Bitcoin hat am 2. Oktober die Verkaufswand bei 85.000 US-Dollar überwunden und ein Tageshoch von 87.000 Dollar erreicht. Ein wieder auftauchendes Akkumulationsmuster von CryptoQuant und dünnere sichtbare Verkaufsliquidität sprechen für einen möglichen Test bei 90.000 Dollar – doch steigende Hebel und Anleger, die nahe ihrem Einstandskurs liegen, könnten den Anstieg bremsen.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Bitcoin stieg am 2. Oktober bis auf 87.000 Dollar, nachdem Käufer die Verkaufswand um 85.000 Dollar überwunden hatten.
  • Das Akkumulationsmuster von CryptoQuant ist ein positives Signal, aber wegen der wenigen historischen Vergleichsfälle kein verlässlicher Kursindikator.
  • Bei 88.350 bis 90.000 Dollar liegen wichtige Holder-Kostenbasen und Widerstände. 100.000 Dollar bleibt ein bedingtes Ziel, kein gesichertes Ergebnis.

Bitcoin zwischen 85.000 und 90.000 Dollar

Die Verkaufswand bei rund 85.000 Dollar hatte mehrere vorherige Anstiegsversuche gebremst. Laut Glassnode wurden einige der dort liegenden Verkaufsorders ausgeführt, während die übrigen zurückgezogen wurden. Damit verringerte sich die sichtbare Verkaufsliquidität direkt oberhalb des Kurses; eine kleinere Konzentration von Verkaufsorders blieb bei etwa 87.000 Dollar bestehen.

Eine goldfarbene physische Bitcoin-Münze vor einem schwarzen Hintergrund.
Eine Bitcoin-Münze.

Der Ausbruch verbessert zunächst die kurzfristige Ausgangslage, beseitigt aber nicht alle Hürden. Die nächsten relevanten Marken liegen laut der im Bericht ausgewerteten Bitwise-Analyse bei rund 88.000 bis 90.000 Dollar und darüber. Zu den zuvor zurückeroberten Kostenbasis-Niveaus zählen etwa 73.000 Dollar für kurzfristige Halter, rund 77.000 Dollar als sogenannter True Market Mean und ungefähr 83.000 Dollar für Anleger in Bitcoin-Spot-ETFs. Die Bedeutung technischer Widerstände und möglicher Zuflüsse ordnet auch die wichtigsten Bitcoin-Widerstände ein.

Akkumulationssignal: positiv, aber kein verlässlicher Fahrplan

Bei CryptoQuants Bitcoin Accumulation Trend beginnen sich die Bänder zusammenzuziehen. Der Indikator bildet ab, ob verschiedene Gruppen von Bitcoin-Haltern eher kaufen oder verkaufen; eine Verengung kann darauf hindeuten, dass Angebot aufgenommen wird und sich die Marktdynamik verändert. Das Muster trat in ähnlicher Form vor zwei deutlichen Kursanstiegen im Jahr 2025 auf.

Zwischen dem 17. und 20. April 2025 zeigte sich eine solche Kontraktion, während Bitcoin bei etwa 84.000 Dollar notierte. Anschließend stieg der Kurs in Richtung 109.000 Dollar. Eine weitere Verengung trat zwischen dem 5. und 8. März auf und ging ebenfalls einem Anstieg voraus; der Bericht nennt für diese Episode jedoch keinen vergleichbaren Kurswert.

Zwei frühere Fälle reichen nicht aus, um das Muster als zuverlässiges Prognoseinstrument zu behandeln. Es liefert einen unterstützenden Hinweis, aber keinen Beleg dafür, dass sich der damalige Verlauf wiederholt. Auch beim nachlassenden Bitcoin-Verkaufsdruck kommt es darauf an, ob Käufer das zurückkehrende Angebot tatsächlich aufnehmen können.

90.000 bis 100.000 Dollar: Chancen und Risiken

Bitwise verortet einen kurzfristigen Referenzwert für Halter bei etwa 90.000 Dollar und eine weitere Bewertungsmarke bei rund 95.000 Dollar. In der historischen Stichprobe des Unternehmens notierte Bitcoin nur an etwa 3,8 Prozent der Tage über der ersten und an 1,7 Prozent der Tage über der zweiten Schwelle. Ein zusätzliches Fibonacci-Modell setzt Marken nahe 92.000 und 100.000 Dollar an.

