US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten an den ersten beiden Handelstagen im Oktober Nettozuflüsse von 134,4 Millionen Dollar. Der schwache US-Arbeitsmarktbericht dämpfte zugleich die Erwartungen an eine weitere Zinserhöhung der Fed und verbesserte damit kurzfristig das Umfeld für Risikoanlagen wie Bitcoin.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Am 1. und 2. Oktober flossen insgesamt 134,4 Millionen Dollar in US-Spot-Bitcoin-ETFs.
  • Die Zuflüsse folgten auf einen Abfluss von 148,7 Millionen Dollar am 30. September.
  • Ob der Impuls anhält, hängt von weiteren ETF-Zuflüssen sowie neuen Inflations- und Fed-Signalen ab.

134,4 Millionen Dollar Zuflüsse zum Oktoberstart

Laut dem ETF-Tracker von Decrypt sammelten die US-Produkte am Donnerstag, dem 1. Oktober, 102,7 Millionen Dollar ein. Am Freitag, dem 2. Oktober, kamen weitere 31,7 Millionen Dollar hinzu – zusammen ein positiver Auftakt für den Monat.

Dem stand ein Abfluss von 148,7 Millionen Dollar am Mittwoch, dem 30. September, gegenüber. Damit endete eine Serie von neun Handelstagen mit Zuflüssen, die am 17. September begonnen hatte. Der positive Start in den Oktober ist also eine Erholung nach einem einzelnen schwachen Handelstag, für sich genommen aber noch kein Beleg für einen dauerhaft steigenden Kaufdruck.

Trotz des Abflusses zum Monatsende verbuchten die Fonds im September laut Daten von SoSoValue netto 2,65 Milliarden Dollar. Das war der zweitbeste Monat seit Oktober 2025. Die Entwicklung unterstreicht, dass die Nachfrage nach den börsengehandelten Produkten zuletzt hoch war, auch wenn einzelne Handelstage weiterhin deutliche Ausschläge zeigen. Bitcoin hatte zuletzt trotz kräftiger ETF-Nachfrage eine Seitwärtsphase erlebt, wie die Entwicklung der ETF-Zuflüsse im September verdeutlicht.

Bitcoin testet das September-Hoch

Bitcoin stieg am Freitag kurz auf 87.173 Dollar und näherte sich damit dem September-Hoch von 87.354 Dollar. Bis zum Sonntagmorgen, dem 4. Oktober, gab der Kurs einen Teil des Anstiegs wieder ab und lag laut CoinGecko bei rund 85.000 Dollar – 0,5 Prozent höher als 24 Stunden zuvor.

Zwei physische Bitcoin-Münzen mit dem Bitcoin-Symbol auf dunklem Hintergrund.
Symbolische Darstellung von Bitcoin-Münzen

Ein schwächerer Arbeitsmarkt kann die Fed unter Druck setzen, weniger stark gegen eine weiterhin hohe Inflation vorzugehen. Sinkende Zinserwartungen können Risikoanlagen wie Bitcoin tendenziell stützen, weil sie die Aussicht auf ein weniger restriktives Finanzierungs- und Liquiditätsumfeld verbessern. Das ist allerdings kein direkter Beleg dafür, dass die ETF-Zuflüsse allein den Kursanstieg ausgelöst haben.

Auch die Stimmung ist nicht eindeutig: Auf dem Prediction Market Myriad bewerteten Händler die Wahrscheinlichkeit, dass Bitcoin 2026 kein neues Allzeithoch erreicht, mit 93 Prozent. Das ist eine Markteinschätzung aus gehandelten Prognosen und keine gesicherte Vorhersage. Für Anleger bleibt daher der Gegensatz entscheidend: Der Oktober begann mit ETF-Zuflüssen, während die Erwartungen an einen neuen Rekord weiterhin zurückhaltend ausfallen.

Arbeitsmarktdaten dämpfen Zinserhöhungswetten

Die US-Wirtschaft schuf im September lediglich 29.000 Arbeitsplätze; zugleich stieg die Arbeitslosenquote auf 4,2 Prozent. Nach Veröffentlichung des Berichts sank die von CME FedWatch ausgewiesene Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Oktober von 70 Prozent zu Wochenbeginn auf 14 Prozent. Die Zahlen stammen aus dem Bericht des US Bureau of Labor Statistics und der CME-FedWatch-Auswertung, wie Decrypt berichtete.

Die ETF-Zahlen zeigen zugleich, dass diese Produkte inzwischen ein bedeutender Zugang zu Bitcoin sind: Seit ihrem Start summierten sich die Nettozuflüsse laut Decrypts Tracker auf 58,1 Milliarden Dollar, das Nettovermögen lag bei 101,1 Milliarden Dollar. Diese kumulierten Werte beschreiben die Entwicklung seit Auflegung und sagen nicht allein aus, ob die aktuelle Nachfrage weiter zunimmt. Auch der Zusammenhang zwischen US-Wirtschaftsdaten, Zinserwartungen und dem Spielraum für eine Bitcoin-Erholung hängt von weiteren Marktsignalen ab.

Für den nächsten Test zählen deshalb die ETF-Flüsse der folgenden Handelstage: Bestätigen weitere Zuflüsse den Auftakt, wäre das ein stärkeres Signal als ein einzelner positiver Zweitageszeitraum. Der September-CPI-Bericht wird für den 14. Oktober erwartet; die nächste Fed-Sitzung ist für den 28. Oktober angesetzt. Neue Inflationsdaten und Hinweise der US-Notenbank können die Zinserwartungen erneut verschieben – und damit auch das Umfeld, in dem Bitcoin gehandelt wird.

Warum Sie 99Bitcoins vertrauen können

10+ Jahre

99Bitcoins wurde 2013 gegründet und verfügt über ein Team von Experten, deren Erfahrung bis in die Anfänge der Kryptozeit zurückreicht.

90hr+

Wöchentliche Recherche

100k+

Monatliche Leser

50+

Experten

2000+

Krypto-Projekte unter die Lupe genommen

Google News Icon
Folgen Sie 99Bitcoins in Ihrem Google News Feed.
Erhalten Sie die neuesten Updates, Trends und Einblicke direkt auf Ihr Gerät.
Jetzt abonnieren
Patrick Krauss
Patrick Krauss
Krypto-Analyst & Review-Faktenchecker

Patrick Krauss ist Krypto-Analyst und Autor bei 99Bitcoins und verantwortlich für das Faktenchecking von Krypto-Börsen- und Broker-Reviews. Er prüft sämtliche Inhalte auf fachliche Richtigkeit, Aktualität und Nachvollziehbarkeit und stellt sicher, dass Angaben zu Gebühren, Handelsbedingungen, Regulierung, Sicherheitsstandards und Risikohinweisen korrekt... Mehr lesen

Kostenloser Bitcoin-Crashkurs

  • Von über 100.000 Lesern genutzt
  • Eine E-Mail pro Tag, sieben Tage lang.
  • Kurz und lehrreich, garantiert!

Investieren ohne Kompromisse.

  • 0 % Provision: Aktien & ETFs provisionsfrei handeln.
  • 3,5 % Zinsen p.a.: Auf Ihr freies Guthaben.
  • 1 App für alles: Aktien, Krypto, ETFs & Sparpläne.
Investieren ohne Kompromisse.
Nach oben