Ethereum konnte sich nach den überraschend schwachen US-Inflationsdaten deutlich von seinen jüngsten Tiefständen lösen. Der ETH-Kurs sprang zeitweise um rund sieben Prozent und notiert wieder oberhalb von 1.800 US-Dollar. Dennoch bleibt das übergeordnete Bild angeschlagen: Ether ist weiterhin mehr als 60 Prozent von seinem Rekordhoch entfernt und bewegt sich trotz des aktuellen Rebounds in einem langfristigen Abwärtstrend.

Nun sorgt jedoch eine besonders optimistische Ethereum-Prognose für Aufmerksamkeit. Die Analysten von Etherealize sehen ETH langfristig nicht lediglich als Technologie-Token, sondern als neuartige Form „produktiven Geldes“. Sollte sich diese These durchsetzen, könnte Ethereum nach ihrer Einschätzung Teile des monetären Werts von Bitcoin und Gold übernehmen. Daraus leiten sie sogar ein theoretisches Kursziel von mehr als 250.000 US-Dollar je ETH ab.

Das Wichtigste im Überblick:

  • XRP bleibt kurstechnisch schwach, während Ripple seine fundamentale Infrastruktur konsequent weiter ausbaut.
  • Tokenisierte Vermögenswerte auf dem XRP Ledger erreichen inzwischen mehrere Milliarden US-Dollar Gesamtwert.
  • SBI und Doppler entwickeln institutionelle Kredit-, Verwahrungs- und Renditelösungen für XRP.
  • Ripples x402-Mitgliedschaft könnte XRP künftig als Zahlungsmittel für KI-Agenten etablieren.

Ethereum statt Bitcoin: Analysten sehen ETH als produktives Geld

Die zentrale These des Berichts „Ethereum and the Era of Productive Money“ lautet, dass Ether die Eigenschaften eines klassischen Wertspeichers mit einer produktiven Rendite verbindet. Gold und Bitcoin seien zwar knapp, würden ihren Besitzern jedoch aus sich heraus keine zusätzlichen Einheiten liefern. Wer ein Bitcoin oder eine Unze Gold halte, besitze auch Jahre später grundsätzlich noch dieselbe Menge.

Bei Ethereum sei dies anders. Anleger können ihre ETH im Proof-of-Stake-System hinterlegen und damit zur Absicherung des Netzwerks beitragen. Im Gegenzug erhalten sie Staking-Erträge, die dem Bericht zufolge derzeit ungefähr zwischen zwei und vier Prozent jährlich liegen können. Die Analysten sprechen deshalb von einem monetären Vermögenswert, der ohne klassischen Kreditnehmer oder Bank als Gegenpartei Erträge generieren könne. Allerdings bleiben dabei technische Risiken, mögliche Verluste durch Fehlverhalten eines Validators und Abhängigkeiten von Staking-Anbietern bestehen.

Darüber hinaus verweisen die Autoren auf die vielseitige Nutzung von Ether. ETH wird benötigt, um Transaktionsgebühren zu bezahlen, dient im DeFi-Sektor als wichtiges Sicherungsmittel und wird zur Absicherung des Netzwerks gestakt. Ein Teil der anfallenden Gebühren wird zudem durch den Burn-Mechanismus dauerhaft vernichtet. Bei hoher Netzwerkauslastung kann dies die neu ausgegebene ETH-Menge teilweise oder vollständig kompensieren.

Nach Ansicht der Analysten entsteht dadurch ein positiver Kreislauf: Wächst die Nutzung von Stablecoins, tokenisierten Vermögenswerten, dezentralen Börsen und Kreditprotokollen, steigt der Bedarf an ETH. Gleichzeitig werden mehr Coins gestakt, als Sicherheit hinterlegt oder verbrannt. Vivek Raman bezeichnet Ethereum deshalb als möglichen neuen „Blue-Chip-Asset“ des Blockchain-Sektors. Innovationen wie Tokenisierung, Stablecoins, DeFi und Layer-2-Netzwerke würden Ethereum langfristig einen ähnlichen Stellenwert verschaffen, wie ihn Nvidia im KI-Sektor besitzt.


