Bitcoin Core hat mit Version 32.0rc1 eine Vorabversion veröffentlicht, die mehrere Standard-Schnittstellen für Wallets und angeschlossene Dienste verändert. Laut CryptoSlate handelt es sich dabei ausdrücklich noch nicht um ein fertiges Produktions-Update, doch der offizielle Zeitplan nennt den 10. Oktober als Zieltermin für den finalen Tag. Bis dahin läuft für Node-Betreiber, Wallet-Anbieter und angebundene Dienste ein enges Testfenster, in dem sich Kompatibilitätsprobleme zeigen können.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Bitcoin Core v32.0rc1 ist eine Vorabversion; der finale Tag ist laut Release-Fahrplan für den 10. Oktober 2026 anvisiert.
  • Vier RPCs stellen künftig standardmäßig auf PSBTv2 um, was Wallet-Parser und Signaturprozesse direkt betrifft.
  • Die kombinierte Gebührenschätzung kann fehlschlagen, wenn einer von zwei zugrunde liegenden Schätzern ausfällt.
  • Ein Downgrade nach dem Update kann einen stundenlangen Neuaufbau der Transaktions-Index-Datenbank erzwingen.

Was sich für Wallets und Dienste ändert

Der Kern des Updates betrifft vier RPC-Schnittstellen, die künftig standardmäßig auf das PSBTv2-Format zurückgreifen. Für Anbieter, die Transaktionen im PSBT-Format erstellen, konvertieren oder deren Gebühren nachträglich anheben, bedeutet das: Sie müssen diese Transaktionen konsequent durch ihre eigenen Parser und Signiersysteme verfolgen, bevor die Änderung produktiv wird. Zusätzlich entfernen andere Schnittstellen veraltete Felder oder lehnen Argumente ab, die ältere Versionen bislang toleriert haben.

Auch die Gebührenschätzung ändert sich strukturell. Der Standardpfad estimatesmartfee kombiniert künftig einen blockbasierten mit einem mempool-basierten Schätzer, kann dadurch niedrigere Werte liefern und einen Fehler auslösen, wenn eine der beiden Komponenten ausfällt. Wer Wallet-Funktionen in Apps integriert – etwa im Kontext neuer App-Funktionen unter MiCAR-Vorgaben oder direkt in Banking-Apps wie bei Sparkassen –, sollte diese Fehlerpfade gezielt testen.

Hinzu kommt eine Überarbeitung des HTTP-Servers: Ein Header-Limit von 8.192 Byte, strengere Behandlung fehlerhafter Header, eine Standardobergrenze von 16 RPC-Verbindungen, neue REST-Cache-Kontrollen und die sofortige Trennung nicht autorisierter Client-Adressen. Diese Änderungen können sich in Reverse-Proxys, Health-Checks, Client-Pools und Fehlerbehandlungsroutinen bemerkbar machen, ohne dass sie auf den ersten Blick mit dem Bitcoin-Core-Update in Verbindung gebracht werden.

Warum die Release-Candidate-Phase wichtig ist

Der Kandidat wurde am 14. September mit einer verifizierten Signatur versehen, während der finale Tag laut dem Release-Fahrplan auf GitHub weiterhin nur ein Ziel bleibt. Wichtig ist dabei: Das Update signalisiert keine neue Konsensregel-Aktivierung. Eine Änderung im Umgang mit Signalisierungs-Bits und Warnmeldungen zu unbekannten Deployments ist zwar an den Entwurf BIP 323 gekoppelt, dieser trägt jedoch weiterhin den Status „Draft“.

Auf der Performance-Seite bringt der Kandidat paralleles Prefetching von Transaction Outputs beim Verbinden von Blöcken, standardmäßig mit acht parallelen Prozessen, skalierbar bis 16 und vollständig deaktivierbar. Deutlich heikler ist die Frage des Rollbacks: Ein neu aufgebauter Transaktionsindex benötigt weniger als die Hälfte des bisherigen Speicherplatzes, kann von älteren Versionen aber nicht mehr gelesen werden. Ein Downgrade würde also einen weiteren, stundenlangen Neuaufbau erzwingen.

Worauf Wallet-Anbieter und Nutzer jetzt achten sollten

Für Teams, die PSBT-Workflows betreiben, bleibt bis zum geplanten Tag am 10. Oktober die praktische Arbeit: Erstellung, Konvertierung und Fee-Bumping von Transaktionen müssen durch die eigenen Parser und Signiersysteme laufen, bevor der neue Standard produktiv geht. Ebenso sollten Betreiber die Gebührenschätzung unter Startbedingungen und bei dünner oder instabiler Mempool-Lage prüfen, inklusive funktionierender Fallbacks auf explizite Blockpolitik-Werte.

Wer eigene Infrastruktur betreibt, sollte zusätzlich die neuen HTTP-Grenzwerte, das RPC-Verbindungslimit sowie Reverse-Proxys und Health-Checks gegen die geänderten Vorgaben testen. Datenschutzorientierte Betreiber sind gut beraten, die Fehlerpfade rund um den Tor-Fallback, die Warteschlange mit 10.000 Einträgen, das Limit von 1.000 Versuchen und das Relay-Verhalten unter Last nachzustellen. Angesichts laufender Diskussionen um Phishing-Risiken bei Hardware-Wallets ist gerade in dieser Testphase erhöhte Sorgfalt bei Wallet-Updates und Recovery-Prozessen angebracht, bevor der finale Tag gesetzt wird.

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Patrick Krauss
Patrick Krauss
Krypto-Analyst & Review-Faktenchecker

Patrick Krauss ist Krypto-Analyst und Autor bei 99Bitcoins und verantwortlich für das Faktenchecking von Krypto-Börsen- und Broker-Reviews. Er prüft sämtliche Inhalte auf fachliche Richtigkeit, Aktualität und Nachvollziehbarkeit und stellt sicher, dass Angaben zu Gebühren, Handelsbedingungen, Regulierung, Sicherheitsstandards und Risikohinweisen korrekt... Mehr lesen

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