Bitcoin fiel am 8. Oktober intraday bis nahe 80.000 US-Dollar und durchbrach damit die Kaufzone um 81.000 Dollar; zugleich wurden binnen vier Stunden rund 651 Millionen Dollar an Long-Positionen liquidiert. Über 24 Stunden beliefen sich die Zwangsschließungen am Kryptoderivatemarkt auf insgesamt 1,16 Milliarden Dollar, wie CryptoSlate unter Berufung auf CoinGlass-Daten berichtet.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Die 651 Millionen Dollar beziehen sich auf Long-Liquidationen innerhalb von vier Stunden; über 24 Stunden waren es rund 1,0 bis 1,05 Milliarden Dollar an Longs.
  • Bitcoin erreichte ein Tief nahe 80.000 Dollar; die sichtbare Kauforder-Konzentration um 81.000 Dollar garantiert keinen Halt.
  • Glassnode identifizierte einen weiteren größeren Liquidationscluster nahe 75.000 Dollar.

Bitcoin durchbricht die Kaufzone um 81.000 Dollar

Zum Berichtszeitpunkt notierte Bitcoin laut CryptoSlate bei rund 80.744 Dollar. Das entsprach einem Minus von etwa drei Prozent innerhalb von 24 Stunden und rund vier Prozent auf Wochenbasis. Der Rückgang folgte auf einen erfolglosen Versuch, wieder über 87.000 Dollar zu steigen.

Das orangefarbene Bitcoin-Logo in einem stilisierten, wirbelnden Hintergrund.
Symbolbild der Kryptowährung Bitcoin – Foto: PerfectHue / CC0

Die unterschiedlichen Liquidationssummen beschreiben verschiedene Zeitfenster: Für die vorangegangenen 24 Stunden nennt der Bericht 1,16 Milliarden Dollar insgesamt, davon rund eine Milliarde an bullischen Positionen; an anderer Stelle beziffert er die Long-Liquidationen auf etwa 1,05 Milliarden Dollar. Innerhalb von vier Stunden wurden knapp 700 Millionen Dollar liquidiert, darunter rund 650 Millionen an Longs – der Titelwert von 651 Millionen Dollar bezieht sich auf dieses kürzere Fenster.

Insgesamt waren laut den angeführten CoinGlass-Daten 166.769 Trader betroffen. Bei einer gehebelten Long-Position kann ein Kursrückgang das hinterlegte Kapital unter die erforderliche Sicherheit drücken; die Börse schließt die Position dann zwangsweise. Solche Verkäufe können zusätzlichen Druck erzeugen und den Rückgang beschleunigen. Das Risiko gehebelter Bitcoin-Positionen hängt deshalb nicht nur von der Kursrichtung, sondern auch von der Höhe des eingesetzten Hebels ab. Futures und Perpetuals, also Terminkontrakte ohne festes Ablaufdatum, sind wichtige Märkte für solche Positionierungen.

Ethereum und Altcoins geraten stärker unter Druck

Die Liquidationswelle beschränkte sich nicht auf Bitcoin. Im 24-Stunden-Zeitraum verzeichnete Ethereum laut dem Bericht rund 324 Millionen Dollar an liquidierten Positionen, Bitcoin etwa 240 Millionen. Ethereum fiel unter 2.500 Dollar und lag rund vier Prozent im Tagesminus sowie etwa 9,3 Prozent unter dem Wochenwert.

Die größte einzelne Liquidation betraf demnach eine ETH-USD-Position im Wert von rund 20 Millionen Dollar auf Hyperliquid. Auch mehrere Altcoins gaben nach: Solana verlor 7,2 Prozent auf rund 108,61 Dollar, XRP 5,7 Prozent auf 1,35 Dollar und BNB 4,9 Prozent. Zcash fiel um 14 Prozent. Diese Angaben beziehen sich auf den Berichtszeitpunkt und sind keine aktuellen Kursstände.

Glassnode hatte am 7. Oktober zudem auf ungewöhnlich hohe Open-Interest-Werte bei einem wachsenden Anteil großer Altcoins im Verhältnis zu deren Marktkapitalisierung hingewiesen. Open Interest bezeichnet den Umfang noch offener Derivatepositionen. Laut dem Analyseunternehmen war dieser Anteil so hoch wie zuletzt vor dem Markteinbruch im Oktober 2025 – ein Hinweis darauf, dass gehebelte Positionierungen den Markt anfälliger für abrupte Zwangsschließungen machen können.

Die nächste wichtige Marke liegt bei 81.000 Dollar

Auch On-Chain-Daten deuten auf steigenden Verkaufsdruck hin: CryptoQuant registrierte bei kurzfristigen Bitcoin-Haltern an einem Tageshoch Überweisungen von mehr als 50.000 BTC an Börsen. Für einen ausgewiesenen 24-Stunden-Zeitraum nennt der Bericht 45.600 BTC; darunter seien 24.900 BTC mit Verlust transferiert worden. Diese Werte beziehen sich auf unterschiedliche Messpunkte. Börseneinzahlungen können Verkaufsabsichten signalisieren, bedeuten aber nicht automatisch, dass die Coins sofort verkauft werden.

Glassnode identifizierte auf dem Binance-Spot-Orderbuch eine Konzentration sichtbarer Kauforders zwischen 81.000 und 81.250 Dollar. Eine solche Kaufzone ist keine feste Unterstützung: Orders können zurückgezogen oder durch anhaltende Verkäufe übertroffen werden. Die Derivateanalyse des Unternehmens wies außerdem auf Liquidationslevels zwischen 81.700 und 83.300 Dollar sowie einen weiteren größeren Cluster nahe 75.000 Dollar hin.

Für Anleger ist daher entscheidend, ob sich Nachfrage im Bereich um 81.000 Dollar hält oder Bitcoin darunter nachhaltig nachgibt. Ein Bruch würde den Blick auf tiefere Liquidationszonen lenken, ist aber für sich genommen keine sichere Prognose weiterer Verluste. Die zuvor genannten Liquidationswerte zeigen vor allem, wie schnell sich Hebelpositionen in zusätzlichen Verkaufsdruck verwandeln können.

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Patrick Krauss
Patrick Krauss
Krypto-Analyst & Review-Faktenchecker

Patrick Krauss ist Krypto-Analyst und Autor bei 99Bitcoins und verantwortlich für das Faktenchecking von Krypto-Börsen- und Broker-Reviews. Er prüft sämtliche Inhalte auf fachliche Richtigkeit, Aktualität und Nachvollziehbarkeit und stellt sicher, dass Angaben zu Gebühren, Handelsbedingungen, Regulierung, Sicherheitsstandards und Risikohinweisen korrekt... Mehr lesen

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