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Die aktuellen Daten aus dem Developer Report unterstreichen eindrucksvoll, warum Ethereum seit Jahren als das aktivste und lebendigste Entwickler-Ökosystem im Kryptomarkt gilt. Zwar liegt der gesamte EVM-Stack in der Breite noch vor Ethereum, doch Ethereum selbst vereint mit rund 3.659 Vollzeit-Entwicklern und insgesamt über 10.500 aktiven Entwicklern weiterhin eine große Masse. Besonders spannend ist das starke Wachstum: Sowohl auf Jahressicht als auch über zwei Jahre hinweg steigt die Zahl der Full-Time-Entwickler deutlich. Das zeigt, dass Ethereum nicht nur historisch stark ist, sondern auch heute kontinuierlich neue Entwickler anzieht und langfristig bindet. EVM Stack und Ethereum dominieren also gemeinsam die Entwickler-Community.
Doch Stillstand ist im dynamischen Kryptomarkt gleichbedeutend mit Rückschritt. Deshalb äußert sich der Ethereum-Gründer Vitalik Buterin jetzt kritisch und mahnt die Ethereum-Community an, das Ökosystem und die Blockchain forciert weiterzuentwickeln. Denn es gebe noch viel Arbeit für Ethereum. Die folgenden sieben Kriterien entscheiden hier primär über den Erfolg der Technologie.
Das Wichtigste im Überblick:
- Ethereum soll so robust werden, dass es auch ohne Entwickler dauerhaft funktioniert.
- Volle Quantenresistenz soll Ethereums Sicherheit für kommende hundert Jahre garantieren.
- Skalierung auf tausende Transaktionen pro Sekunde muss strukturell dauerhaft möglich werden.
- Ein neues State-System soll Speicher, Sync und Node-Betrieb langfristig beherrschbar halten.
- Account-Abstraktion soll Ethereum flexibler, sicherer und unabhängig von ECDSA machen.
- Ein DoS-sicheres Gas-System muss faire Kosten und stabile Ausführung garantieren.
- Dezentraler Blockbau soll Zensur verhindern und Machtkonzentration dauerhaft unmöglich machen.
Vitaliks Forderung: Ethereum muss bestehen
Der Ethereum-Gründer Vitalik Buterin hat mit einer neuen Grundsatzforderung eine wichtige Debatte angestoßen: Die Blockchain müsse den sogenannten „Walkaway-Test“ bestehen. Gemeint ist damit, dass Ethereum auch dann zuverlässig funktionieren sollte, wenn sich Entwickler oder Institutionen eines Tages zurückziehen.
Buterin betont, Ethereum sei als Heimat für vertrauensminimierte Anwendungen gedacht – also eher wie ein Werkzeug, das nach dem Kauf dauerhaft nutzbar bleibt und nicht wie ein Service, der ohne Betreiber wertlos wird. Genau dieses Prinzip müsse auch für die Basis-Schicht selbst gelten. Eine Infrastruktur, die nur durch ständige Eingriffe einer zentralen Entwicklergruppe funktionsfähig bleibt, widerspreche dieser Idee.
Ethereum itself must pass the walkaway test.
Ethereum is meant to be a home for trustless and trust-minimized applications, whether in finance, governance or elsewhere. It must support applications that are more like tools – the hammer that once you buy it's yours – than like…
— vitalik.eth (@VitalikButerin) January 12, 2026
Das Protokoll soll so robust werden, dass sein Kernversprechen nicht von zukünftigen, noch nicht existierenden Funktionen abhängt. Weiterentwicklungen bleiben möglich, dürfen aber nicht zwingende Voraussetzung für den langfristigen Nutzen des Netzwerks sein.
Hier nennt er sieben Themen, die besonders wichtig für die Zukunft von Ethereum seien:
Ethereum soll quantensicher werden
Vitalik Buterin sieht in der vollständigen Quantenresistenz eine der zentralen Zukunftsaufgaben für Ethereum. Er warnt davor, notwendige Sicherheitsanpassungen immer weiter aufzuschieben, nur um kurzfristig noch ein paar Effizienzgewinne mitzunehmen.
Einzelne Nutzer könnten dieses Risiko für sich selbst eingehen, das Protokoll als Ganzes dürfe es jedoch nicht. Die Blockchain müsse so aufgestellt sein, dass man mit gutem Gewissen sagen könne: Das heutige Ethereum ist auch in hundert Jahren noch kryptografisch sicher. Genau dieser Anspruch soll laut Buterin zu einem Qualitätsmerkmal des Netzwerks werden.
