Bitcoin zeigte sich in der vergangenen Woche erneut von seiner starken Seite und konnte um mehr als fünf Prozent zulegen. Damit setzte sich die positive Kursentwicklung fort und der Kurs etablierte sich wieder klar oberhalb der Marke von 95.000 US-Dollar. Die Erholung sorgte für neue Zuversicht im Markt, zumal auch viele Altcoins von der verbesserten Stimmung profitierten. Bitcoin scheint den Ausbruch geschafft zu haben, Altcoins springen an.

Neben der Kursentwicklung gab es zudem zahlreiche spannende Entwicklungen im Krypto-Sektor. Die wichtigsten Ereignisse und Trends der letzten Woche fassen wir im folgenden 99b Weekly Crypto Check zusammen.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Der CLARITY Act geriet ins Stocken, nachdem Coinbase überraschend seine Unterstützung zurückzog.
  • Cathie Wood sieht Gold überbewertet und erwartet strukturelle Umschichtung zugunsten von Bitcoin.
  • BitMine investierte 200 Millionen Dollar in MrBeast und verbindet Krypto mit Creator-Ökonomie.
  • Ripple erhielt eine vorläufige EMI-Genehmigung und treibt EU-Expansion seiner Zahlungsinfrastruktur voran.
  • Die SEC beendete das Verfahren gegen Zcash und schuf neue regulatorische Planungssicherheit.
  • Ledger führte Bitcoin-Zinsen ein und machte BTC erstmals direkt aus Wallet produktiv.
  • Unternehmen akkumulierten weiter massiv Bitcoin und verschärften die strukturelle Angebotsknappheit deutlich.
  • Der NYC-Token von Eric Adams kollabierte nach Promotion und löste Rugpull-Vorwürfe aus.
  • BitGo startete seinen IPO-Prozess, während Kraken parallel einen SPAC-Börsengang vorbereitete.
  • Ermittlungen gegen Fed-Chef Powell verstärkten politische Unsicherheit und trieben den Goldpreis.

CLARITY Act gerät politisch ins Stocken

In den USA hat der CLARITY Act in der vergangenen Woche einen spürbaren Rückschlag erlitten. Eigentlich sollte im Senate Banking Committee über den Entwurf beraten und abgestimmt werden, doch kurz zuvor zog Coinbase überraschend seine Unterstützung zurück. CEO Brian Armstrong begründete den Schritt damit, dass der aktuelle Text aus seiner Sicht zu starke Einschränkungen für DeFi-Anwendungen, tokenisierte Aktien und Ertragsmodelle rund um Stablecoins vorsehe. Die Folge war eine kurzfristige Verschiebung des wichtigen Markup-Termins und neue Unsicherheit über den weiteren Zeitplan.

Hinter den Kulissen verschärfte sich der politische Ton. Berichten zufolge zeigte sich das Weiße Haus verärgert über den Alleingang von Coinbase und machte deutlich, dass man notfalls auch selbst die Unterstützung für das Gesetz überdenken könnte. Aus Regierungskreisen hieß es, eine einzelne Firma solle nicht den Kurs für die gesamte Branche bestimmen.

Armstrong konterte öffentlich und warf großen US-Banken vor, die kryptofreundliche Agenda von Präsident Trump zu untergraben. Diese würden versuchen, Regelungen so zu beeinflussen, dass vor allem Stablecoin-Erträge begrenzt und etablierte Geschäftsmodelle geschützt werden.


Hier mehr erfahren: Trump, Armstrong & CLARITY Act – wie geht’s weiter?


Cathie Wood sieht große Umschichtung in 2026

Cathie Wood und ARK Invest gaben in der vergangenen Woche einen neuen Ausblick auf 2026 und zeichneten ein Bild tiefgreifender Veränderungen an den Finanzmärkten. Im Fokus stand dabei der ungewöhnliche Gegensatz zwischen Gold und Bitcoin im Jahr 2025. Während Gold stark gestiegen war, blieb Bitcoin zurück, was ARK als Zeichen einer temporären Flucht in Sicherheit und nicht als dauerhaftes Inflationssignal wertete. Nach Ansicht von Wood ist Gold historisch extrem hoch bewertet, gemessen am Verhältnis zur Geldmenge. Solche Phasen seien in der Vergangenheit oft von starken Aktienmärkten gefolgt worden.

