Nahezu jeder Bankenverband der USA hat sich gegen ein zentrales Merkmal moderner Stablecoin-Produkte positioniert. 77 staatliche Bankenverbände schickten am 10. September einen Brief an die Führung des US-Senats und forderten Änderungen am CLARITY Act, die Rewards für das bloße Halten von Stablecoins faktisch verbieten würden. Getroffen werden soll damit vor allem das USDC-Rewards-Programm von Coinbase, das Nutzer für das reine Halten des dollargebundenen Stablecoins vergütet.

Das Wichtigste im Überblick:

  • 77 US-Bankenverbände fordern per Brief vom 10. September Änderungen am CLARITY Act
  • Ziel sind Rewards, die an Stablecoin-Guthaben oder Haltedauer gekoppelt sind – laut Quelle vor allem Coinbases USDC-Programm
  • Konkret sollen Section 10404(c)(1) geändert und Subsection 10404(3)(B) gestrichen werden
  • Der Senat nähert sich laut Quelle einer Cloture-Abstimmung, was das Zeitfenster für Änderungen verengt

Was die Bankenlobby konkret ändern will

Die Koalition aus 77 Verbänden wird von der American Bankers Association (ABA) und der Independent Community Bankers of America (ICBA) unterstützt. Ihr Brief zielt auf zwei konkrete Textstellen: Section 10404(c)(1) soll geändert, Subsection 10404(3)(B) komplett gestrichen werden.

In der aktuellen Fassung lässt der Gesetzestext offenbar Raum für sogenannte aktivitätsbasierte Rewards – Vergütungen, die laut den Bankenverbänden faktisch wie Zinszahlungen funktionieren, ohne formal als solche zu gelten. Genau diese Lücke wollen die Verbände schließen. Ihre Begründung: Wandern Einlagen von traditionellen Banken zu Stablecoin-Produkten ab, könnte das die Kreditvergabe für Hypotheken und Kleinunternehmen einschränken, ein Kerngeschäft gerade kleinerer Institute.

Der Vorstoß ist kein Einzelfall. Bereits im Juli 2026 hatten 76 staatliche Verbände einen fast identischen Brief verschickt. Dass die Zahl im September auf 77 gestiegen ist, deutet darauf hin, dass die Kampagne an Momentum gewinnt statt zu verlieren, wie mehr Banken über die Rolle von Stablecoins in der Einlagenkonkurrenz diskutieren, zeigt auch der Beitrag zu Banken und Dollar-Stablecoins bis 2027.

Der CLARITY Act und die Systemfrage zwischen Banken und Krypto

Der Senate Banking Committee brachte den CLARITY Act im Mai 2026 mit einer parteiübergreifenden Mehrheit von 15 zu 9 Stimmen auf den Weg. Laut der Primärquelle nähert sich der Senat inzwischen einer Cloture-Abstimmung, wodurch das Zeitfenster für weitere Änderungen enger wird. Details zum weiteren Verfahren im Senat fasst unser Überblick zur CLARITY-Act-Abstimmung zusammen.

Der Kern des Streits ist philosophischer Natur. Bankenverbände sehen Stablecoins primär als Transaktionsmittel, digitales Bargeld für schnelle und günstige Geldbewegungen. Sie sollen nach dieser Lesart nicht als Wertaufbewahrungsprodukte auftreten, die mit klassischen Sparkonten konkurrieren.

Community Banks, von denen es in den USA Tausende gibt, finanzieren ihre Kreditvergabe traditionell über lokale Einlagen. Setzen sich balance- oder zeitbasierte Rewards für Stablecoins durch, müssten Emittenten und Plattformen andere Anreize zum Halten finden, oder Nutzer wandern zumindest teilweise zurück zu FDIC-versicherten Bankprodukten mit klassischer Verzinsung.

Was jetzt zu beobachten ist

Der nächste relevante Termin ist die vom Senat angekündigte Cloture-Abstimmung, deren genaues Datum die Primärquelle nicht nennt. Ob Section 10404(c)(1) tatsächlich geändert und Subsection 10404(3)(B) gestrichen wird, entscheidet direkt darüber, wie viel Spielraum Stablecoin-Emittenten künftig für Rewards-Programme behalten.

Für Anleger, die USDC-Rewards oder ähnliche Produkte nutzen, lohnt sich ein Blick auf die aufsichtsrechtliche Debatte insgesamt, wie sie etwa im Fall der OCC-Genehmigung für OpenReserve Bank sichtbar wird. Die Ausweitung der Koalition von 76 auf 77 Verbände signalisiert laut der Quelle anhaltenden Druck aus dem Bankensektor, weniger einen Rückzug.

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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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