XRP erholte sich um rund 7 Prozent auf einen Bereich zwischen 1,39 und 1,42 US-Dollar, nachdem der Kurs zuvor durch das gescheiterte CLARITY-Act-Votum im US-Senat und die Leitzinserhöhung der Federal Reserve unter Druck geraten war. Parallel dazu registrierten On-Chain-Analysten kumulierte Zuflüsse großer XRP-Wallets zu Binance von rund 1,6 Milliarden XRP – der höchste Stand seit etwa sechs Monaten.

Das Wichtigste im Überblick:

  • XRP erholte sich nach dem gescheiterten CLARITY Act und der Fed-Zinserhöhung um etwa 7 Prozent auf 1,39 bis 1,42 US-Dollar.
  • Kumulierte Zuflüsse großer XRP-Wallets zu Binance erreichten rund 1,6 Milliarden Token, den höchsten Stand seit März.
  • Die Zuflüsse können auf Verkäufe hindeuten, aber ebenso auf Umschichtung oder Neupositionierung – ein Verkaufsbeleg liegt nicht vor.
  • Entscheidend bleibt, ob XRP die Widerstandszone von 1,50 bis 1,55 US-Dollar überwindet, während 1,30 US-Dollar als Unterstützung gilt.

XRP-Walzuflüsse erreichen rund 1,6 Milliarden Token

Der Auslöser für die jüngste Verunsicherung liegt im US-Senat: Der CLARITY Act, der erstmals einen regulatorischen Rahmen für digitale Vermögenswerte in den USA schaffen sollte, scheiterte am 15. September mit 49 zu 50 Stimmen. Der XRP-Kurs fiel daraufhin zunächst um acht Prozent, bevor innerhalb von 48 Stunden eine Erholung einsetzte.

Gleichzeitig kletterten die Zuflüsse großer XRP-Wallets zu Binance auf kumuliert rund 1,6 Milliarden Token. Wie solche Bewegungen zu deuten sind, bleibt uneindeutig: Sie können sowohl Verkäufe und Verteilung als auch reine Umschichtung oder Positionierung großer Halter signalisieren. Ein eindeutiger Beleg für tatsächliche Verkäufe liegt bislang nicht vor.

Markt reagiert mit Erholung trotz Verkaufsrisiko

Die Erholung von XRP fiel nicht isoliert aus. Der gesamte Kryptomarkt legte binnen 24 Stunden um 5,2 Prozent auf eine Marktkapitalisierung von 2,86 Billionen US-Dollar zu, während Bitcoin bei 81.261 US-Dollar (plus 3,8 Prozent) und Ethereum bei 2.644 US-Dollar (plus 5 Prozent) notierten. XRP führte mit einem Tagesplus von 6,3 Prozent auf 1,42 US-Dollar die drei großen Kryptowährungen an.

Das Handelsvolumen stieg von 78 auf 131 Milliarden US-Dollar, der Angst-und-Gier-Index kletterte von 56 auf 71 Punkte. Auf der fundamentalen Seite verzeichneten die Spot-ETFs neun Wochen in Folge Nettozuflüsse, mit kumuliert 1,7 Milliarden US-Dollar; Bitwise und Franklin wurden als größte Einzelzuflüsse genannt.

Kontext: ETF-Zuflüsse treffen auf wichtige Chartmarken

Trotz der anhaltenden ETF-Nachfrage notiert XRP weiterhin deutlich unter dem Zyklushoch von 3,65 US-Dollar – je nach Quelle wird der Abstand mit 56 oder 62 Prozent beziffert. Als entscheidender Widerstand gilt die Zone zwischen 1,50 und 1,55 US-Dollar, während 1,30 US-Dollar als mehrfach getestete Unterstützung fungiert. Der RSI von 54,6 und ein ADX von 35,2 deuten auf einen tragfähigen Trend ohne überkaufte Lage hin.

Eine goldene Ripple-Münze auf US-Dollar-Banknoten neben einem Geldbeutel und einer SD-Karte.
Eine physische Darstellung des XRP-Tokens neben US-Dollar.

Eine Analyse von IT Boltwise beschreibt die aktuelle Lage als Konflikt zwischen On-Chain-Stärke und Chart-Technik: Höhere Tiefs sprechen für verteidigte Kaufzonen, während das enge Band oberhalb von 1,45 US-Dollar über die kurzfristige Richtung entscheidet. Auf der fundamentalen Seite erweitert Ripple mit dem XRPL AI Starter Kit den Ledger um automatisierte Zahlungen zwischen KI-Agenten, unterstützt durch XRP, den Stablecoin RLUSD und den Open Wallet Standard – die technische Integration allein gilt jedoch noch nicht als Beleg für eine breite kommerzielle Nutzung. Wer die technische Ausgangslage rund um die 1,70-Dollar-Marke einordnen will, findet dort zusätzlichen Chartkontext, ebenso wie in einer Einordnung von Wal-Käufen und ETF-Zuflüssen als Gegengewicht zu den aktuellen Binance-Zuflüssen.

Was bei XRP als Nächstes zu beobachten ist

Kurzfristig hängt viel davon ab, ob XRP den Widerstandsbereich von 1,50 bis 1,55 US-Dollar mit ausreichendem Volumen überwindet oder ob die Unterstützung bei 1,30 US-Dollar nach den hohen Binance-Zuflüssen hält. Eine weitere Untersuchung von IT Boltwise verweist zusätzlich auf ein inverses Kopf-Schulter-Muster mit einer Nackenlinie um 1,55 US-Dollar, dessen Bestätigung erst nach einem nachhaltigen Ausbruch als belastbar gelten würde.

Relevant bleibt außerdem, ob die Binance-Zuflüsse in den kommenden Tagen auf hohem Niveau verharren oder wieder abnehmen – ein Rückgang würde für nachlassenden unmittelbaren Verkaufsdruck sprechen. Am 30. September steht zudem die Abstimmung der Armada-Aktionäre über die geplante Fusion mit der von Ripple unterstützten Treasury-Firma Evernorth an, die eigene 30 Millionen US-Dollar für XRP-Käufe gesichert haben soll.

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Patrick Krauss
Patrick Krauss
Krypto-Analyst & Review-Faktenchecker

Patrick Krauss ist Krypto-Analyst und Autor bei 99Bitcoins und verantwortlich für das Faktenchecking von Krypto-Börsen- und Broker-Reviews. Er prüft sämtliche Inhalte auf fachliche Richtigkeit, Aktualität und Nachvollziehbarkeit und stellt sicher, dass Angaben zu Gebühren, Handelsbedingungen, Regulierung, Sicherheitsstandards und Risikohinweisen korrekt... Mehr lesen

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