Nach dem starken Handelstag gestern zeigen viele Kryptowährungen heute erste Gewinnmitnahmen und gehen in eine Phase der Konsolidierung über. Bitcoin kann sich dabei weiterhin stabil über der Marke von 96.000 US-Dollar halten, während XRP um 2,10 US-Dollar notiert. Dennoch gehört XRP auf Wochensicht aktuell zu den schwächsten Coins unter den Top 10 und leidet spürbar unter fehlendem Momentum. Trotz der verhaltenen Kursentwicklung gibt es jedoch fundamental positive Nachrichten: Ripple hat sich eine weitere wichtige EU-Lizenz gesichert und treibt seine europäische Expansionsstrategie weiter voran. Doch der Markt reagiert kaum, wieso?
Das Wichtigste im Überblick:
- Ripple erhielt am 14. Januar 2026 eine vorläufige EMI-Genehmigung in Luxemburg.
- Zuvor sicherte sich das Unternehmen bereits EMI-Lizenz und Krypto-Registrierung in Großbritannien.
- Mit über 75 Lizenzen positioniert sich Ripple als global regulierter Zahlungsinfrastrukturanbieter.
- Ripple Payments deckt über 90 Prozent der weltweiten Devisenmärkte und 95 Milliarden Volumen.
- Parallel strebt Ripple unter MiCA zusätzlich eine CASP-Lizenz für Europa an.
- Trotz regulatorischer Erfolge bleibt die tatsächliche Nutzung des XRP Ledgers bisher deutlich zurück.
- Kritiker bemängeln geringe Skalierung, niedrige Transaktionsraten und fehlende Stablecoin-Adoption bei XRP.
Ripple sichert nächste wichtige EU-Lizenz
Ripple treibt seine europäische Expansionsstrategie weiter konsequent voran. Am 14. Januar 2026 gab das Unternehmen bekannt, von der luxemburgischen Finanzaufsicht CSSF eine vorläufige Genehmigung für eine E-Geld-Institut-Lizenz (EMI) erhalten zu haben. Damit setzt Ripple innerhalb weniger Tage den nächsten regulatorischen Meilenstein in Europa.
Zusammen stärken diese Genehmigungen die Position des Unternehmens als einer der weltweit am stärksten regulierten Anbieter im Krypto- und Blockchain-Sektor mit inzwischen mehr als 75 Lizenzen und Zulassungen.
We’ve secured our preliminary Electronic Money Institution license approval from Luxembourg’s Commission de Surveillance du Secteur Financier (CSSF). 🇪🇺
This is a pivotal step toward scaling Ripple Payments across the EU, bringing institutional-grade digital asset infrastructure… pic.twitter.com/GW3c9gVhDs
— Ripple (@Ripple) January 14, 2026
Die geplante EMI-Lizenz in Luxemburg soll es Ripple ermöglichen, seine Zahlungslösung „Ripple Payments“ in der gesamten Europäischen Union deutlich breiter auszurollen. Ziel ist es, Finanzinstitute beim Übergang von veralteten Systemen zu modernen, durchgehend verfügbaren Echtzeit-Zahlungen zu unterstützen. Ripple positioniert sich dabei nicht nur als Krypto-Dienstleister, sondern zunehmend als Infrastrukturanbieter für den globalen Zahlungsverkehr.
Ripple Payments ist bereits heute eine lizenzierte End-to-End-Lösung für grenzüberschreitende Zahlungen. Nach Unternehmensangaben deckt das Netzwerk über 90 Prozent der weltweiten Devisenmärkte ab und hat bislang ein Transaktionsvolumen von mehr als 95 Milliarden US-Dollar verarbeitet. Die technische Komplexität der Blockchain-Infrastruktur übernimmt Ripple dabei im Hintergrund, sodass Unternehmen neue digitale Zahlungsdienste ohne hohen Integrationsaufwand starten können.
Parallel bereitet sich Ripple auf das EU-Regelwerk MiCA vor und strebt zusätzlich eine CASP-Lizenz an. Die vorläufige Genehmigung aus Luxemburg gilt damit als wichtiger Zwischenschritt auf dem Weg zu einer vollständig regulierten, europaweiten Präsenz.
The licensing wins continue! Over the past year, Ripple has secured new licenses across major financial hubs – Singapore, Dubai, the EU, and the UK — plus a pending U.S. OCC banking charter.
