Evernorth startete am 12. Oktober unter dem Kürzel XRPN an der Nasdaq – mit rund 473 Millionen XRP, aber nach einem weitgehenden Rückzug der SPAC-Anleger. 80,3 Prozent der öffentlichen Aktionäre von Armada Acquisition Corp. II ließen sich vor dem Abschluss auszahlen; zugleich sank der Referenzkurs von XRP von 2,37 US-Dollar bei Unterzeichnung auf 1,43 US-Dollar zum Abschluss.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Evernorth begann am 12. Oktober den Nasdaq-Handel als XRPN, nachdem die Fusion am 9. Oktober abgeschlossen worden war.
  • Zum Start hielt das Unternehmen rund 473 Millionen XRP und etwa 300 Millionen US-Dollar Bruttobarmittel.
  • Rund 80,3 Prozent der öffentlichen Armada-Aktionäre lösten ihre Anteile ein; der XRP-Bestand wurde zum Abschluss mit etwa 677 Millionen US-Dollar bewertet.

XRP-Treasury trifft auf SPAC-Rücknahmen

Der Börsenstart folgte auf den Abschluss der Fusion mit Armada am 9. Oktober. Ein SPAC ist eine börsennotierte Gesellschaft ohne eigenes operatives Geschäft, die zunächst Kapital einsammelt und später mit einem privaten Unternehmen fusioniert. Evernorth bietet Anlegern damit Zugang zu einem Unternehmen mit umfangreichem XRP-Bestand, ohne dass sie die Token selbst in einer Krypto-Wallet verwahren müssen.

Laut Decrypt gaben Anleger rund 18,5 Millionen öffentliche Armada-Aktien zur Rücknahme zurück und erhielten etwa 10,58 US-Dollar je Aktie. Dadurch flossen rund 195 Millionen US-Dollar vor dem Abschluss aus der Transaktion ab; etwa 4,5 Millionen ursprüngliche öffentliche Aktien blieben übrig. Ein solcher kleiner Streubesitz kann dazu führen, dass bereits vergleichsweise wenige Kauf- oder Verkaufsaufträge den Aktienkurs stark bewegen.

Zum Abschluss besaß Evernorth rund 473 Millionen XRP und etwa 300 Millionen US-Dollar an Bruttobarmitteln. Beim Referenzkurs von 1,43 US-Dollar war der XRP-Bestand etwa 677 Millionen US-Dollar wert. Das liegt deutlich unter den mehr als einer Milliarde US-Dollar, mit denen Evernorth die Finanzierung zum Kauf von XRP ursprünglich beworben hatte. Nach Angaben von Decrypt hatte das Unternehmen Ende Oktober 2025 rund 947 Millionen US-Dollar für XRP ausgegeben.

Der Nasdaq-Start von Evernorth nach der Armada-Fusion macht zugleich die unterschiedliche Bedeutung dieser Zahlen sichtbar: Finanzierung, Kaufpreis und späterer Marktwert beschreiben verschiedene Zeitpunkte und Größen. Für die Bewertung der Treasury zählt daher nicht allein, wie viele XRP Evernorth hält, sondern auch, welchen Preis der Markt jeweils ansetzt.

Die Außenansicht des Nasdaq-Marktplatzes am Times Square in New York mit großen digitalen Werbetafeln.
Nasdaq-Gebäude am Times Square, New York City – Foto: André-Pierre / CC BY 2.0

Dünner Streubesitz und fallender XRP-Kurs prägen den Start

Die Aktienkurve zeigte bereits vor dem regulären Handelsstart starke Ausschläge. XRPN erreichte am 2. Oktober im Tagesverlauf kurzzeitig 53 US-Dollar und schloss an diesem Freitag bei 39,42 US-Dollar. Am 9. Oktober, dem Tag des Fusionsabschlusses, lag der Schlusskurs bei 17,09 US-Dollar.

Am ersten Handelstag als Evernorth bewegte sich die Aktie kurz in Richtung 19 US-Dollar und fiel bis zum Mittag auf 16,64 US-Dollar, wie die von Decrypt angeführten Yahoo-Finance-Daten zeigen. Bitcoin.com berichtete für den regulären Handelsschluss am 12. Oktober einen Kurs von 16,91 US-Dollar und für den nachbörslichen Handel um 19.30 Uhr US-Ostküstenzeit 17,37 US-Dollar. Das sind zeitgebundene Messpunkte und keine einheitliche Tagesbewertung.

Auch der XRP-Referenzkurs illustriert das Bewertungsrisiko: Von 2,37 US-Dollar bei Unterzeichnung bis 1,43 US-Dollar zum Abschluss verlor der Token rund 40 Prozent. Der Abschlusswert lag außerdem etwa 61 Prozent unter dem von Decrypt genannten Allzeithoch von 3,65 US-Dollar im Juli 2025. Der Rückgang wirkt sich unmittelbar auf den ausgewiesenen Wert der Treasury aus, während der Aktienkurs zusätzlich von Angebot und Nachfrage nach XRPN abhängt.

Eine goldene physische XRP-Münze in einer Uhr an einem Handgelenk.
Physische Darstellung des XRP-Tokens – Foto: digicloudmedia / CC BY 2.0

Evernorth gehört zu den sogenannten Digital-Asset-Treasuries: börsennotierten Unternehmen, deren Geschäftsmodell vor allem darin besteht, Kryptowährungen zu halten und weiteres Kapital für deren Kauf einzuwerben. Eine wichtige Kennzahl ist das Verhältnis von Börsenwert zu Nettovermögen, kurz mNAV. Liegt es über eins, kann ein Unternehmen neue Aktien mit Aufschlag ausgeben und damit weitere Token kaufen; liegt es darunter, kann eine Kapitalaufnahme bestehende Anteilseigner verwässern.

Evernorth plant nach den vorliegenden Unternehmensangaben, mit DeFi-Ertragsstrategien und Validatoren auf dem XRP Ledger den XRP-Anteil je Aktie zu steigern. DeFi bezeichnet Finanzdienste auf der Blockchain, etwa Kreditvergabe, ohne eine klassische Bank als Vermittler. Ergänzend beschreibt eine geplante XRP-Wandelanleihe von Evernorth einen weiteren Aspekt der Finanzierung, der für die Beurteilung der Treasury-Strategie relevant ist.

Als nächste öffentliche Station plante Evernorth für den 14. Oktober das Läuten der Nasdaq-Schlussglocke. Anleger können außerdem verfolgen, ob das Unternehmen seine XRP-Menge je Aktie tatsächlich erhöht und wie sich der XRPN-Börsenwert im Verhältnis zum ausgewiesenen XRP-Bestand entwickelt. Die zugehörigen Warrants werden separat als XRPNW gehandelt und berechtigen zum Kauf von Aktien für 11,50 US-Dollar je Stück; bestimmte Großaktionäre dürfen ihre Anteile laut Decrypt erst ab April 2027 verkaufen.

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Patrick Krauss
Patrick Krauss
Krypto-Analyst & Review-Faktenchecker

Patrick Krauss ist Krypto-Analyst und Autor bei 99Bitcoins und verantwortlich für das Faktenchecking von Krypto-Börsen- und Broker-Reviews. Er prüft sämtliche Inhalte auf fachliche Richtigkeit, Aktualität und Nachvollziehbarkeit und stellt sicher, dass Angaben zu Gebühren, Handelsbedingungen, Regulierung, Sicherheitsstandards und Risikohinweisen korrekt... Mehr lesen

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