Hintergrund ist die Erwartung, dass leistungsfähige Quantencomputer langfristig heutige Verschlüsselungsverfahren angreifen könnten. Wenn Ethereum frühzeitig auf quantensichere Kryptografie umstellt, würde das nicht nur die Widerstandsfähigkeit des Netzwerks erhöhen, sondern auch das Vertrauen in seine Rolle als langfristige, stabile Basis stärken.
Ethereum braucht eine skalierbare Kernarchitektur
Der zweite zentrale Punkt in Vitalik Buterins Vision ist eine Architektur, die langfristig auf echte Massenskalierung ausgelegt ist. Ethereum müsse in der Lage sein, über die Zeit auf viele tausend Transaktionen pro Sekunde zu wachsen, ohne dabei seine Grundprinzipien zu opfern. Technisch sieht Buterin dafür vor allem zwei Schlüsselbausteine: die Validierung über ZK-EVMs sowie effizientes Data Sampling durch PeerDAS. Diese Technologien sollen es ermöglichen, die Leistungsfähigkeit deutlich zu steigern, ohne die Anforderungen an einzelne Knoten ins Unermessliche wachsen zu lassen. Idealerweise, so Buterin, sollte weiteres Wachstum später nur noch über das Anpassen von Parametern erfolgen.
Now that ZKEVMs are at alpha stage (production-quality performance, remaining work is safety) and PeerDAS is live on mainnet, it's time to talk more about what this combination means for Ethereum.
These are not minor improvements; they are shifting Ethereum into being a…
— vitalik.eth (@VitalikButerin) January 3, 2026
Vitalik Buterin hatte bereits vor einigen Tagen betont, dass Ethereum mit PeerDAS und ZK-EVMs einen technologischen Wendepunkt erreicht. Zum ersten Mal vereine das Netzwerk Dezentralisierung, Konsens und hohe Bandbreite. Dies ist etwas, das bisher als unlösbares Trilemma galt.
PeerDAS sei bereits live auf dem Mainnet, während ZK-EVMs leistungsmäßig produktionsreif seien und nun vor allem noch sicherheitstechnisch gehärtet werden müssten. Buterin sprach von einem fundamentalen Wandel: Ethereum entwickle sich von einer vergleichsweise begrenzten Blockchain zu einer neuen, deutlich mächtigeren dezentralen Infrastruktur.
Ein dauerhafter Zustand für Jahrzehnte
Ferner betont der Ethereum-Gründer, dass Ethereum nicht nur schnell, sondern auch dauerhaft betreibbar sein muss. Mit steigender Nutzung wächst vor allem der sogenannte „State“, also der gespeicherte Zustand aller Konten, Smart Contracts und Daten. Ohne grundlegende Änderungen würde dieser immer weiter anschwellen und auf Dauer Synchronisation, Speicherplatz und Ein- und Ausgabegeschwindigkeit der Nodes überfordern. Deshalb fordert Buterin eine neue State-Architektur, die über Jahrzehnte funktionieren kann. Dazu gehören Konzepte wie partielle Statelessness und State Expiry, bei denen alte oder selten genutzte Daten gezielt ausgelagert oder gelöscht werden können.
Das Ziel ist es, dass Ethereum auch bei tausenden Transaktionen pro Sekunde handhabbar bleibt, ohne dass nur noch Rechenzentren vollständige Nodes betreiben können. Gleichzeitig müssen die verwendeten Speicherstrukturen so gestaltet werden, dass sie diese langfristige, skalierte Nutzung technisch sauber und effizient unterstützen.
Ein flexibles, zukunftsfähiges Account-Modell
Mit dem vierten Punkt zielt Vitalik Buterin auf eine grundlegende Modernisierung des Account-Systems von Ethereum. Bis heute ist die Signaturprüfung im Protokoll fest an ECDSA gebunden. Dies ist ein bestimmtes kryptografisches Verfahren, das damit „einbetoniert“ ist. Genau davon möchte Buterin weg. Sein Ziel ist die vollständige Account-Abstraktion: Konten sollen selbst definieren können, wie Transaktionen autorisiert werden, etwa über andere Signaturverfahren, Multisignatur-Logiken, Social Recovery oder ganz neue Sicherheitsmodelle. Dadurch würde Ethereum deutlich flexibler, sicherer und besser an zukünftige Anforderungen anpassbar.
Gleichzeitig reduziert man so die Abhängigkeit von einer einzigen Kryptografie, was auch im Kontext möglicher Quantencomputer wichtig ist. Ein allgemeingültiges, frei programmierbares Account-Modell würde Ethereum eher zu einer universellen Plattform für digitale Identitäten und Vermögenswerte machen.