Why does it matter? Our licensing portfolio of 75+ enables us to serve more customers,… https://t.co/LBY6fZaDNn
— Monica Long (@MonicaLongSF) January 14, 2026
Mit Verweis auf neue Zulassungen in Singapur, Dubai, der EU und Großbritannien unterstreicht Ripple-Präsidentin Monica Long den strategischen Kurs des Unternehmens. Insgesamt verfügt Ripple inzwischen über mehr als 75 Lizenzen weltweit, ergänzt um einen laufenden Antrag auf eine US-Banklizenz. Der Fokus liegt klar auf Skalierung: Kunden sollen einfacher andocken können, während Ripple regulatorische, technische und operative Komplexität vollständig im Hintergrund übernimmt.
Yet another major step forward – proud to announce the approval of our EMI license and Cryptoasset Registration from the UK's FCA! 📷
This is a positive signal for the UK’s digital assets industry – and underscores Ripple’s global licensing momentum.
We’re proud to meet the… https://t.co/Pi5PSWdm4w
— Stuart Alderoty (@s_alderoty) January 9, 2026
Vor wenigen Tagen konnte Ripple bereits den nächsten wichtigen regulatorischen Erfolg in Europa vermelden. Das Unternehmen erhielt von der britischen Finanzaufsicht FCA sowohl die Genehmigung für eine EMI-Lizenz als auch die offizielle Krypto-Registrierung. Laut Ripple-Chefjurist Stuart Alderoty ist dies ein starkes Signal für den britischen Markt und die gesamte Digital-Asset-Branche. Die Zulassung unterstreicht den globalen Lizenzierungskurs des Unternehmens.
Viele Lizenzen, aber Adoption bleibt zurück
Ripple hat sich in den vergangenen Jahren und besonders im letzten Jahr ein beeindruckendes Netz aus Lizenzen und Übernahmen aufgebaut. Kaum ein anderes Krypto-Unternehmen ist regulatorisch so breit aufgestellt oder international so präsent. Diese Strategie verschafft dem Unternehmen ohne Zweifel eine starke Ausgangsposition, um Banken, Zahlungsdienstleister und institutionelle Partner anzusprechen.
Dennoch wächst zuletzt auch die Kritik. Denn trotz der vielen Fortschritte auf der regulatorischen und unternehmerischen Seite hat sich der große Durchbruch bei der tatsächlichen Nutzung bislang nicht eingestellt. Weder ist die Aktivität auf dem XRP Ledger spürbar explodiert, noch lässt sich eine klar beschleunigte Massenadoption erkennen.
Auch im Vergleich zu anderen Blockchain-Ökosystemen wirkt das Wachstum eher verhalten. Einige Experten merken an, dass zwischen Ripples ambitionierten Zielen und der realen Marktdurchdringung weiterhin eine Lücke klafft. Die Infrastruktur und die Lizenzen sind da – doch ob daraus tatsächlich in absehbarer Zeit ein deutlich höheres Transaktionsvolumen und eine breitere Akzeptanz entstehen, bleibt vorerst offen.
Current $XRP tps is 29.23 – are you kidding me. This software cant support 100 users concurrently let alone 1b.
Stick to facts people. Stop investing in words of suits.
Blockchains are software. Bad software is bad software no matter how many suits tell you otherwise.If… pic.twitter.com/Kw1ucvNlOZ
— MartyParty (@martypartymusic) January 10, 2026
Die hiesige Kritik von MartyParty zielt vor allem auf die technische Leistungsfähigkeit von XRP und dem XRP Ledger. Mit aktuell rund 29 Transaktionen pro Sekunde sei das Netzwerk weit davon entfernt, als globale Zahlungsinfrastruktur zu funktionieren. In seinen Augen zeigt das, dass Ripples Software nicht für echte Massenadoption ausgelegt ist. Besonders kritisch sieht er, dass große Stablecoin-Anbieter wie Tether oder Circle ihre Tokens nicht auf XRP ausgeben. Das wertet er als Zeichen, dass diese Unternehmen die Technik geprüft und als nicht skalierbar genug eingeschätzt haben. Seine Kernaussage: Lizenzen, Marketing und Management-Versprechen ersetzen keine leistungsfähige, robuste Software, die Millionen Nutzer gleichzeitig tragen kann.
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