Hyperliquid rutschte innerhalb einer Woche vom Allzeithoch bei 89,60 US-Dollar auf 79,40 US-Dollar ab. Das entspricht einem Rückgang von 11 Prozent. Der Relative-Stärke-Index (RSI), ein Indikator für überkaufte oder überverkaufte Marktphasen, lag am Tag des Hochs nahe 80 und deutete damit auf eine kurzfristig angespannte Marktlage hin. Zugleich hat sich die Zone um 90 Dollar bislang als Widerstand erwiesen. Für HYPE-Anleger rückt damit die Frage in den Mittelpunkt, ob der Kurs diese Marke erneut testen kann oder ob die laufende Korrektur zunächst anhält.

HYPE und die 90-Dollar-Marke: aktueller Marktüberblick

Laut Coinbase notierte HYPE am 13. September bei 79,40 US-Dollar und damit rund 9 Prozent unter dem Wochenwert. Das Open Interest, also die Summe aller offenen Derivate-Positionen, hatte sich auf 14,3 Milliarden US-Dollar erholt. Damit näherte es sich dem Niveau vor dem Crash im Oktober 2025 an. Ein hohes Open Interest zeigt, dass im Derivatemarkt weiterhin umfangreiche Positionen bestehen, erhöht aber zugleich die Bedeutung kurzfristiger Kursbewegungen.

Coinbase begann Mitte August damit, Nutzer der Base-App über Hyperliquid zu leiten. Dies erweiterte laut der vorliegenden Ausgangslage die Reichweite der Plattform. Zusätzlich meldete CoinMarketCap für den 8. September einen Rückkauf und Burn von HYPE im Wert von rund 1,32 Millionen US-Dollar. Dieser Mechanismus verknüpft den Token-Wert mit der Handelsaktivität des Protokolls.

Auf der Kursseite bleibt die Angebotszone zwischen 84 und 90 Dollar entscheidend. Dort zeigten sich wiederholt Ablehnungssignale. Der Abstand zwischen dem aktuellen Niveau von 79,40 Dollar und dieser Widerstandszone macht deutlich, dass HYPE zunächst wieder an Boden gewinnen müsste, bevor ein nachhaltiger Ausbruch zur Diskussion steht.

RSI, Token-Unlock und Kursstruktur im Check

Der RSI lag nach dem Allzeithoch nahe 80. Ein solcher Wert wird üblicherweise als Hinweis auf eine überkaufte und damit kurzfristig überdehnte Marktlage gelesen. Für sich allein liefert der Indikator keine sichere Prognose, er unterstreicht jedoch, dass die vorangegangene Aufwärtsbewegung bereits weit fortgeschritten war.

Parallel dazu wurden am 6. September 9,92 Millionen HYPE-Token für das Kernteam freigeschaltet. Der nominale Gegenwert lag bei rund 800 Millionen US-Dollar. Laut CryptoTicker wurden vom März-Unlock bislang nur 1,75 Prozent tatsächlich beansprucht. Das spricht dafür, dass eine Freischaltung nicht automatisch bedeutet, dass sämtliche Token unmittelbar auf den Markt gelangen.

Für die kurzfristige Chartstruktur bleibt die Zone zwischen 78 und 80 Dollar die zentrale Unterstützung. Sie liegt nahe dem aktuellen Kursniveau und könnte für die weitere Richtung maßgeblich sein. Hält dieser Bereich, wäre ein erneuter Anlauf auf die darüberliegenden Widerstände denkbar. Ein klarer Rückfall darunter würde dagegen die Korrekturbewegung in den Vordergrund rücken. Hinzu kommt die FOMC-Entscheidung am 16. September als weiterer kurzfristiger Unsicherheitsfaktor.

Bullisches Szenario für HYPE

Nach Einschätzung der Primärquelle gehört Hyperliquid weiterhin zu den stärksten Altcoins des Jahres 2026. Als Stützen dieser Einschätzung gelten die Protokoll-Burns und das wieder auf 14,3 Milliarden US-Dollar gestiegene Open Interest. Auch die Weiterleitung von Base-App-Nutzern über Hyperliquid erweitert die Reichweite der Plattform.

Unsere redaktionelle Einschätzung für das bullische Szenario lautet: HYPE müsste die Widerstandszone zwischen 84 und 90 Dollar zurückerobern und anschließend oberhalb von 90 Dollar schließen. Ein solcher Ausbruch wäre ein technisches Signal dafür, dass die Käufer die zuvor beobachteten Ablehnungen überwinden. Die Marke von 90 Dollar bleibt deshalb der entscheidende Bestätigungspunkt für die Aufwärts-These.

Die positiven Faktoren stehen jedoch nicht isoliert. Protokoll-Burns, Plattformreichweite und Derivateaktivität können die Marktstory stützen, ersetzen aber keine Bestätigung durch den Kursverlauf. Entscheidend bleibt, ob sich Nachfrage oberhalb der bekannten Widerstandszone dauerhaft behaupten kann.

Risiken und Rücksetzer-Szenario

Gegen eine unmittelbare Fortsetzung der Aufwärtsbewegung sprechen mehrere Faktoren. HYPE lag bereits 11 Prozent unter dem Allzeithoch, während der RSI am Hochpunkt eine überdehnte Marktlage anzeigte. Zudem fiel die Freischaltung von 9,92 Millionen Token auf den Tag des Allzeithochs. Auch wenn nicht jeder freigeschaltete Token sofort Verkaufsdruck erzeugt, bleibt der Unlock ein Faktor, den der Markt berücksichtigen kann.

Die FOMC-Entscheidung am 16. September fügt dem Setup eine weitere Variable hinzu. Unsere redaktionelle Einschätzung für das Rücksetzer-Szenario ist daher: Scheitert HYPE erneut in der Zone um 90 Dollar oder fällt unter die Unterstützung zwischen 78 und 80 Dollar, könnte sich die laufende Korrektur fortsetzen. Die Unterstützung und der Widerstand markieren damit die wichtigsten Orientierungsbereiche.

Ausblick und Urteil

Kurzfristig stehen sich bei HYPE zwei Kräfte gegenüber. Auf der einen Seite sprechen der Rückgang vom Allzeithoch, der zuvor hohe RSI, der frische Token-Unlock und der anstehende Fed-Termin für eine erhöhte Rückschlaggefahr. Auf der anderen Seite stehen das auf 14,3 Milliarden US-Dollar erholte Open Interest, die laufenden Protokoll-Burns und die erweiterte Reichweite durch die Base-App-Weiterleitung.

Unsere redaktionelle Prognose bleibt deshalb an klare Kursmarken gebunden: Die Zone zwischen 78 und 80 Dollar ist die zentrale Unterstützung, während 84 bis 90 Dollar den maßgeblichen Widerstand bilden. Erst ein bestätigter Schlusskurs oberhalb von 90 Dollar würde die bullische These technisch untermauern. Bis dahin ist ein Handel innerhalb dieser Spanne das naheliegende Szenario, wobei die FOMC-Entscheidung zusätzliche Schwankungen auslösen kann.

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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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