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Ethereum-Prognose: So entsteht das Kursziel von 250.000 Dollar

Das spektakuläre Kursziel basiert nicht auf einer klassischen Bewertung anhand kurzfristiger Umsätze oder Chartmarken. Stattdessen berechnen die Analysten, wie hoch der ETH-Preis wäre, wenn Ethereum langfristig einen erheblichen Teil der monetären Prämie von Gold und Bitcoin übernehmen würde.

Der Bericht beziffert den kombinierten monetären Wert beider Anlageklassen auf rund 31 Billionen US-Dollar. Bei Gold werden dabei etwa 90 Prozent der Marktkapitalisierung als monetäre Prämie behandelt, während der verbleibende Anteil auf industrielle und dekorative Verwendung entfällt. Bei Bitcoin wird praktisch die gesamte Marktkapitalisierung als Wertspeicher-Prämie angesetzt. Würde dieser Wert vollständig auf rund 121 Millionen ETH verteilt, ergäbe sich rechnerisch ein Preis von mehr als 250.000 US-Dollar je Coin.

Bereits eine Gleichstellung mit Bitcoin würde laut der Ethereum Prognose einen ETH-Kurs von ungefähr 14.700 US-Dollar bedeuten. Bei einer vollständigen Annäherung an die monetäre Bedeutung von Gold käme Ethereum auf knapp 250.000 US-Dollar. Zusammen mit Bitcoin und Gold nennt die Präsentation einen theoretischen Wert von rund 262.000 US-Dollar.

eth

Die Autoren begründen diese mögliche Verschiebung damit, dass ETH in Bereichen wie Teilbarkeit, Übertragbarkeit, Verifizierbarkeit und Produktivität Vorteile gegenüber traditionellen Wertspeichern biete. Als Schwachpunkt räumen sie jedoch die deutlich kürzere Historie ein. Gold wird seit Jahrtausenden als Geld oder Wertspeicher verwendet, Bitcoin seit mehr als anderthalb Jahrzehnten und Ethereum erst seit rund zehn Jahren. Hinzu kommen regulatorische, technische und wettbewerbliche Risiken.

Das Kursziel ist deshalb ausdrücklich kein konkretes Preisziel für die kommenden Monate. Es handelt sich um ein langfristiges Szenario, das voraussetzt, dass Ethereum tatsächlich als globaler Wertspeicher akzeptiert wird und gleichzeitig seine führende Rolle bei DeFi, Stablecoins und Tokenisierung behauptet. Dennoch verdeutlicht die Modellrechnung das enorme theoretische Potenzial: Schon eine teilweise Verschiebung des Kapitals aus Gold und Bitcoin könnte ETH deutlich höher bewerten als heute.

Ein spektakuläres Kursziel von 250.000 Dollar sehen die Experten hier als gut begründet:

„Bei dieser Zahl handelt es sich nicht um eine Prognose. Sie beschreibt vielmehr, wie sich ETH darstellen würde, wenn der Markt der Argumentation dieses Berichts folgen würde. Zu den wesentlichen Risiken zählen regulatorische Faktoren (Regierungen könnten DeFi einschränken), der Wettbewerb (es könnte eine überlegene Smart-Contract-Plattform entstehen) sowie technische Aspekte (ein kritischer Fehler im Protokoll könnte das Vertrauen untergraben). Zudem lässt sich nicht vorhersagen, ob diese Neubewertung in fünf oder erst in zwanzig Jahren eintreten wird. Fest steht jedoch die Richtung: Produktives Geld wird sich gegenüber „totem Kapital“ durchsetzen. Die einzige offene Frage ist, wie lange die übrige Welt benötigen wird, um dies zu erkennen.“

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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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