RLUSD legte im dritten Quartal laut CryptoSlate um 765,3 Millionen US-Dollar an Marktkapitalisierung zu. Parallel dazu hat Standard Chartered die Verwahrung des Stablecoins für berechtigte institutionelle Kunden über seine DIFC-Niederlassung gestartet; die geplante Nutzung als Sicherheit im Handel über LMAX ist jedoch noch nicht verfügbar und ohne genannten Starttermin.
Das Wichtigste im Überblick:
- Standard Chartered verwahrt RLUSD, der auf dem XRP Ledger ausgegeben wurde, für berechtigte institutionelle Kunden im DIFC.
- Das geplante Modell soll den Wert geeigneter Bestände an LMAX spiegeln, ohne die Token dorthin zu übertragen.
- Für die LMAX-Anbindung fehlen noch Dokumentation, Tests und Genehmigungen; ein Termin steht nicht fest.
Bankverwahrung ist gestartet, die Handelsfunktion noch nicht
Kunden, die die Voraussetzungen erfüllen, können RLUSD nun bei Standard Chartered verwahren lassen. Unterstützt wird der auf dem XRP Ledger (XRPL) ausgegebene Token; angeboten wird der Dienst über die Niederlassung der Bank im Dubai International Financial Centre (DIFC), die von der Dubai Financial Services Authority reguliert wird. Die Bank bestätigte den Start am 12. Oktober.

Davon zu unterscheiden ist die geplante Verbindung zur institutionellen Handelsinfrastruktur der LMAX Group. Nach dem vorgesehenen Modell würde Standard Chartered den Wert geeigneter RLUSD-Bestände an LMAX spiegeln. Kunden könnten damit Handelspositionen unterstützen, ohne die Token selbst an den Handelsplatz zu übertragen.
Die Sicherheitenintegration ist laut Standard Chartered noch an mehrere Voraussetzungen gebunden: Dazu zählen abschließende Dokumentation, technische Tests, geltende regulatorische Vorgaben und interne Genehmigungen. Die Unternehmen haben keinen Termin für den operativen Start genannt. Auch wie viel RLUSD die Bank verwahrt und welche institutionellen Kunden den Dienst nutzen, wurde nicht offengelegt.
Die Trennung zwischen Verwahrung und Handelszugang ist für institutionelle Kunden relevant: Die Token sollen im Verwahrungsrahmen der Bank bleiben, während ihr Wert – sofern die geplante Funktion umgesetzt wird – für vereinbarte LMAX-Produkte berücksichtigt werden könnte. Das Modell ist damit noch kein Nachweis dafür, dass RLUSD bereits als LMAX-Sicherheit eingesetzt wird. Fragen zur Rolle regulierter Finanzhäuser bei der Verwahrung digitaler Vermögenswerte betreffen auch die Bedingungen, unter denen solche Angebote zugänglich sind.
Wachsendes Angebot trifft auf institutionellen Zugang
Der Ausbau fällt in eine Phase kräftigen Wachstums für den Stablecoin von Ripple. CryptoSlate verweist unter Berufung auf die RWA Foundation auf einen Zuwachs der RLUSD-Marktkapitalisierung um 765,3 Millionen US-Dollar innerhalb von 90 Tagen im dritten Quartal. Im selben Vergleich lag nur USDC mit einem Plus von 915 Millionen US-Dollar höher; United Stables kam auf 474,2 Millionen US-Dollar.
Später erreichte das umlaufende RLUSD-Angebot nach Daten von DeFiLlama rund 2,4 Milliarden US-Dollar. Davon entfielen ungefähr 1,14 Milliarden US-Dollar auf den XRP Ledger und 1,3 Milliarden US-Dollar auf Ethereum. Das sind Angebotswerte und keine Angaben dazu, wie viel des Tokens bei Standard Chartered liegt oder tatsächlich in institutionellen Handelsgeschäften eingesetzt wird.
Die Verwahrung durch eine regulierte Bank eröffnet berechtigten Institutionen einen zusätzlichen Zugangskanal. Sollte LMAX die geplante Sicherheitenfunktion einführen, könnten Banken, Broker und Investmentfirmen RLUSD möglicherweise für Handelspositionen nutzen, während die Token bei der Bank verwahrt bleiben. Ob daraus nennenswerte zusätzliche Nachfrage entsteht, hängt davon ab, welche Kunden und Produkte die Funktion später tatsächlich nutzen.
Bei Stablecoins greifen Verwahrung, Übertragung und regulatorische Anforderungen ineinander. Entsprechend ist auch die geplante LMAX-Verbindung kein rein technischer Schritt: Die Umsetzung bleibt von den jeweiligen Vorgaben und Freigaben abhängig, wie die Einordnung zu Stablecoins und regulatorischen Anforderungen verdeutlicht.
LMAX-Partnerschaft wartet auf Umsetzungsschritte
Ripple und LMAX hatten im Januar eine mehrjährige Zusammenarbeit zur Integration von RLUSD in die Infrastruktur des Handelsunternehmens angekündigt. Ripple sagte dabei eine Finanzierung von 150 Millionen US-Dollar zur Unterstützung der LMAX-Expansion zu. Die geplante Sicherheitenfunktion zielt auf vereinbarte Produkte im Spot-Kryptohandel, bei Perpetual Futures, Contracts for Difference und weiteren institutionellen Angeboten.
Als nächste konkrete Schritte stehen der Abschluss der Dokumentation und der technischen Tests sowie die erforderlichen regulatorischen und internen Freigaben an. Entscheidend sind außerdem ein veröffentlichter Starttermin, die endgültig unterstützten LMAX-Produkte und Angaben zu teilnehmenden Institutionen. Bis diese Punkte geklärt sind, bleibt die Verwahrung live – die Nutzung von RLUSD als LMAX-Sicherheit dagegen ein Vorhaben.
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