Ethereum bleibt auch Mitte August klar unter Druck. Aktuell notiert ETH bei rund 1.900 US-Dollar und hat damit innerhalb eines Jahres fast 60 Prozent seines Werts verloren. Vom früheren Allzeithoch ist die zweitgrößte Kryptowährung sogar deutlich mehr als 70 Prozent entfernt. Auch kurzfristig fehlt bislang die überzeugende Stärke:

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Mehrere Versuche, die psychologisch wichtige Marke von 2.000 US-Dollar nachhaltig zurückzuerobern, scheiterten zuletzt. Dennoch könnte sich im Hintergrund langsam eine interessantere Ausgangslage entwickeln. Denn während der Kurs weiterhin Schwäche zeigt, verbessert sich zumindest ein wichtiger fundamentaler Faktor deutlich: Das Ethereum-Netzwerk verzeichnet aktuell einen kräftigen Anstieg neuer Adressen. Was sagt uns die neue Ethereum Prognose?

Das Wichtigste im Überblick:

  • Ethereum verlor binnen eines Jahres fast 60 Prozent seines Werts.
  • Neue ETH-Adressen steigen stark und signalisieren zunehmendes Netzwerkinteresse.
  • Börsenbestände sinken und könnten das verfügbare Ethereum-Angebot weiter verknappen.
  • Fundamentale Stärke und schwacher Kurs schaffen potenziell antizyklische Chancen.

Ethereum-Netzwerk wächst plötzlich deutlich schneller

Ein interessantes Signal liefert aktuell insbesondere das Wachstum des Ethereum-Netzwerks. Laut aktuellen Daten, die der Analyst Ali Martinez unter Berufung auf Santiment hervorhebt, ist die Zahl neu erstellter Ethereum-Adressen innerhalb weniger Tage massiv gestiegen. Am 8. August wurden noch rund 121.210 neue ETH-Adressen registriert. Zuletzt waren es bereits etwa 212.560 pro Tag. Damit hat sich die Zahl der neuen Adressen innerhalb kürzester Zeit um rund 75 Prozent erhöht.

Diese Entwicklung ist deshalb interessant, weil neue Adressen zumindest auf ein wachsendes Interesse am Ethereum-Netzwerk hindeuten können. Steigt die Zahl neuer Marktteilnehmer beziehungsweise Wallets nachhaltig, spricht dies grundsätzlich für eine zunehmende Nutzung und potenziell auch eine breitere Adoption des Netzwerks. Gerade in einer Phase, in der der ETH-Kurs selbst weiterhin schwach aussieht, entsteht damit eine mögliche Divergenz zwischen fundamentaler Entwicklung und Preis.

Natürlich bedeutet ein einzelner On-Chain-Indikator noch keine unmittelbar bevorstehende Rallye. Neue Adressen können zudem unterschiedliche Ursachen haben und müssen nicht automatisch zusätzliche Kapitalzuflüsse bedeuten. Dennoch wurden Phasen kräftigen Netzwerk-Wachstums historisch immer wieder von stärkeren Kursbewegungen begleitet. Für Ethereum wäre deshalb entscheidend, ob sich der aktuelle Anstieg über mehrere Wochen fortsetzt. Gelingt gleichzeitig die nachhaltige Rückeroberung der Marke von 2.000 US-Dollar, könnte sich das technische und fundamentale Bild erstmals seit längerer Zeit wieder etwas konstruktiver entwickeln.

Diese Ethereum-Metrik mahnt allerdings weiterhin zur Vorsicht

Ein etwas vorsichtigeres Bild zeigt aktuell das Active Address Momentum von Glassnode. Die Kennzahl vergleicht die kurzfristige Entwicklung der aktiven Ethereum-Adressen mit ihrem langfristigen Durchschnitt. Besonders relevant sind dabei der 30-Tage-Durchschnitt und der 365-Tage-Durchschnitt. Noch Anfang 2026 schoss der kurzfristige Durchschnitt deutlich nach oben und signalisierte eine starke Beschleunigung der Netzwerkaktivität.

