Bitcoin erholte sich am Dienstag, 13. Oktober, über 83.000 US-Dollar, nachdem der Kurs kurzzeitig unter 81.000 Dollar gefallen war. Gleichzeitig verlor Südkoreas KOSPI zeitweise bis zu 7,4 Prozent, und am Kryptomarkt wurden binnen 24 Stunden Positionen im Wert von 812,9 Millionen Dollar liquidiert.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Bitcoin stieg nach einem kurzen Rückgang unter 81.000 Dollar wieder über 83.000 Dollar.
  • Laut CoinGlass summierten sich die Krypto-Liquidationen auf 812,9 Millionen Dollar; 84,5 Prozent entfielen auf bullische Positionen.
  • Negatives Net Taker Volume deutet darauf hin, dass aggressive Verkäufer am Derivatemarkt weiterhin stärker waren als Käufer.

Bitcoin erholt sich trotz südkoreanischem Ausverkauf

Die Gegenbewegung folgte auf einen heftigen Rücksetzer, war aber noch kein Beleg für eine nachhaltige Trendwende. Der KOSPI gab im Tagesverlauf zeitweise bis zu 7,4 Prozent nach und fiel unter die Marke von 6.000 Punkten; später holte der Index einen Teil der Verluste auf und schloss bei 6.035,35 Punkten. CryptoSlate bezifferte den Rückgang im Marktüberblick auf rund 6 Prozent.

Damit lief Bitcoin vorübergehend gegen die Schwäche asiatischer Aktien. Der Anstieg über 83.000 Dollar bedeutet jedoch nicht automatisch, dass sich der Kryptomarkt dauerhaft von anderen Risikoanlagen gelöst hat. Auch die Marke von 83.000 Dollar allein bestätigt noch keinen stabilen Aufwärtstrend.

Liquidationen verstärkten die Bewegung am Kryptomarkt

Daten von CoinGlass zeigen, dass die Liquidationswelle 170.209 Trader betraf. Auf Positionen, die auf steigende Kurse gesetzt hatten, entfielen 686,72 Millionen Dollar beziehungsweise 84,5 Prozent der Gesamtsumme. Gegenläufige, auf fallende Kurse ausgerichtete Positionen machten 126,19 Millionen Dollar aus.

Nahaufnahme eines Computerbildschirms mit verschiedenen farbigen Handelscharts und Kursdaten.
Ein typischer Trading-Bildschirm mit Finanzcharts. – Foto: Nicholas Cappello / Unsplash

Bei Bitcoin wurden Positionen im Wert von 192,14 Millionen Dollar geschlossen; knapp 74 Prozent davon waren Long-Positionen. Ethereum kam auf 180,5 Millionen Dollar, Solana auf 60,85 Millionen. Die größte einzelne Zwangsliquidation war eine Bitcoin-Long-Position über 9,65 Millionen Dollar auf Binance.

Wenn der Kurs fällt, können automatische Schließungen gehebelter Long-Positionen zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugen und den Rückgang beschleunigen. Die anschließende Erholung traf wiederum einige Leerverkäufer, deren zwangsweise geschlossene Positionen den Aufwärtsimpuls verstärken konnten. Wie solche Liquidationen am Kryptomarkt wirken, hängt deshalb nicht nur von der Richtung des Kursausschlags, sondern auch von der Positionierung der Trader ab.

Chipaktien unter Druck, Derivatedaten bleiben Warnsignal

Der Ausverkauf in Südkorea konzentrierte sich auf Halbleiterwerte. Samsung Electronics verlor 7,39 Prozent, SK Hynix 10,09 Prozent; für beide Unternehmen war es die fünfte Verlustsitzung in Folge. Zusammen stellen die Speicherchip-Hersteller laut CryptoSlate rund die Hälfte der Marktkapitalisierung des KOSPI. Ausländische Anleger verkauften am Dienstag koreanische Aktien im Wert von etwa 4,5 Billionen Won, umgerechnet rund 3,35 Milliarden Dollar.

Als Belastungsfaktoren nannte der Bericht Sorgen über hohe Bewertungen im KI-Bereich, die Finanzierung der Branche und die starke Konzentration der Anleger in Technologiewerten. Hinzu kamen Bedenken wegen möglicher Konkurrenz aus China: ChangXin Memory Technologies kündigte eine DRAM-Architektur an, die den Speicherzellenbereich verkleinern soll. Eine kommerzielle Fertigung in großem Maßstab ist damit allerdings noch nicht nachgewiesen. Der Druck erfasste auch andere Märkte: Der Philadelphia Semiconductor Index sank am Montag um 2,7 Prozent, der japanische Nikkei 225 am Dienstag um 1,8 Prozent.

Für die Bitcoin-Erholung liefert der Derivatemarkt ein gegenläufiges Signal. Der CryptoQuant-Analyst JA Maartunn berichtete, dass das Net Taker Volume erneut negativ geworden sei. Diese Kennzahl vergleicht aggressive Kauf- und Verkaufsaktivität bei Derivaten; ein negativer Wert bedeutet, dass Verkaufsaufträge überwiegen. Damit könnte der Kursanstieg teilweise auf passive Käufe und geschlossene Short-Positionen zurückgehen, statt auf eine klare Zunahme entschlossener Nachfrage.

Der nächste kurzfristige Test sind die US-Inflationsdaten, die für Mittwoch, den 14. Oktober, erwartet werden. Ein erneuter Rückgang an den Aktienmärkten oder der Aufbau neuer gehebelter Positionen könnte die Erholung belasten. Anleger dürften deshalb neben dem Bereich um 83.000 Dollar besonders beobachten, ob das Net Taker Volume wieder ins Positive dreht.

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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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