Der DeFi-Markt zeigt erneut eine hohe Dynamik. Nach dem kräftigen Rebound der vergangenen Tage folgt am Donnerstag eine moderate Gegenbewegung. Bitcoin fällt dabei wieder in Richtung 64.000 US-Dollar, während Ethereum zeitweise unter die Marke von 1.900 US-Dollar rutscht. Dennoch liegt ETH auf Wochensicht weiterhin rund acht Prozent im Plus und entwickelt sich damit stärker als Bitcoin.
Diese relative Stärke zeigt sich teilweise auch bei verschiedenen Altcoins und DeFi-Token. Parallel zur volatilen Kursentwicklung gibt es mehrere fundamentale Nachrichten: Polymarket strebt eine zusätzliche US-Lizenz an, Arbitrum konkretisiert sein Gebührenmodell und Aave setzt für seine Cross-Chain-Infrastruktur auf Chainlink CCIP.
Das Wichtigste im Überblick:
- Ethereum zeigt trotz Rücksetzer weiterhin relative Stärke gegenüber Bitcoin.
- Polymarket beantragt eine US-Lizenz für reguliertes Margin Trading.
- Robinhood Chain leitet Gebührenanteile an das Arbitrum-Ökosystem weiter.
- Aave nutzt Chainlink CCIP für kettenübergreifende mobile Anwendungen.
Polymarket beantragt US-Lizenz für Margin Trading
Die US-Tochter des dezentralen Prognosemarktes Polymarket hat bei der National Futures Association einen Antrag auf eine sogenannte Futures Commission Merchant License eingereicht. Eine solche Lizenz würde es dem Unternehmen grundsätzlich ermöglichen, Kundengelder zu verwahren und regulierte Handelsprodukte mit Margin beziehungsweise hinterlegten Sicherheiten anzubieten. Die Genehmigung ist allerdings noch nicht erfolgt. Neben der Registrierung bei der NFA wäre auch die Zustimmung der US-Derivateaufsicht CFTC erforderlich.
Polymarket Seeks License to Offer Margin Trading Legally in US
According to Bloomberg, Polymarket, the world’s largest prediction market platform, is seeking US regulatory approval to offer margin trading, allowing users to open positions without posting the full amount of… pic.twitter.com/Ah6CL2ZVWj
— Wu Blockchain (@WuBlockchain) July 10, 2026
Margin Trading könnte es Nutzern ermöglichen, Positionen auf Ereigniskontrakte einzugehen, ohne den vollständigen Nominalwert einer Transaktion im Voraus zu hinterlegen. Stattdessen würde nur eine bestimmte Sicherheitsleistung verlangt. Dadurch könnten Kapital effizienter eingesetzt, gleichzeitig aber auch größere Positionen und zusätzliche Verlustrisiken entstehen.
Der Antrag ist Teil der schrittweisen Rückkehr von Polymarket auf den US-Markt. Das Unternehmen hatte zuvor die regulierte Derivatebörse QCEX übernommen und darüber eine CFTC-regulierte US-Plattform aufgebaut. Diese unterscheidet sich von der internationalen Polymarket-Version, die blockchainbasierte Prognosemärkte anbietet und Transaktionen überwiegend mit Kryptowährungen abwickelt.
Polymarket war 2022 nach einer Einigung mit der CFTC dazu verpflichtet worden, nicht regelkonforme Märkte für US-Nutzer zu schließen. Mit der neuen Lizenzstruktur versucht das Unternehmen nun, zusätzliche Produkte innerhalb des amerikanischen Regulierungsrahmens anzubieten. Bis zu einer endgültigen Entscheidung der Behörden bleiben die geplanten Margin-Funktionen jedoch noch nicht verfügbar.
Robinhood Chain beteiligt das Arbitrum-Ökosystem an Gebühren
Arbitrum hat neue Einzelheiten zur wirtschaftlichen Verbindung zwischen seiner Technologie und der Robinhood Chain veröffentlicht. Nach Angaben von Offchain-Labs-Mitgründer Steven Goldfeder werden zehn Prozent der Gebühren, die auf Robinhood Chain sowie anderen mit Arbitrum Orbit aufgebauten Layer-2-Netzwerken entstehen, an das Arbitrum-Ökosystem weitergeleitet.
