Bitcoins aktuelle Rallye wird laut den vorliegenden Daten von Spot-Nachfrage getragen, doch am 6. September übertraf das Open Interest bei Altcoin-Perpetual-Futures erstmals seit Dezember 2024 das Niveau von Bitcoin. Der Kontrast zwischen einer vergleichsweise soliden Bitcoin-Struktur und stark steigendem Altcoin-Leverage gilt als das eigentliche Warnsignal dieser Marktphase.
Das Wichtigste im Überblick:
- Altcoin-Perpetuals überholten am 6. September erstmals seit Dezember 2024 das Bitcoin-Open-Interest
- Zcash führt die Bewegung an: Derivatebuch auf Allzeithoch von fast 2,4 Mrd. USD, Kurs plus fast 150 % im Monat
- Short Seller verloren bei Zcash rund 34 Mio. USD durch erzwungene Schließungen
- Michael Bucella (Neoclassic Capital) bezeichnet die Bitcoin-Bewegung als gesunde Rotation, warnt aber vor Parallelen zu Oktober 2025
Altcoin-Perpetuals übertreffen Bitcoin beim Open Interest
Laut Daten von Coinalyze lag das Open Interest bei Altcoin-Perpetual-Futures am 6. September erstmals seit Dezember 2024 über dem Wert von Bitcoin. Bemerkenswert daran: Der Bitcoin-Kurs selbst wird dabei nicht durch Leverage in Altcoins getrieben, sondern weiterhin durch Spot-Nachfrage gestützt.
Der erste Kursanstieg bei Bitcoin ging demnach auf Short-Covering zurück, bevor sich die Futures-Positionierung wieder entspannte. Die ETF-gestützte Nachfrage nach Bitcoin hielt zudem trotz einer kurzen Nettoabflussphase Ende August an – ein Detail, das die Rotation zwischen Bitcoin-ETF-Zuflüssen und Altcoin-Nachfrage zusätzlich beleuchtet.
Zcash führt die gehebelte Altcoin-Bewegung an
Den größten Anteil an der aktuellen Leverage-Verschiebung hat Zcash. Das Derivatebuch von ZEC stieg auf ein neues Allzeithoch von fast 2,4 Mrd. USD, während der Token im Zuge seiner Rallye das höchste Kursniveau seit zehn Jahren erreichte und im Monatsvergleich fast 150 % zulegte.
Short Seller mussten dabei rund 34 Millionen USD durch erzwungene Schließungen hinnehmen, wie die Analyse der Zcash-Short-Liquidationen zeigt. Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält die Bewegung durch Grayscales Antrag, seinen ZEC Trust in einen Spot-ETF umzuwandeln – eine neue Nachfragekomponente, die parallel zum steigenden Leverage entsteht. Auch Ether und Token rund um die neue Blockchain von Robinhood entwickelten sich stark, angetrieben unter anderem durch das Memecoin-Launchpad Pons, das eine neue Welle von Token-Starts auslöste.
Einordnung durch die Marktanalyse
Michael Bucella, Co-Founder und Managing Partner von Neoclassic Capital, bezeichnete die aktuelle Bitcoin-Entwicklung im CNBC Halftime Report als gesunde Rotation. Nach seiner Einschätzung dominierten nach dem anfänglichen Short-Covering zunehmend Spot-Nachfrage und eine gestiegene Call-Option-Skew, während sich die Futures-Positionierung entspannte.
Gleichzeitig zog Bucella eine Parallele zu Oktober 2025, als eine ähnliche Konstellation aus wachsendem Altcoin-Leverage einer starken marktweiten Liquidation vorausging. Diesen Vergleich sollten Anleger als Mahnung zur Vorsicht verstehen – ähnliche Leverage-Dynamiken spielen auch bei Krypto-Perpetual-Futures generell eine zentrale Rolle.
Warum die Struktur an 2025 erinnert
Das aktuelle Altcoin-Leverage-Niveau erinnert strukturell an die Situation kurz vor dem Crash von 2025. Die Bitcoin-Bewegung selbst wirkt dabei vergleichsweise gesund, weil sie durch Spot-Käufe und nicht allein durch Short-Covering getragen wird – während Trader gleichzeitig zunehmend Kapital in riskantere Altcoin-Positionen verschieben.
Worauf Anleger jetzt achten sollten
Offen bleibt, ob sich das Altcoin-Leverage im weiteren Verlauf des Septembers ruhig zurückbildet oder erneut in eine Liquidationswelle mündet. Ebenso relevant: ob die ETF-gestützte Bitcoin-Nachfrage nach der kurzen Abflussphase Ende August stabil bleibt und ob die Altcoin-Perpetuals dauerhaft über dem Bitcoin-Open-Interest verharren.
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