Blast stellt seinen Ethereum-Layer-2-Betrieb ein, weil die Kosten laut Team inzwischen höher sind als die Einnahmen. Nutzer sollen ihre Vermögenswerte bis zum 26. Oktober 2026 über die reguläre Blast-Oberfläche auf das Ethereum-Mainnet abziehen; während eines Teils der Abwicklung werden Auszahlungen vorübergehend pausieren.
Das Wichtigste im Überblick:
- Blast beendet den Betrieb, weil die Kosten laut Team die Einnahmen übersteigen.
- Bis zum 26. Oktober 2026 ist der Abzug über die normale Blast-Oberfläche vorgesehen.
- Nach einer vorübergehenden Pause sollen Auszahlungen mit einer Verzögerung von 24 Stunden wieder möglich sein.
- Danach bleiben Guthaben über Ethereum-Bridge-Contracts erreichbar; Blast will dafür Anweisungen veröffentlichen.
So läuft die Abwicklung für Blast-Nutzer
Die Aufforderung zum Abzug umfasst sowohl Vermögenswerte im Netzwerk als auch Guthaben in der Blast-PWA, der progressiven Web-App des Projekts. Als Ziel nennt Blast das Ethereum-Mainnet. Wer den regulären Weg nutzen will, muss den Abzug bis zum 26. Oktober 2026 über die gewohnte Benutzeroberfläche veranlassen.
Zuvor will das Team seine Vermögenswerte aus Lido abziehen. Dieser Schritt soll ungefähr eine Woche dauern; währenddessen sind Auszahlungen für Nutzer vorübergehend nicht verfügbar. Blast plant außerdem, die Auszahlungsverzögerung auf 24 Stunden zu verkürzen. Die kürzere Frist bedeutet jedoch nicht, dass Auszahlungen während der Lido-Abwicklung möglich sind.
Nach Abschluss dieses Vorgangs sollen Auszahlungen mit der neuen Verzögerung wieder aufgenommen werden. Ein genaues Datum für die Wiederaufnahme nennt der vorliegende Stilllegungsplan nicht. Auch nach dem 26. Oktober bleiben Guthaben laut Blast abziehbar, allerdings nur noch durch direkte Interaktion mit den Bridge-Contracts auf Ethereum. Das Team kündigt dafür Anweisungen vor Ablauf der Frist an. Die Entwicklung technischer Lösungen bei anderen Ethereum-Layer-2-Netzwerken zeigt, wie unterschiedlich sich diese Systeme weiterentwickeln können; sie ändert aber nichts an Blasts konkretem Abzugszeitplan.
Warum Blast die Chain aufgibt
In seiner Mitteilung vom 2. Oktober erklärte das Blast-Team, dass der Betrieb der Chain mehr koste, als sie einbringe. Es sehe keinen glaubwürdigen Weg, das Netzwerk wirtschaftlich nachhaltig zu betreiben, und habe deshalb die Entscheidung zur Abwicklung getroffen. Für Nutzer ist damit vor allem der Zeitplan entscheidend: Die angekündigte Pause und die anschließende 24-Stunden-Verzögerung sind zwei getrennte Schritte, nicht ein durchgehender Auszahlungszeitraum.
Blast wurde im November 2023 vom Team hinter dem NFT-Marktplatz Blur gestartet. Das Projekt warb mit automatischem Yield auf ETH- und Stablecoin-Guthaben. Noch vor dem Start des Mainnets zahlten Nutzer mehr als 1,1 Milliarden US-Dollar ein; bis zum Mainnet-Start im Februar 2024 waren laut der Berichterstattung von Decrypt mehr als 2,3 Milliarden US-Dollar in der Bridge eingeschlossen.
Der weitere Verlauf verlief nicht ohne Probleme. Nach dem Dencun-Upgrade von Ethereum stellte Blast im März 2024 kurzzeitig die Blockproduktion ein. Beim Airdrop im Juni 2024 reservierte das Projekt BLAST-Token im Wert von 354 Millionen US-Dollar für Nutzer. Zu diesem Zeitpunkt war der Total Value Locked (TVL), also der in den Protokollen gebundene Wert, bereits um etwa 30 Prozent gegenüber seinem Höchststand gesunken.
Blast steht mit seiner Abwicklung nicht allein. Decrypt nennt auch Zero Network und Silicon Network als Ethereum-Layer-2-Projekte, die 2026 ihren Betrieb zurückfahren oder einstellen. Während einzelne Netzwerke um tragfähige Einnahmen ringen, bleibt die wirtschaftliche Nachhaltigkeit ein zentrales Kriterium für ihre Zukunft. Die Entwicklung von Einnahmen bei konkurrierenden Layer-2-Projekten wie Arbitrum verdeutlicht, warum dieses Thema für die Bewertung solcher Netzwerke relevant ist.
BLAST-Kursreaktion und nächste Schritte
CryptoSlate berichtete nach der Stilllegungsankündigung vom 2. Oktober über einen Rückgang des BLAST-Kurses um rund 40 Prozent innerhalb von 24 Stunden. Diese kurzfristige Marktreaktion ist kein Hinweis darauf, wie sich der Token künftig entwickeln wird. Für betroffene Nutzer steht unabhängig davon zunächst der sichere Zugang zu ihren Guthaben im Vordergrund.

Der nächste wichtige Informationspunkt sind die angekündigten Hinweise zur direkten Nutzung der Ethereum-Bridge-Contracts. Bis dahin sollten Nutzer den Status der Auszahlungen und die Mitteilungen des Projekts verfolgen, insbesondere während Blast seine Lido-Vermögenswerte abwickelt. Wer die reguläre Blast-Oberfläche nutzen möchte, sollte die Frist am 26. Oktober 2026 einplanen, statt auf den späteren Zugriff über die Bridge zu setzen.
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