Trezor hat Kunden vor einer Phishing-Kampagne gewarnt, die nach einem Einbruch bei einem E-Mail-Dienstleister des Unternehmens begonnen hat. Die Angreifer verschickten betrügerische Sicherheitsmitteilungen über eine legitime, mit Trezor verbundene Domain und zielten dabei gezielt auf die Recovery-Phrases der Nutzer.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Trezor warnt vor Phishing-Mails nach Einbruch bei einem E-Mail-Dienstleister
  • Gefälschte Warnung zu angeblicher „STM32 Entropy Vulnerability“ zielt auf Recovery-Phrasen
  • Die für die Kampagne genutzte Domain wurde laut Trezor abgeschaltet
  • Laut Coin Bureau bereits dritter Vendor-Breach in Trezors Umfeld innerhalb weniger Wochen

Gefälschte Warnung vor angeblicher STM32-Schwachstelle

Die betrügerischen E-Mails trugen den Betreff „Critical Security Alert: STM32 Entropy Vulnerability“ und behaupteten eine kritische Schwachstelle in der Zufallszahlengenerierung der Hardware-Wallets. Trezor bestätigte, dass diese Warnung frei erfunden ist, und teilte mit, dass die für die Kampagne genutzte Domain mittlerweile abgeschaltet wurde.

Problematisch war vor allem die Herkunft der Nachrichten: Sie liefen über eine tatsächlich mit Trezor verbundene E-Mail-Infrastruktur, was sie deutlich glaubwürdiger wirken ließ als klassische gefälschte Absender. Das erhöht laut Trezor das Risiko, dass Nutzer auf eingebettete Links klicken oder sensible Wallet-Informationen preisgeben. Eine echte Sicherheitswarnung, die zur Eingabe oder Weitergabe der Recovery-Phrase auffordert, existiert nicht.

Dritter Vorfall im Umfeld von Trezor-Partnern

Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Sicherheitsproblemen bei Drittanbietern ein, die mit Trezor verbunden sind. Zuvor hatte ein Einbruch im Trezor-Support-Portal Informationen zu rund 66.000 Nutzern offengelegt, wie unsere Einordnung zur Trezor-Datenpanne beschreibt. Bei einem separaten Vorfall beim Logistikpartner ShipMonk wurden zudem die Privatadressen von mehr als 80.000 Kunden offengelegt.

Selbst wenn die Kernsysteme der Wallets dabei nicht direkt kompromittiert wurden, können über Drittanbieter erbeutete Daten genutzt werden, um überzeugendere Phishing-Kampagnen zu konstruieren. Genau dieses Muster zeigt sich auch bei der aktuellen Kampagne mit der gefälschten STM32-Warnung.

Coin Bureau spricht von drittem Vendor-Breach in vier Wochen

Laut Coin Bureau handelt es sich bei dem aktuellen Vorfall bereits um den dritten Einbruch bei einem Trezor-verbundenen Dienstleister innerhalb von vier Wochen. Diese Einschätzung stammt von der Analyseplattform selbst und wurde von Trezor nicht im Detail kommentiert.

Sie verweist dennoch auf ein wiederkehrendes Muster: Nicht die Wallet-Hardware selbst, sondern die umliegende Dienstleister-Infrastruktur – E-Mail-Versand, Support-Portale, Logistik – wird zum wiederholten Einfallstor für Angreifer, die auf die Kontaktdaten und das Vertrauen der Kunden abzielen.

Was Trezor-Nutzer jetzt beachten sollten

  • Links meiden: Unaufgeforderte Sicherheitsmails mit Handlungsaufforderung sollten nicht angeklickt werden.
  • Offizielle Kanäle prüfen: Warnungen lassen sich ausschließlich über die offiziellen Trezor-Kommunikationskanäle verifizieren.
  • Recovery-Phrase niemals preisgeben: Weder per E-Mail noch auf einer Website sollte die Recovery-Phrase eingegeben werden.
  • Support-Anfragen hinterfragen: Legitimes Support-Personal verlangt niemals die Herausgabe der Recovery-Phrase.

Trezor kündigte an, den Einbruch beim E-Mail-Provider zu untersuchen und zu prüfen, ob weitere Kundendaten oder Kommunikationsinfrastruktur betroffen sind. Wer generell wissen möchte, wie Behörden vor Identitätsmissbrauch bei Krypto-Angeboten warnen, findet ergänzende Hinweise in unserem Beitrag zur BaFin-Warnung vor Operation Hope.

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Patrick Krauss
Patrick Krauss
Krypto-Analyst & Review-Faktenchecker

Patrick Krauss ist Krypto-Analyst und Autor bei 99Bitcoins und verantwortlich für das Faktenchecking von Krypto-Börsen- und Broker-Reviews. Er prüft sämtliche Inhalte auf fachliche Richtigkeit, Aktualität und Nachvollziehbarkeit und stellt sicher, dass Angaben zu Gebühren, Handelsbedingungen, Regulierung, Sicherheitsstandards und Risikohinweisen korrekt... Mehr lesen

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