Bitcoin notierte am Montag, 5. Oktober, bei rund 86.100 US-Dollar und lag 1,14 Prozent im Plus, als der Tageschart ein zweites, stärkeres Golden Cross zeigte: Der 100-Tage-Durchschnitt stieg über den 200-Tage-Durchschnitt. Der Kurs blieb jedoch unter dem Hoch bei 87.354 US-Dollar, das den laufenden Anstieg bislang begrenzt.
Das Wichtigste im Überblick:
- Der 100-Tage-EMA liegt nun ebenfalls über dem 200-Tage-EMA und ergänzt das frühere Golden Cross.
- Bitcoin muss erst die Marke von 87.354 US-Dollar überwinden, um den aktuellen Widerstand zu brechen.
- Das Signal bestätigt einen bereits laufenden Trend, ist aber keine Garantie für weitere Kursgewinne.
Bitcoin erhält ein zweites Golden Cross
Das erste, klassische Golden Cross entstand Mitte September, als der 50-Tage-EMA den 200-Tage-EMA von unten nach oben kreuzte. Nun liegt auch der 100-Tage-EMA über dem 200-Tage-Durchschnitt. Ein exponentieller gleitender Durchschnitt (EMA) gewichtet jüngere Kurse stärker; ein schnellerer EMA reagiert deshalb früher auf Veränderungen als ein langsamerer.

Die neue Formation gilt als stärkere Bestätigung des mittelfristigen Trends, weil der 100-Tage-Durchschnitt über einen längeren Zeitraum erhöht bleiben muss, um den 200-Tage-EMA zu überholen. Eine kurzfristige Erholung reicht dafür weniger leicht aus als beim 50/200-Tage-Kreuz. Wie bei jedem Golden Cross gilt aber: EMAs hinken dem Kurs hinterher und bestätigen eine bereits erfolgte Bewegung, statt den nächsten Anstieg vorherzusagen. Die Bedeutung solcher Kreuzungen hängt daher auch davon ab, ob der Kurs die zentralen Marken verteidigt; Risiken und Unterstützungen gehören zur technischen Einordnung des Bitcoin-Golden-Cross.
Schwache US-Arbeitsmarktdaten stützen Risikoanlagen
Zum Rückenwind für Bitcoin trug der US-Arbeitsmarktbericht für September bei. US-Arbeitgeber schufen 29.000 Stellen – etwa ein Drittel der von Ökonomen erwarteten Zahl. Die Arbeitslosenquote stieg auf 4,2 Prozent, während das jährliche Lohnwachstum auf 3,0 Prozent abkühlte.
Nach Veröffentlichung der Daten sanken die am Anleihemarkt eingepreisten Chancen für eine Zinserhöhung der US-Notenbank im Oktober von 64 Prozent auf etwa 16 bis 22 Prozent. Das ist für Risikoanlagen relevant, weil ein weniger straffer Zinspfad deren Attraktivität stützen kann; eine Zinssenkung ist damit jedoch nicht zugesagt. Auch Aktien legten zu: Der S&P 500 schloss bei 7.722,72 Punkten mit einem Plus von 0,73 Prozent, der Nasdaq stieg um 1,19 Prozent auf 27.190,86 Punkte und der Dow Jones gewann 0,49 Prozent auf 51.176,96 Punkte.

Die gesamte Krypto-Marktkapitalisierung erreichte 2,94 Billionen US-Dollar und stieg an diesem Tag um 1,36 Prozent. Der Fear-&-Greed-Index lag bei 68 und damit im Bereich „Gier“. Zusätzlich verzeichneten US-Spot-Bitcoin-ETFs beim jüngsten Tageswert Nettozuflüsse von 189,84 Millionen US-Dollar; ihr Nettovermögen belief sich auf 101,1 Milliarden US-Dollar.
Was die Indikatoren über den Trend aussagen
Zusammen bedeuten die beiden Kreuzungen, dass sowohl der kurzfristige 50-Tage- als auch der mittelfristige 100-Tage-EMA über dem langfristigen 200-Tage-EMA liegen. Das zeichnet ein konstruktives Trendbild, beseitigt aber den Widerstand bei 87.354 US-Dollar nicht. Bitcoin muss diese Marke erst überwinden, bevor sich die technische Lage weiter aufhellt.
Der Relative-Stärke-Index (RSI), der jüngste Kursgewinne mit Verlusten vergleicht, stand bei 64,7. Werte über 70 gelten als überkauft; der RSI lag damit nahe an diesem Bereich, aber noch darunter. Der ADX, ein Maß für die Stärke eines Trends unabhängig von seiner Richtung, betrug 43,4. Werte über 25 signalisieren einen starken Trend, sagen für sich genommen aber nicht, ob dieser aufwärts oder abwärts gerichtet ist. Für die Einordnung des mittelfristigen Bitcoin-Trends bleibt deshalb entscheidend, ob der Kurs die Stärke bestätigt.
87.354 US-Dollar und die nächsten Termine im Blick
Auf dem Prognosemarkt Myriad wurde eine Berührung von 87.500 US-Dollar im Oktober mit 80 Prozent bewertet, 90.000 US-Dollar mit 59 Prozent, 95.000 US-Dollar mit 25 Prozent und 100.000 US-Dollar mit 12 Prozent. Diese Werte spiegeln Marktpositionierungen wider und sind weder Kursziele mit Garantie noch verlässliche Vorhersagen.
Als nächste makroökonomische Termine standen die Veröffentlichung des Protokolls der Fed-Sitzung vom September am Mittwoch, 7. Oktober, um 14 Uhr US-Ostküstenzeit und die US-Verbraucherpreisdaten für September am 14. Oktober an. Die nächste Fed-Sitzung war für den 27. und 28. Oktober angesetzt; die Pressekonferenz sollte am 28. Oktober um 14.30 Uhr US-Ostküstenzeit stattfinden. Bis dahin bleibt der Widerstand bei 87.354 US-Dollar der unmittelbare Test für das bullische Chartbild. Die möglichen Kursmarken sind auch Thema der Bitcoin-Prognose für 2026, sollten aber nicht mit einer Aussage über den sicheren Ausgang dieses Signals verwechselt werden.
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