Bitcoin ordnete ARK erneut als eigenständige Anlageklasse mit echtem Diversifikationsnutzen ein, da seine Korrelation zu anderen Assets sehr niedrig geblieben sei. Zusätzlich äußerte Wood die Erwartung, dass der US-Dollar mittelfristig wieder an Stärke gewinnen könnte. Der wichtigste strukturelle Treiber bleibe jedoch künstliche Intelligenz, die 2026 zunehmend produktiv in Unternehmen Einzug halten dürfte.


Hier mehr erfahren: Ark Invest wagt Prognose für 2026


MrBeast und Krypto gehen zusammen

In der vergangenen Woche sorgte ein ungewöhnlicher Deal für Aufmerksamkeit in der Krypto-Szene. BitMine Immersion Technologies, bekannt als eines der größten Ethereum-Treasury-Unternehmen, kündigte ein 200-Millionen-Dollar-Investment in Beast Industries an, die Firma hinter YouTube-Star MrBeast. Das Ziel der Zusammenarbeit ist es, neue digitale Finanzangebote zu entwickeln, die klassische Creator-Modelle mit DeFi-Elementen verbinden. Damit treffen enorme Reichweite und Blockchain-Infrastruktur erstmals in dieser Größenordnung aufeinander.

Für BitMine und dessen Umfeld um Fundstrat-Chef Tom Lee ist der Schritt eine Wette darauf, dass sich Krypto-Finanzdienste künftig stärker über bekannte Marken und Plattformen verbreiten. MrBeast erreicht täglich Millionen junger Nutzer, die als besonders offen für neue Finanzkonzepte gelten. Der Deal zeigte, wie eng Creator-Ökonomie und Kryptomarkt inzwischen zusammenrücken.


Hier mehr erfahren: Bitmine & MrBeast – das steckt dahinter


Ripple baut EU-Regulierung weiter aus

Ripple setzte in der vergangenen Woche einen weiteren wichtigen Schritt in seiner europäischen Expansionsstrategie. Am 14. Januar 2026 gab das Unternehmen bekannt, von der luxemburgischen Finanzaufsicht CSSF eine vorläufige Genehmigung für eine E-Geld-Institut-Lizenz erhalten zu haben. Damit stärkte Ripple seine Position als einer der am stärksten regulierten Anbieter im Krypto- und Blockchain-Sektor mit inzwischen mehr als 75 Lizenzen weltweit.

Die geplante EMI-Lizenz soll es ermöglichen, die Zahlungslösung „Ripple Payments“ in der gesamten EU deutlich breiter auszurollen und Banken beim Umstieg auf moderne Echtzeit-Zahlungen zu unterstützen. Ripple positioniert sich dabei zunehmend als Infrastrukturpartner für den globalen Zahlungsverkehr.


Hier mehr erfahren: Ripple erhält wichtige EU-Lizenz


SEC schließt Verfahren gegen Zcash

In der vergangenen Woche erhielt die Zcash Foundation wichtige regulatorische Klarheit. Die US-Börsenaufsicht SEC beendete ihre seit 2023 laufende Untersuchung ohne Empfehlung für weitere Maßnahmen oder Auflagen. Auslöser war damals eine Vorladung im Rahmen einer breiteren Prüfung zu Krypto-Token-Angeboten gewesen. Nun steht fest, dass die Behörde keinen weiteren Handlungsbedarf sieht.

Die Zcash Foundation betonte, man habe eng mit den Aufsichtsbehörden zusammengearbeitet und stets auf Transparenz und Regelkonformität gesetzt. Für das Projekt bedeutet die Entscheidung vor allem neue Planungssicherheit, während die Arbeit an einer datenschutzorientierten Zahlungsinfrastruktur unverändert weitergeht.

Der Schritt passt in ein größeres Bild, da die SEC unter dem neuen Vorsitz zuletzt mehrere Krypto-Verfahren zurückgefahren hat. Für das Zcash-Ökosystem nahm die Entscheidung spürbar Unsicherheit aus dem Markt, stärkte das Vertrauen von Entwicklern und Investoren und sorgte auch für eine positive Reaktion beim ZEC-Kurs.


