Zano hat seine wiederhergestellte Blockchain nach einer Schwachstelle bei Gateway Addresses bei Block 3.833.000 neu gestartet. Dadurch fehlt auf der neuen Chain ungefähr ein Monat zuvor bestätigter Transaktionen; zugleich ist der angekündigte Finanzierungsplan für betroffene Nutzer noch keine Garantie für eine vollständige Entschädigung.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Der Neustart erfolgte bei Block 3.833.000; Transaktionen nach diesem Stand fehlen auf der wiederhergestellten Chain.
  • Die Schwachstelle ermöglichte laut Zano-Team die Ausgabe nicht autorisierter ZANO und Freedom Dollar (fUSD).
  • Anspruchsregeln, mögliche Erstattungsbeträge und ein Zeitplan sind noch nicht veröffentlicht.

Zano startet Blockchain nach Gateway-Address-Schwachstelle neu

Die Notfallveröffentlichung des Teams setzte die Chain am 27. September 2026 auf Block 3.833.000 zurück. Laut Veröffentlichung entspricht dieser Stand dem 26. August um 15:50 Uhr UTC. Alle Transaktionen, die nach diesem Zeitpunkt auf der vorherigen Chain erfasst wurden, sind in der wiederhergestellten Version nicht enthalten.

Auslöser war eine Schwachstelle in den sogenannten Gateway Addresses. Nach Angaben des Zano-Teams konnten darüber nicht autorisierte Mengen des nativen Tokens ZANO und des auf Zano betriebenen Freedom Dollar (fUSD) in Umlauf gelangen. Der Rollback sollte diese Ausgabe eindämmen, verwirft dabei aber auch legitime Transaktionen aus dem betroffenen Zeitraum.

Für die Aufarbeitung will das Team auf den Entwicklerfonds, persönliche Mittel von Teammitgliedern und zugesagte Beiträge aus der Community zurückgreifen. Wie hoch diese Finanzierung ausfällt und welche Verluste damit abgedeckt werden können, ist nicht bekannt. Auch Anspruchsvoraussetzungen, ein konkretes Verfahren und ein Auszahlungstermin stehen noch aus; die angekündigten Mittel sind daher nicht mit einer Zusage gleichzusetzen, jeden Schaden zu ersetzen.

Das Team erklärt, dass Angebot und Emission von ZANO unverändert bleiben. Der Vorfall zeigt zugleich, dass ein Rollback nicht nur den Exploit betrifft, sondern auch die Transaktionshistorie und damit die Nachvollziehbarkeit von Zahlungen. Ähnliche Eingriffe nach Sicherheitsvorfällen haben auch bei anderen Netzwerken Fragen zu verworfenen Blöcken und Vertrauen aufgeworfen, etwa beim Cronos-Rollback nach dem Tectonic-Exploit.

Was der Rollback für Nutzer und Zahlungen bedeutet

Der Eingriff ist umfangreicher als eine kurze Reorganisation, bei der ein Netzwerk vorübergehend konkurrierende Blöcke durch eine alternative Kette ersetzt. Bei Zano wurde die Chain auf einen rund einen Monat älteren Stand zurückgesetzt. Eine Blockchain-Reorganisation kann zwar ebenfalls vorübergehend beeinflussen, welche Transaktionen als bestätigt gelten; hier fehlen jedoch sämtliche nach dem festgelegten Wiederanlaufpunkt aufgezeichneten Vorgänge auf der wiederhergestellten Chain.

Nach Angaben des Teams wurden weder die privaten Schlüssel zum Ausgeben von Wallet-Guthaben noch die Privatsphäre gewöhnlicher Transaktionen kompromittiert. Eine vollständige technische Nachanalyse der Gateway-Address-Schwachstelle liegt allerdings noch nicht vor. Die bisherige Einordnung beschreibt deshalb den gemeldeten Umfang des Vorfalls, nicht dessen abschließende technische Aufarbeitung.

Zahlungen, die bereits auf anderen Netzwerken abgewickelt wurden, kann der Zano-Rollback nicht rückgängig machen. Das ist insbesondere bei einem Tausch relevant, bei dem eine Seite über Zano und die Gegenleistung beispielsweise in USDT oder DAI auf einer separaten Blockchain übertragen wurde. Nutzer sollten den endgültigen Status einer Zahlung auf der wiederhergestellten Chain prüfen, bevor sie einen Vorgang erneut auslösen.

Ansprüche und Umstellung der Dienste bleiben offen

Betroffene Nutzer müssen laut Team derzeit noch keinen Erstattungsantrag stellen. Ein verifiziertes Konto im Zano-Forum verwies darauf, dass noch kein Claims-Verfahren aktiv sei, und empfahl, Transaktions-IDs sowie Handels- und Börsenbelege aufzubewahren. Über ein Support-Ticket können Nutzer ihren Fall dokumentieren; eine Vorabgenehmigung möglicher Ansprüche ist vor Veröffentlichung der Regeln jedoch nicht möglich.

Zano will die konkreten Anweisungen nach Abstimmung mit Partnern und Gegenparteien veröffentlichen. Erst dann dürfte feststehen, welche Nachweise anerkannt werden und ob die verfügbaren Mittel ausreichen, um geltend gemachte Verluste abzudecken. Bis dahin sollten Nutzer Belege sichern, ihre Wallets aktualisieren und den Status von Zahlungen sorgfältig prüfen.

Auch Börsen, Wallet-Anbieter und Zahlungsdienste müssen die wiederhergestellte Chain jeweils selbst übernehmen und den Abschluss ihrer Umstellung bekanntgeben. Das Team hat weitere Informationen zu Wallets und Diensten sowie eine technische Nachanalyse der Schwachstelle angekündigt. Vor einer Überweisung sollten Nutzer daher prüfen, ob der jeweilige Anbieter bereits auf die neue Chain gewechselt ist.

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Patrick Krauss
Patrick Krauss
Krypto-Analyst & Review-Faktenchecker

Patrick Krauss ist Krypto-Analyst und Autor bei 99Bitcoins und verantwortlich für das Faktenchecking von Krypto-Börsen- und Broker-Reviews. Er prüft sämtliche Inhalte auf fachliche Richtigkeit, Aktualität und Nachvollziehbarkeit und stellt sicher, dass Angaben zu Gebühren, Handelsbedingungen, Regulierung, Sicherheitsstandards und Risikohinweisen korrekt... Mehr lesen

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