Dabei fließen allerdings nicht die vollständigen zehn Prozent unmittelbar in die Arbitrum-Treasury. Acht Prozent der jeweiligen Gebühren werden der von ARB-Tokenholdern kontrollierten DAO-Treasury zugeführt. Weitere zwei Prozent sind für die Weiterentwicklung des Arbitrum-Technologie-Stacks und damit verbundene Entwicklungsarbeiten vorgesehen.
The Robinhood Chain is the cleanest case study of what happened to ETH's economics over time.
Since inception, @RobinhoodApp Chain has grossed ~$816K in revenue.@Arbitrum, the middleware provider, takes 10%: ~$80K.
Arbitrum then pays Ethereum for settlement: $1,538.
The… pic.twitter.com/Jc8k4yi60M
— Lorenzo Valente (@LorenzoARK) July 13, 2026
Robinhood Chain basiert auf Arbitrum Orbit. Dieses Framework ermöglicht Unternehmen und Entwicklern, eigene Layer-2- oder Layer-3-Netzwerke aufzubauen, während zentrale Komponenten der Arbitrum-Technologie genutzt werden. Robinhood verwendet die Infrastruktur für eine eigene Blockchain, auf der unter anderem tokenisierte Aktien, Kreditprodukte und weitere Onchain-Finanzanwendungen angeboten werden sollen.
Das Gebührenmodell unterscheidet sich von der Regelung bei Arbitrum One. Bei dem zentralen Layer-2-Netzwerk des Ökosystems werden laut Goldfeder sämtliche anfallenden Protokollgebühren an die Arbitrum-Treasury weitergeleitet. Bei externen Orbit Chains wie Robinhood Chain gilt dagegen die Aufteilung von acht Prozent für die Treasury und zwei Prozent für die Entwicklung.
Damit entsteht für das Arbitrum-Ökosystem eine direkte Einnahmequelle, sobald auf den angeschlossenen Netzwerken Transaktionen durchgeführt und Gebühren generiert werden.
Aave integriert Chainlink CCIP in seine mobile App
Aave hat Chainlinks Cross-Chain Interoperability Protocol, kurz CCIP, als zentrale Infrastruktur für seine kettenübergreifenden Anwendungen ausgewählt. Die Technologie soll sowohl im Aave-Protokoll als auch in der neuen Aave App eingesetzt werden und Transaktionen zwischen verschiedenen Blockchain-Netzwerken koordinieren.
CCIP wird innerhalb des Aave-Ökosystems bereits für unterschiedliche Aufgaben verwendet. Dazu gehören Cross-Chain-Transfers des Stablecoins GHO sowie die Ausführung von Governance-Entscheidungen über mehrere Netzwerke hinweg. Diese Funktionen werden über die sogenannte Aave Delivery Infrastructure abgewickelt, die Informationen und Befehle zwischen Blockchains übermittelt.
Chainlink CCIP will be powering the Aave App, we're on a mission to bring DeFi for everyone. https://t.co/b1VNvzymxX
— Stani (@StaniKulechov) July 13, 2026
Für die mobile Anwendung soll Chainlink CCIP künftig auch die Cross-Chain-Logik der Stable Vaults unterstützen. Vorgesehen sind unter anderem Einzahlungen, Transfers, die automatische Neugewichtung von Vault-Positionen und die Optimierung von Renditestrategien über mehrere Netzwerke hinweg. Die App soll Nutzern dadurch den Zugang zu Aave-Produkten ermöglichen, ohne dass sie jede zugrunde liegende Blockchain oder technische Bridge selbst verwalten müssen.
Die Integration umfasst zunächst Netzwerke wie Ethereum, Base und Arbitrum. Laut Aave wurde die Auswahl verschiedener Cross-Chain-Lösungen zuvor von LlamaRisk untersucht. Dabei spielten insbesondere Sicherheitsarchitektur, Risikomanagement und die bisherige Zusammenarbeit mit Chainlink eine Rolle.
Aave verwendet Chainlink-Preisfeeds bereits seit 2020. Mit der erweiterten CCIP-Integration wird die Zusammenarbeit nun auf Governance, Stablecoin-Transfers und mobile Cross-Chain-Anwendungen ausgeweitet.
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