Vor rund drei Monaten kippte dieses Signal jedoch. Der 30-Tage-Durchschnitt fiel wieder unter den langfristigen 365-Tage-Trend und deutete damit auf eine erneute Kontraktion der Netzwerkaktivität hin. Seitdem hat sich das Wachstum aktiver Adressen deutlich abgeschwächt. Auch aktuell befindet sich der kurzfristige Durchschnitt weiterhin unter der langfristigen Trendlinie.

Damit entsteht ein gemischtes Bild: Zwar steigen zuletzt die neu erstellten Adressen kräftig, doch die breitere Aktivität bestehender und neuer Nutzer bestätigt diesen Impuls bislang noch nicht. Für ein nachhaltiges bullisches Signal müsste der 30-Tage-Durchschnitt wieder über den 365-Tage-Durchschnitt steigen und damit eine erneute Expansion der tatsächlichen Netzwerknutzung anzeigen.

Ethereum-Angebot auf Börsen sinkt – das spricht für Angebotsknappheit

Ein weiteres bullisches Signal zeigt sich aktuell bei den Ethereum-Beständen auf zentralisierten Börsen. Laut den von Leon Waidmann geteilten Glassnode-Daten ist der Anteil aller ETH, die auf Exchanges liegen, seit April von rund 14,0 auf 13,3 Prozent gefallen. Gleichzeitig entwickelte sich Bitcoin in die entgegengesetzte Richtung: Dort stieg der entsprechende Anteil von etwa 16,0 auf 16,6 Prozent.

Für Ethereum ist diese Entwicklung grundsätzlich positiv. Werden Coins von Börsen abgezogen, stehen sie kurzfristig nicht mehr unmittelbar für Verkäufe zur Verfügung. Das liquide Angebot nimmt damit ab. Häufig werden solche Abflüsse zudem als Hinweis darauf interpretiert, dass Anleger ihre ETH längerfristig halten, selbst verwahren oder innerhalb des Ökosystems einsetzen wollen.

Besonders spannend wird diese Entwicklung, falls die Nachfrage nach Ethereum wieder deutlich zunimmt. Trifft eine stärkere Kaufnachfrage auf ein gleichzeitig geringeres frei verfügbares Angebot, kann sich der Preisdruck nach oben verstärken. Im Extremfall wäre sogar eine Art Supply Squeeze denkbar. Dass Ethereum hier derzeit eine deutlich günstigere Angebotsdynamik als Bitcoin aufweist, stärkt zumindest fundamental das bullische Szenario.

Fazit: Fundamentale Entwicklung und ETH-Kurs laufen auseinander

Damit zeigt sich bei Ethereum derzeit eine interessante Diskrepanz. Auf der einen Seite bleibt der Kurs schwach und kämpft weiterhin mit der Marke von 2.000 US-Dollar. Auf der anderen Seite gibt es mehrere konstruktive fundamentale Signale: Neue Adressen nehmen deutlich zu und gleichzeitig sinkt das unmittelbar verfügbare ETH-Angebot auf Börsen.

Solche Divergenzen zwischen Kursentwicklung und fundamentaler beziehungsweise On-Chain-Aktivität waren in der Vergangenheit immer wieder interessante Phasen für antizyklische Anleger. Entscheidend bleibt allerdings, dass sich die positiven Trends nachhaltig fortsetzen und letztlich auch die breitere Netzwerkaktivität wieder stärker anzieht. Sollte das Ethereum-Ökosystem weiter wachsen, während der ETH-Kurs zunächst zurückbleibt, könnte sich daraus zunehmend eine attraktive Ausgangslage ergeben. Eine Rückkehr der Nachfrage könnte diese bestehende Diskrepanz schließlich wieder zugunsten des Kurses auflösen.


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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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