Hier mehr erfahren: SEC beendet Zcash-Verfahren


Ledger öffnet Bitcoin für Erträge

In der vergangenen Woche kündigte Ledger eine Neuerung an, die Bitcoin stärker in Richtung produktives Kapital bewegen soll. Der Wallet-Anbieter führte erstmals eine „BTC Yield“-Funktion ein, mit der Nutzer direkt aus der eigenen Selbstverwahrung heraus Erträge auf ihre Bitcoin erzielen können. Möglich wurde das durch eine Integration mit Lombard und Figment im Discover-Bereich der Ledger Wallet.

Kern des Modells ist der Token LBTC, der vollständig durch Bitcoin gedeckt und per Proof of Reserve abgesichert ist. Nutzer müssen ihre BTC weder an zentrale Plattformen übertragen noch verkaufen, sondern können sie in ein verzinsliches Format überführen. Die Rendite entsteht unter anderem über das Babylon-Staking-Protokoll.

Strategisch zielte Ledger damit auf die enorme Menge bislang inaktiver Bitcoin. Schätzungen zufolge liegt der Großteil der Bestände ungenutzt onchain. Mit der neuen Funktion will Ledger diese Reserven schrittweise für DeFi-Anwendungen erschließen.


Hier mehr erfahren: Ledger führt Zinsen für Bitcoin ein


Firmen kaufen weiter aggressiv Bitcoin

Ferner zeigen neue Daten von Glassnode den anhaltenden Akkumulationstrend bei Unternehmen in den Fokus. In den letzten sechs Monaten stiegen die von Firmen gehaltenen Bitcoin-Bestände von rund 854.000 auf etwa 1,11 Millionen BTC. Das zeigt, dass Bitcoin zunehmend als strategische Reserve in Unternehmensbilanzen genutzt wird und nicht mehr nur als spekulatives Investment gilt. Auffällig war dabei die gleichmäßige, planbare Zunahme der Bestände statt kurzfristiger Kaufwellen.

Besonders sichtbar wurde dieser Trend erneut bei Strategy Inc., das zwischen dem 5. und 11. Januar weitere 13.627 Bitcoin erwarb und damit seinen Bestand deutlich ausbaute. Parallel dazu bleibt das Angebot stark begrenzt: Täglich entstehen nur noch rund 450 neue BTC. Während große Marktteilnehmer in großem Stil akkumulieren, wächst das verfügbare Angebot nur sehr langsam. Diese Kombination verschärft die Angebots-Nachfrage-Dynamik und unterstreicht den strukturell bullischen Charakter des Marktes.


Hier mehr erfahren: Institutionen kaufen mehr Bitcoin, als Miner schürfen


Adams gerät wegen Memecoin unter Druck

In der vergangenen Woche sorgte der frühere New Yorker Bürgermeister Eric Adams für heftige Diskussionen in der Krypto-Szene. Nur Stunden nachdem er den sogenannten NYC Token öffentlich beworben hatte, brach der Kurs des Memecoins um mehr als 80 Prozent ein. On-Chain-Daten deuteten kurz darauf darauf hin, dass große Mengen Liquidität aus dem Pool abgezogen wurden. Damit stand schnell der Vorwurf eines möglichen Rug Pulls im Raum.

Besonders brisant ist der Fall, weil Adams sich während seiner Amtszeit als „Bitcoin Mayor“ profiliert hatte und New York als Krypto-Zentrum positionieren wollte. Mit der Promotion des Tokens hatte er dem Projekt enorme Aufmerksamkeit verschafft, die Marktkapitalisierung schoss kurzfristig in den dreistelligen Millionenbereich. Doch der Absturz folgte nahezu unmittelbar.