Auch am Optionsmarkt konzentriert sich Positionierung auf diesen Korridor: Deribit-Daten zufolge entfallen rund 2,1 Milliarden Dollar an Bitcoin-Call-Positionen auf den Ausübungspreis von 90.000 Dollar, 2,4 Milliarden auf 95.000 Dollar und 1,8 Milliarden auf 100.000 Dollar. Calls geben ihren Käufern das Recht, einen Vermögenswert zu einem festgelegten Preis zu erwerben. Die hohen Beträge zeigen Interesse an steigenden Kursen, beweisen aber nicht, dass Bitcoin diese Marken erreicht; Verfallstermine und Absicherungsgeschäfte können die Wirkung auf den Spotmarkt beeinflussen. Ein anhaltender Ausbruch über 90.000 Dollar würde die Chancen auf 95.000 und möglicherweise 100.000 erhöhen. Das 100.000-Dollar-Szenario für Bitcoin bleibt damit an eine weitere Aufnahme von Angebot durch Käufer gebunden.

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Gegenwind könnte von Haltern kommen, die sich ihren Einstandskursen nähern. Für Anleger, die Bitcoin vor 18 bis 24 Monaten erworben haben, liegt die geschätzte durchschnittliche Kostenbasis bei etwa 88.350 Dollar. Bei der Gruppe mit sechs bis zwölf Monaten Haltedauer sind es rund 89.200 Dollar; diese Anleger lagen insgesamt fast ein Jahr im Verlust. Einige könnten bei einer Erholung nahe ihrem Einstand verkaufen, während andere halten oder nachkaufen. Der Bereich zwischen 88.350 und 89.200 Dollar wird dadurch zu einer möglichen Angebotszone.

Zusätzlichen Druck signalisiert die steigende Aktivität am Terminmarkt. Das Open Interest – der Gesamtwert noch offener Derivatepositionen – wuchs laut den im Bericht zitierten CoinGlass-Daten von etwa 52 Milliarden Dollar zum Ende des Septembers auf rund 56,2 Milliarden Dollar in den ersten beiden Oktobertagen. Ein Anstieg parallel zum Bitcoin-Kurs bedeutet, dass neue Positionen hinzukamen, lässt aber offen, ob Händler auf steigende oder fallende Kurse setzen. Steigende Funding-Kosten verteuern zudem das Halten von Long-Positionen und können eine Umkehr verstärken.

Auch das makroökonomische Umfeld liefert lediglich Kontext, keine Garantie für weitere Gewinne. US-Arbeitgeber schufen im September 29.000 Stellen statt der erwarteten 90.000; die Arbeitslosenquote stieg von 4,1 auf 4,2 Prozent. Nach der Veröffentlichung lag die von den Futures abgeleitete Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Oktober laut Bericht unter 20 Prozent. Niedrigere Zinserwartungen können Risikoanlagen stützen, doch für Bitcoin bleibt entscheidend, ob die Nachfrage die Verkaufsbereitschaft oberhalb der aktuellen Niveaus übertrifft.

Insgesamt ist das kurzfristige Bild nach dem Abbau der 85.000-Dollar-Verkaufswand konstruktiver, aber noch nicht eindeutig. Das Akkumulationssignal stärkt die positive Lesart, während die kleine historische Stichprobe und die Holder-Kostenbasen zur Vorsicht mahnen. Kann der Markt das Angebot bei 88.350 bis 89.200 Dollar absorbieren und sich über 90.000 halten, rücken 95.000 und später 100.000 in den Blick. Scheitert er daran, könnte die Kostenbasis der ETF-Anleger bei etwa 83.000 Dollar wieder relevant werden. **90.000 Dollar ist der entscheidende nächste Test; 100.000 bleibt ein mögliches, aber bedingtes Ziel.**

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Patrick Krauss
Patrick Krauss
Krypto-Analyst & Review-Faktenchecker

Patrick Krauss ist Krypto-Analyst und Autor bei 99Bitcoins und verantwortlich für das Faktenchecking von Krypto-Börsen- und Broker-Reviews. Er prüft sämtliche Inhalte auf fachliche Richtigkeit, Aktualität und Nachvollziehbarkeit und stellt sicher, dass Angaben zu Gebühren, Handelsbedingungen, Regulierung, Sicherheitsstandards und Risikohinweisen korrekt... Mehr lesen

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