Ethereum kaufen – alles Wissenswerte
Ein robustes, DoS-sicheres Gas-System
Vitalik Buterin fordert für Ethereum einen Gas-Mechanismus, der nachweislich widerstandsfähig gegen Denial-of-Service-Angriffe ist, sowohl bei der normalen Ausführung von Transaktionen als auch bei der ZK-Proof-Erstellung. Das Gas-System bestimmt, wie teuer einzelne Rechenoperationen im Netzwerk sind. Wenn diese Kosten falsch kalibriert sind, können Angreifer gezielt sehr „billige“, aber extrem ressourcenintensive Operationen ausnutzen und so Nodes oder Prover überlasten. In der Vergangenheit gab es genau solche Probleme bereits.
Mit dem Aufkommen von ZK-Technologien wird diese Frage noch wichtiger, weil auch das Erstellen kryptografischer Beweise bestimmte Rechenpfade besonders teuer machen kann. Buterins Ziel ist ein Gas-Schedule, bei dem die Preise realistisch die tatsächlichen Kosten widerspiegeln und keine gefährlichen Schieflagen mehr existieren. Nur so kann Ethereum langfristig stabil, planbar und sicher unter hoher Last betrieben werden.
Ein nachhaltiges Proof-of-Stake-Modell
Der sechste Punkt in Vitalik Buterins Liste betrifft die ökonomischen Grundlagen von Ethereums Proof-of-Stake-System. Nach mehreren Jahren praktischer Erfahrung mit PoS und einem noch längeren Forschungszeitraum müsse das Modell nun so robust werden, dass es über Jahrzehnte hinweg stabil und dezentral funktionieren kann. Dabei geht es nicht nur um technische Sicherheit, sondern vor allem um die richtigen Anreize: Das Staking-System soll Konzentration von Macht verhindern, ehrliches Verhalten belohnen und Angriffe dauerhaft unattraktiv machen.
Gleichzeitig spielt ETH selbst eine zentrale Rolle. Buterin sieht Ether nicht nur als Gebühren-Token, sondern als Sicherungs-Asset, etwa für möglichst governance-arme, ETH-besicherte Stablecoins. Damit das funktioniert, muss die ökonomische Basis von PoS extrem verlässlich und berechenbar sein.
Nur wenn die Marktteilnehmer langfristig Vertrauen in dieses System haben, kann Ethereum seine Rolle als neutrale, globale Finanzinfrastruktur festigen.
Block-Building gegen Zensur und Zentralisierung
Als siebten Schwerpunkt nennt Vitalik Buterin das Block-Building: also die Frage, wer Transaktionen auswählt, sortiert und zu Blöcken zusammenstellt. Hier sieht er wachsenden Zentralisierungsdruck, weil spezialisierte Akteure (Builder/Relays) durch MEV-Optimierung, bessere Infrastruktur oder regulatorischen Druck immer mehr Kontrolle gewinnen könnten.
Das Risiko: Zensur einzelner Transaktionen, „schwarze Listen“ oder eine faktische Abhängigkeit von wenigen Gatekeepern. Doch Buterins Ziel ist ein Modell, das auch unter unbekannten Zukunftsbedingungen Zensurresistenz garantiert. Ethereum soll nicht nur heute, sondern dauerhaft sicherstellen, dass gültige Transaktionen in das System gelangen können. Dafür braucht es Mechanismen, die Macht balancieren, Wettbewerb fördern und das Block-Produzieren so gestalten, dass kein einzelner Akteur dauerhaft die Regeln in der Praxis bestimmen kann.
In seinem Fazit mahnt Vitalik Buterin somit zu harter Arbeit. Die kommenden Jahre dürften für Ethereum entscheidend sind. Anleger blicken insbesondere auf Fortschritte in den obigen sieben Themen, die Buterin für besonders wichtig erachtet. Denn damit könnte Ethereum im Geiste Buterins unsterblich werden.
„Idealerweise leisten wir in den nächsten Jahren die harte Arbeit, um einen Punkt zu erreichen, an dem in Zukunft fast alle Innovationen durch Kundenoptimierung erfolgen und sich durch Parameteränderungen im Protokoll widerspiegeln können. Jedes Jahr sollten wir mindestens eines dieser Ziele erreichen, idealerweise sogar mehrere. Wir sollten einmal das Richtige tun, basierend auf dem Wissen, was wirklich richtig ist (und keine Kompromisse eingehen), und die technologische und soziale Robustheit von Ethereum langfristig maximieren.
Ethereum gibt Vollgas.“
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