Hier mehr erfahren: Rugpull vom Ex-Bürgermeister New Yorks


Krypto-Firmen drängen an die Börse

In der vergangenen Woche nahm die Krypto-Branche gleich auf zwei Wegen Kurs auf den US-Aktienmarkt. BitGo kündigte am 12. Januar offiziell den Start seines IPO-Prozesses an und legte dabei erstmals konkrete Eckdaten vor. Geplant war die Platzierung von rund 11,8 Millionen Class-A-Aktien zu einer Preisspanne von 15 bis 17 US-Dollar. Damit rückte ein Emissionserlös von gut 200 Millionen US-Dollar in Reichweite und eine Bewertung von knapp zwei Milliarden US-Dollar. Die Aktien sollten an der NYSE unter dem Kürzel „BTGO“ notieren, begleitet von Goldman Sachs und Citigroup.

Parallel dazu reichte der Kraken-nahe SPAC KRAKacquisition seine Unterlagen für einen Nasdaq-Börsengang ein. Das Ziel waren bis zu 250 Millionen US-Dollar frisches Kapital, um später ein Krypto- oder Tech-Unternehmen zu übernehmen. Während Kraken selbst weiter an einem klassischen IPO arbeitet, zeigt dieser Schritt, wie flexibel große Krypto-Player den Kapitalmarkt nutzen wollen.


Hier mehr erfahren: BitGo und Kraken forcieren Börsen-Pläne


Vitalik fordert radikale Ethereum-Erneuerung

In der vergangenen Woche hat Ethereum-Gründer Vitalik Buterin eine weitreichende Debatte über die langfristige Zukunft des Netzwerks angestoßen. In einem Grundsatzbeitrag machte er deutlich, dass Ethereum den sogenannten „Walkaway-Test“ bestehen müsse: Die Blockchain soll auch dann zuverlässig funktionieren, wenn sich Entwickler oder Institutionen eines Tages zurückziehen. Ethereum dürfe kein System sein, das nur durch permanente Eingriffe am Leben gehalten wird, sondern müsse wie eine robuste, selbsttragende Infrastruktur funktionieren.

Buterin formulierte dafür sieben zentrale Baustellen. Dazu zählen vollständige Quantenresistenz, eine dauerhaft skalierbare Kernarchitektur mit tausenden Transaktionen pro Sekunde sowie ein neues State-System, das Nodes auch langfristig betreibbar hält. Ebenso wichtig seien eine echte Account-Abstraktion, ein DoS-sicheres Gas-System, ein ökonomisch stabiles Proof-of-Stake-Modell und ein dezentral organisiertes Block-Building, das Zensur verhindert.

Sein Kernpunkt: Weiterentwicklung bleibt wichtig, darf aber keine Voraussetzung für die grundsätzliche Funktionsfähigkeit sein. Ethereum solle zu einer Infrastruktur werden, die auch in Jahrzehnten noch verlässlich, neutral und unabhängig nutzbar ist.


Hier mehr erfahren: Ethereum muss diesen Test bestehen


Ermittlungen gegen Powell sorgen für Unruhe

Ferner geriet Fed-Chef Jerome Powell erneut ins politische Kreuzfeuer. Nachdem Donald Trump bereits zuvor die Kosten der Renovierung der Fed-Zentrale öffentlich infrage gestellt hatte, wurden nun tatsächlich Ermittlungen wegen möglicher Falschaussagen zu diesem Thema bekannt. Der Konflikt zwischen beiden schwelt seit Jahren, vor allem wegen der Zinspolitik, die Trump wiederholt als zu restriktiv kritisiert hatte.

Powell reagierte ungewohnt deutlich und betonte, seine Aufgabe bestehe nicht darin, politischen Erwartungen zu folgen, sondern die Stabilität von Währung und Wirtschaft zu sichern. Er erklärte, er respektiere das Gesetz und wisse, dass auch er nicht darüber stehe, sehe die Vorwürfe jedoch im Kontext politischen Drucks.


Hier mehr erfahren: Ermittlungen gegen Powell starten


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Daniel Robrecht

Nach seinem Rechtswissenschaften- und Management-Studium entschied sich Daniel für eine Tätigkeit als freiberuflicher Autor und verfasst mittlerweile seit rund 10 Jahren qualitative Publikationen zu diversen Fachthemen. Als Investor sammelte er jahrelang Erfahrung mit Aktien & Kryptowährungen. Neben einem langfristigen Investitionsansatz... Mehr lesen

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