Eine Analyse rückt 74.500 US-Dollar als mögliche Referenz für eine tiefere Bitcoin-Korrektur in den Fokus: Der Rückgang von 87.027 Dollar am 5. Oktober auf 80.404 Dollar am 9. Oktober könnte sich fortsetzen, doch die Marke wäre kein bestätigter Boden. Im Marktüberblick des Berichts stand Bitcoin bei 83.092 Dollar.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Der Rückgang vom Hoch am 5. Oktober bis zum Tief am 9. Oktober betrug laut Analyse rund 7,61 Prozent.
  • Ein historischer Durchschnitt von 14,39 Prozent ergibt vom Oktober-Hoch aus eine mögliche Referenz bei etwa 74.500 Dollar.
  • Die Marke ist ein bedingtes Korrekturszenario, keine bestätigte Unterstützung oder sichere Prognose.

Was hinter der Marke von 74.500 Dollar steckt

Der Beitrag von news.bitcoin.com stützt sich auf eine am 9. Oktober veröffentlichte Auswertung von CryptoQuant. Der dortige Mitwirkende MAC_D verglich Rückgänge innerhalb breiterer Bitcoin-Aufwärtsphasen. Zwischen dem Hoch von 87.027 Dollar am Montag, dem 5. Oktober, und dem Stand von 80.404 Dollar am Freitag, dem 9. Oktober, lagen 6.623 Dollar beziehungsweise rund 7,61 Prozent.

Zwei physische Bitcoin-Münzen auf schwarzem Hintergrund
Physische Darstellung der Kryptowährung Bitcoin

Ein Drawdown bezeichnet den Rückgang eines Kurses gegenüber einem vorherigen Hoch. Die jüngste Bewegung lag damit fast auf Höhe des durchschnittlichen Rückgangs im Zyklus 2022 bis 2025. Das ist ein historischer Vergleich, aber kein Beleg dafür, dass sich die Korrektur tatsächlich nach demselben Muster fortsetzt. Handelsvolumen nennt die Analyse für diese Bewegung nicht.

Für die Marke von rund 74.500 Dollar verwendet MAC_D einen Durchschnitt von 14,39 Prozent, berechnet über fünf frühere Bitcoin-Zyklen. Auf das Hoch vom 5. Oktober angewandt, ergibt dieser historische Rückgang den genannten Referenzwert. Vom Tief bei 80.404 Dollar aus wäre dafür laut Bericht ein weiterer Rückgang um etwa 7,34 Prozent nötig.

Die betrachteten Zyklen verliefen dabei keineswegs einheitlich: Die durchschnittlichen Drawdowns betrugen 18,41 Prozent für 2010 bis 2011, 21,71 Prozent für 2011 bis 2013, 10,93 Prozent für 2015 bis 2017 und 19,39 Prozent für 2018 bis 2021. Mit 7,58 Prozent wies der Zyklus 2022 bis 2025 den geringsten Durchschnitt auf. Der Fünf-Zyklen-Mittelwert von 14,39 Prozent ist daher ein Vergleichswert und keine feste Regel für den aktuellen Markt.

Auch andere mögliche Unterstützungszonen bei Bitcoin lassen sich nur als Orientierung lesen: Eine historische oder technische Marke garantiert nicht, dass Käufer dort den Kurs stabilisieren. Entscheidend bleibt, ob sich der Verkaufsdruck weiter verstärkt.

Erholungssignale stehen dem Abwärtsszenario gegenüber

Die Analyse stellt der möglichen tieferen Korrektur mehrere Hinweise auf eine Erholung gegenüber. Der Bull Score von CryptoQuant, ein Indikator aus zehn Kennzahlen zu Nachfrage, Profitabilität der Inhaber, Netzwerkaktivität und Liquidität, stieg im August von 30 auf 80. Liquidität meint hier die Verfügbarkeit von Kapital für den Handel; der Anstieg allein bestätigt jedoch keine Trendwende.

Ein weiteres Signal beschrieb CryptoQuant-Mitwirkender Darkfost am 24. September anhand geschätzter Anschaffungskosten. Die Kostenbasis neuerer Inhaber stieg über jene längerfristiger Anleger, deren Coins innerhalb der vorherigen sieben Jahre bewegt worden waren. Darkfost räumte laut Bericht eine mögliche Fehlermarge ein, weshalb das Signal nicht als eindeutiger Wendepunkt zu verstehen ist.

CryptoQuant-Gründer und CEO Ki Young Ju verwies am 22. September auf einen möglichen Zusammenhang zwischen wachsendem institutionellem Besitz und geringeren Ausschlägen in künftigen Zyklen. Seine Einschätzung: Mehr Bestände bei Institutionen könnten sowohl die Gewinne als auch die Verluste eines Zyklus begrenzen. Der Bericht betont zugleich, dass Bitcoin selbst bei wachsender Akzeptanz erheblich schwanken kann.

Damit ergibt sich ein Gegenbild: Der jüngste Zyklus hatte im historischen Vergleich mildere durchschnittliche Rückgänge, während der aktuelle Kursrückgang von 7,61 Prozent eine weitere Abwärtsbewegung nicht ausschließt. Auch nachlassender Verkaufsdruck wäre für sich genommen noch kein Nachweis einer bestätigten Trendwende, wie die Einordnung zu On-Chain-Signalen zum Bitcoin-Verkaufsdruck verdeutlicht.

74.000 bis 75.000 Dollar bleiben ein bedingtes Szenario

MAC_D skizzierte Käufe über einen längeren Zeitraum um 80.000 Dollar und größere Positionen in einer Spanne von 74.000 bis 75.000 Dollar. Bezogen auf das Hoch vom 5. Oktober läge dieser Bereich laut Analyse etwa 13,82 bis 14,97 Prozent tiefer. Das beschreibt die Kaufplanung des Analysten, nicht eine Empfehlung für Anleger oder eine Zusage, dass Bitcoin diese Kurse erreicht.

Für ein positives Szenario sprechen der niedrigere durchschnittliche Drawdown des Zyklus 2022 bis 2025 und die genannten Erholungssignale. Sie liefern allerdings kein zusätzliches Kursziel und heben das Risiko neuer Verluste nicht auf. Für die Frage, ob sich eine Erholung tatsächlich festigt, zählt die Kursstruktur; höhere Tiefs und die 50-Wochen-Linie sind dafür andere Beobachtungspunkte als ein historischer Drawdown-Durchschnitt.

Die konkreteste Abwärtsreferenz der Analyse liegt somit bei rund 74.500 Dollar. Sie wird erst relevant, falls sich der Verkaufsdruck vertieft, und ist weder ein sicherer Boden noch eine bestätigte Trendwende. Der historische Durchschnitt und die Erholungssignale stehen als Gegengewicht daneben; die Daten aus dem Bericht legen kein eindeutiges Ergebnis für den weiteren Kursverlauf fest.

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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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