El Salvador erhält nach einer IWF-Prüfung rund 138 Millionen US-Dollar aus seinem Kreditprogramm, obwohl das Land Bitcoin-bezogene Kriterien verfehlte. Die Ausnahmen lassen den Bestand von rund 7.794 BTC bestehen, sehen aber über dokumentierte Spenden hinaus keine weitere staatliche Akkumulation vor, berichtet CryptoSlate.
Das Wichtigste im Überblick:
- Der IWF schloss am 1. Oktober die zweite und dritte Prüfung des 1,4-Milliarden-Dollar-Programms ab und gab rund 138 Millionen US-Dollar frei.
- El Salvador hält laut CryptoSlate etwa 7.794,37 BTC im Wert von rund 666,1 Millionen US-Dollar.
- Neue staatlich finanzierte Käufe sind im Rahmen des Programms weiterhin nicht vorgesehen; dokumentierte Spenden bleiben davon unterschieden.
El Salvador erhält 138 Millionen US-Dollar trotz Bitcoin-Ausnahmen
Der IWF schloss am 1. Oktober die zweite und dritte Überprüfung des 40-monatigen Kreditprogramms für El Salvador ab. Damit wurde eine sofortige Auszahlung von 101,96 Millionen Sonderziehungsrechten (SZR), entsprechend etwa 138 Millionen US-Dollar, freigegeben. Das Programm hat ein Gesamtvolumen von 1,4 Milliarden US-Dollar.

Zugleich gewährte der Fonds Ausnahmen für nicht erfüllte Leistungskriterien, die teilweise mit der Bitcoin-Akkumulation zusammenhingen. Die Finanzierung läuft damit weiter, ohne dass die Vorgaben zu staatlichen Bitcoin-Käufen aufgehoben werden. Laut CryptoSlate sieht der IWF keine weitere Akkumulation über dokumentierte Spenden hinaus vor.
Der im Bericht angegebene Bestand beträgt rund 7.794,37 BTC und hat demnach einen Wert von etwa 666,1 Millionen US-Dollar. Der Dollarwert bildet eine Momentaufnahme ab und kann sich mit dem Bitcoin-Kurs verändern. Entscheidend für die Einordnung ist die Herkunft möglicher Zugänge: Der Fonds unterscheidet zwischen öffentlich finanzierten Käufen und dokumentierten Spenden.
Die salvadorianischen Behörden hätten dem IWF zufolge Korrekturmaßnahmen ergriffen und ihre Verpflichtungen erneuert. Die Ausnahme erlaubt daher nicht, die bisherigen Kriterien als bedeutungslos zu behandeln. Vielmehr bleibt die Dokumentation ausschlaggebend dafür, ob neue Zugänge mit den Programmauflagen vereinbar sind. Die Angaben des Fonds zu privaten Spenden werden auch in der Berichterstattung über die behauptete Finanzierung des Bitcoin-Zuwachses durch private Spenden thematisiert.
Warum die Ausnahme die Kaufbeschränkung nicht aufhebt
Das im Februar 2025 genehmigte Extended Fund Facility (EFF) läuft über 40 Monate und soll die Haushaltsanpassung, höhere Reserven und Reformen im Finanzsektor unterstützen. Im Zuge der jüngsten Prüfung bewertete der IWF die Haushaltskonsolidierung als weitgehend im Einklang mit den Programmzielen und erklärte, die Reserve- und Liquiditätsziele seien komfortabel erfüllt worden. Die Bitcoin-Ausnahme steht damit neben Fortschritten in anderen Bereichen, nicht anstelle der übrigen Auflagen.
Auch die staatliche Beteiligung an Kryptoaktivitäten bleibt ein Prüfpunkt. Mehrheitseigentum und Kontrolle an der staatlich unterstützten Chivo-Wallet wurden an einen privaten Betreiber übertragen. Der Abbau der verbleibenden staatlichen Beteiligung ist laut dem CryptoSlate-Bericht jedoch noch nicht abgeschlossen; eine vollständige Privatisierung sollte daher nicht vorausgesetzt werden.
Darüber hinaus verlangt der IWF mehr Transparenz über die Krypto-Bestände des öffentlichen Sektors sowie Fortschritte bei Regulierung und Governance von Anbietern digitaler Vermögenswerte. Die Ausnahme betrifft somit die verfehlten Kriterien und die weitere Finanzierung, aber sie beseitigt weder die Berichtspflichten noch die Beschränkung staatlich finanzierter Käufe. Für Anleger, die staatliche Bestände als möglichen Nachfragefaktor beobachten, ist das ein wichtiger Unterschied: Der vorhandene Bestand bleibt bestehen, doch daraus folgt kein angekündigter neuer Kaufimpuls durch die Regierung.
Was bei den nächsten IWF-Prüfungen zählt
Bei künftigen Prüfungen dürfte die nachvollziehbare Dokumentation jeder Veränderung des Bitcoin-Bestands zentral bleiben. Ebenso steht aus, wie die Regierung ihre verbleibende Beteiligung an Chivo weiter zurückführt und die geforderten Transparenz- und Governance-Reformen umsetzt.
Der IWF hat laut CryptoSlate darauf hingewiesen, dass nicht erklärte Zuwächse erneut Ausnahmen erforderlich machen könnten, bevor weitere Programmfinanzierung abgerufen wird. Der Beschluss vom 1. Oktober sichert daher den Zugang zur aktuellen Auszahlung, schafft aber keinen Freibrief für zusätzliche Käufe. Eine unmittelbare Wirkung auf Bitcoin-Kurs oder Marktnachfrage lässt sich aus den vorliegenden Angaben nicht ableiten.
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