Eine seit März 2020 weitgehend ruhende Bitcoin-Wallet hat am 12. Oktober 4.582 BTC im Wert von rund 377,6 Millionen US-Dollar auf fünf Adressen verteilt. Die Empfänger wurden nicht als Börsen-Wallets identifiziert – ein Verkauf ist daher nicht bestätigt.

Das Wichtigste im Überblick:

  • 4.582 BTC gingen an fünf Adressen; vier erhielten jeweils 1.000 BTC, eine weitere rund 582 BTC.
  • Die Empfänger hatten ihre Bestände zum Zeitpunkt der ersten Analyse noch nicht bewegt.
  • Ob die Transaktion einen Verkauf, eine Verwahrungsänderung oder eine interne Neuordnung darstellt, ist offen.

4.582 BTC auf fünf Adressen verteilt

Die am 12. Oktober erfasste Transaktion splittete den Bestand in vier Tranchen zu je 1.000 BTC und eine weitere Zahlung von ungefähr 582 BTC. Laut der Berichterstattung von The Block hatten die fünf Empfänger die Coins bei der ersten Analyse noch nicht weiterbewegt; als Einzahlungsadressen einer Kryptobörse waren sie nicht bekannt.

Eine goldene Bitcoin-Münze auf einer Computer-Hauptplatine
Symbolische Darstellung von Bitcoin und der zugrunde liegenden Technologie – Foto: Michael Förtsch / Unsplash

Die ursprüngliche Wallet erhielt die 4.582 BTC am 3. März 2020, als der Bestand rund 40,8 Millionen US-Dollar wert war und Bitcoin nahe 8.900 US-Dollar notierte. Obwohl die Adresse als seit sechs Jahren ruhend beschrieben wird, verzeichnete sie im August 2024 eine kleine ausgehende Zahlung von 0,009 BTC; der übrige Bestand kehrte in dieselbe Wallet zurück. Die Oktober-Transaktion war somit die erste größere Bewegung seit dem Eingang im März 2020.

Wer die Zieladressen kontrolliert und welchem Zweck die Aufteilung dient, ist nicht geklärt. Ein Transfer kann Verkaufsabsichten vorausgehen, aber ebenso eine Änderung der Verwahrung oder eine Neuordnung eigener Wallets bedeuten. Auch eine spätere Einzahlung bei einer Plattform wäre für sich genommen kein Beleg für einen abgeschlossenen Verkauf: Kryptobörsen bieten neben dem Handel auch Verwahrungsdienste an, wie die Verwahrung von Bitcoin auf Coinbase Prime zeigt.

Negativer Coinbase-Aufschlag als Marktkontext

Bitcoin notierte zum Zeitpunkt der Berichterstattung bei rund 83.500 US-Dollar und damit etwa ein Prozent niedriger als 24 Stunden zuvor. Im Verlauf der Sitzung war der Kurs zwischenzeitlich auf ungefähr 81.220 US-Dollar gefallen. Daraus folgt jedoch nicht, dass die Wal-Transaktion den Rückgang ausgelöst hat.

Der CryptoQuant-Analyst Darkfost verwies auf einen stark negativen, volumen­gewichteten Coinbase Premium Index. Der Indikator vergleicht den Bitcoin-Preis auf Coinbase mit dem auf Binance; ein negativer Wert kann auf schwächere Nachfrage oder stärkeren Verkaufsdruck auf Coinbase hindeuten, benennt aber keine einzelnen Verkäufer. Daten von CoinGlass zeigten am 12. Oktober zudem, dass der Index seit 19 Tagen im Minus lag und ungefähr minus 0,12 Prozent erreicht hatte. Eine direkte Verbindung zu den bewegten 4.582 BTC ist nicht belegt.

Das blaue Logo der Kryptowährungsbörse Coinbase.
Logo von Coinbase – Foto: Coinbase

QCP Capital setzte seine Basiserwartung für das vierte Quartal in eine Handelsspanne von 80.000 bis 90.000 US-Dollar. Das Unternehmen bezeichnete 80.000 US-Dollar als wichtige Unterstützung und verwies darauf, dass ein anhaltender Anstieg über 87.000 US-Dollar den Bereich um 94.000 US-Dollar in den Blick rücken könnte. Dabei handelt es sich um eine Markteinschätzung, nicht um bestätigte Kursziele. Für Anleger liefert die Kombination aus Börsenprämie und weiteren On-Chain-Daten zusätzlichen Kontext, aber keinen sicheren Nachweis für Verkaufsdruck.

Weitere Wallet-Bewegungen und nächste Signale

Die Transaktion fällt in ein Jahr mit weiteren größeren Bewegungen lange gehaltener Bitcoin-Bestände. Im Juli transferierte eine andere Wallet nach mehr als acht Jahren ohne größere Aktivität 5.908 BTC im damaligen Wert von rund 383 Millionen US-Dollar; ein Verkauf ließ sich auch dort nicht aus den On-Chain-Daten ableiten. Eine weitere Adresse bewegte nach mehr als vier Jahren etwa 4.500 BTC im Wert von 375,7 Millionen US-Dollar. Zusammen entsprachen die beiden separaten Transfers rund 9.082 BTC beziehungsweise 753,3 Millionen US-Dollar zu den jeweiligen Transaktionspreisen; eine Verbindung zwischen den Wallets ist nicht belegt.

Für die Einordnung des aktuellen Falls ist entscheidend, ob eine der fünf Empfängeradressen später BTC an eine identifizierbare Börsenadresse sendet oder ob weitere Bewegungen folgen. Eine solche Einzahlung wäre ein stärkerer Hinweis auf mögliche Verkaufsabsichten, aber noch kein Beleg für eine abgeschlossene Liquidation. Zugleich bleiben der Coinbase Premium Index sowie die von QCP genannten Marken bei 80.000 und 87.000 US-Dollar relevante Beobachtungspunkte.

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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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