsse anhalten und wie der Markt tatsächlich auf die Escrow-Freigabe reagiert, dürfte sich in den Tagen nach dem 1. Oktober am Kursniveau um die 1,48-Dollar-Marke ablesen lassen.
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