Der Crypto Fear and Greed Index fiel am Montag, dem 12. Oktober, auf 56 Punkte und damit in den neutralen Bereich. Bitcoin lag knapp über 82.000 US-Dollar und fast 5 Prozent im Wochenminus; zugleich belasteten steigende Ölpreise und höhere US-Anleiherenditen die Risikobereitschaft.
Das Wichtigste im Überblick:
- Der Index sank binnen einer Woche von 67 auf 56; sein Jahreshoch lag am 26. August bei 82.
- Bitcoin fiel vom Hoch bei 86.978 US-Dollar bis auf 81.749,83 US-Dollar und erholte sich anschließend.
- Spot-Bitcoin-ETFs verloren im Oktober bislang netto 386,3 Millionen US-Dollar.
Der Stimmungsindikator fällt aus dem Gier-Bereich
Der Index bildet die Stimmung am Kryptomarkt auf einer Skala von 0 bis 100 ab: Null steht für extreme Angst, 100 für extreme Gier. Mit 56 liegt er nun im neutralen Bereich. Eine Woche zuvor betrug der Wert noch 67, vor einem Monat 68.
Am 26. August erreichte der Indikator mit 82 Punkten seinen höchsten Stand des Jahres. Der Rückgang markiert damit eine deutliche Abkühlung gegenüber der Phase ausgeprägter Zuversicht nach der Sommer-Rallye. Der Wert allein gibt jedoch keine Richtung für den nächsten Bitcoin-Kursimpuls vor.
Auch der Kursverlauf zeigt die jüngste Schwäche: Bitcoin erreichte früh in der Vorwoche 86.978 US-Dollar und rutschte am 8. Oktober zeitweise auf 81.749,83 US-Dollar ab – ein Rückgang von rund 6 Prozent. Bis Montag erholte sich der Kurs auf etwa 83.800 US-Dollar; zugleich wurde Bitcoin im Bericht knapp über 82.000 US-Dollar gehandelt.
Gegenüber dem Rekordhoch von mehr als 126.000 US-Dollar vom 6. Oktober 2025 lag die größte Kryptowährung damit rund 34 Prozent niedriger. Die Schwäche folgt auf eine schwierige Marktphase, die erst mit der Rallye im August nachließ.
ETF-Abflüsse treffen auf makroökonomischen Druck
Bei US-Spot-Bitcoin-ETFs summierten sich die Abflüsse am Mittwoch, dem 7. Oktober, auf 484,9 Millionen US-Dollar – der stärkste Tagesabfluss seit Juni. Am Donnerstag folgten weitere 244,1 Millionen US-Dollar. Ein Zufluss von 21,1 Millionen US-Dollar am Freitag änderte nichts daran, dass die Fonds im Oktober netto 386,3 Millionen US-Dollar verloren.
Auch Ethereum-Fonds standen unter Druck: Ihre Abflussserie erreichte neun Tage, mit insgesamt 635 Millionen US-Dollar an Abflüssen im Oktober. Aktien, Gold und Bitcoin wurden am Tag des Renditeanstiegs ebenfalls gemeinsam verkauft. Das spricht eher für eine breitere Neubewertung von Risiken als für ein ausschließlich kryptospezifisches Problem. Zusätzliche Faktoren bei Bitcoin-Volatilität und Verkaufsdruck können die Einordnung des Kursrückgangs ergänzen.
In der Vorwoche überschritt Brent-Rohöl 101 US-Dollar je Barrel, während die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen 5,70 Prozent erreichte – den höchsten Stand seit 2002. Am 12. Oktober notierte Brent laut Bericht nahe 110 US-Dollar. Höhere Ölpreise können die Inflation verstärken und Zinssenkungen erschweren; steigende Anleiherenditen erhöhen zugleich die Konkurrenz für Anlagen ohne laufende Rendite wie Bitcoin.
August-Rallye weicht vorsichtigeren Erwartungen
Im August stieg Bitcoin um 24,9 Prozent. Daraufhin erklärten unter anderem Fundstrat-Mitgründer und Bitmine-Chairman Tom Lee sowie Kim Yong Yu von CryptoQuant den Bärenmarkt für beendet. Die anschließende Abkühlung zeigt, dass diese Einschätzung nicht mit dauerhaft hoher Risikobereitschaft gleichzusetzen ist. Der Verlauf der Bitcoin-Rallye im August bildet den Kontrast zur aktuellen Stimmung.
Die auf der Prognoseplattform Myriad gehandelten Erwartungen haben sich ebenfalls verschoben. Die Wahrscheinlichkeit, dass Bitcoin im Oktober 87.500 US-Dollar erreicht, lag bei 45 Prozent, nach 55 Prozent am 7. Oktober. Für einen Anstieg auf 90.000 US-Dollar standen 28 Prozent im Markt, gegenüber zuvor 36 Prozent.
Auf der Abwärtsseite veranschlagten Myriad-Trader eine Wahrscheinlichkeit von 56 Prozent für einen Rückgang auf 80.000 US-Dollar. Für 77.500 US-Dollar lagen die Erwartungen bei 33 Prozent und für 75.000 US-Dollar bei 20 Prozent. Im weiteren Verlauf geben die Ölpreise, die US-Renditen, ETF-Flows und die täglichen Indexwerte Hinweise darauf, ob sich die Risikoaversion verstärkt oder wieder nachlässt.
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