Interactive Brokers hat Ethereum-Staking für berechtigte Kunden freigeschaltet. Über das bestehende Client Portal können sie ETH staken und ihre Krypto-Anlagen neben traditionellen Investments verwalten; den Staking-Dienst stellt Zerohash bereit.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Berechtigte Kunden können ETH über das Client Portal staken und wieder unstaken.
  • Staking-Dienste kommen von Zerohash; mögliche Rewards werden als zusätzlich gestakte Kryptowährung gutgeschrieben.
  • Erträge sind nicht garantiert. Kursbewegungen und stakingbezogene Risiken bleiben bestehen.

Ethereum-Staking wird im Client Portal verfügbar

Laut der Mitteilung von Interactive Brokers können berechtigte Kunden im Staking-Dashboard des Client Portals Anträge zum Staken und Unstaking von Ethereum einreichen und den Status ihrer Transaktionen verfolgen. Damit wird Staking in die bereits genutzte Broker-Oberfläche integriert, statt einen separaten Zugang zu einer Krypto-Plattform vorauszusetzen. Die technische Bereitstellung des Dienstes übernimmt Zerohash.

Wer Rewards erhält, bekommt diese als zusätzlich gestakte Kryptowährung gutgeschrieben. Sie können sich weiter verzinsen beziehungsweise zusätzliche Rewards erwirtschaften, solange die Position gestakt bleibt. Das ist jedoch keine feste Rendite: Interactive Brokers weist ausdrücklich darauf hin, dass Erträge nicht garantiert sind.

Der Broker unterstützt nach Angaben von Benzinga den Handel mit 20 Kryptowährungen. Dazu zählen neben Ethereum (ETH) auch Bitcoin, XRP, Dogecoin und Solana. Mit der neuen Funktion geht das Angebot damit über Kauf und Verkauf hinaus, während der Zugang für diesen Dienst ausdrücklich auf berechtigte Kunden beschränkt bleibt.

Galik stellt Staking neben Aktienleihe

Interactive-Brokers-Chef Milan Galik verglich das neue Angebot mit dem Stock Yield Enhancement Program des Unternehmens. Bei diesem Programm können teilnehmende Kunden zusätzliche Einnahmen mit Aktien erzielen, die sie besitzen. Galik ordnete Staking entsprechend als Möglichkeit ein, Rewards auf gehaltene Kryptowährungen zu erhalten.

Der Vergleich beschreibt die Perspektive des Unternehmens auf die Funktion, ist aber keine Zusage zu einer bestimmten Rendite. Aktienprogramme und Krypto-Staking unterscheiden sich zudem bei den zugrunde liegenden Vermögenswerten und Risiken. Für Anleger zählt deshalb nicht nur, ob Rewards anfallen, sondern auch, welchen Schwankungen und möglichen Einschränkungen die gestakten ETH ausgesetzt sind.

Mehr Krypto-Funktionen innerhalb eines Brokerangebots

Staking ergänzt bei Interactive Brokers den Handel mit digitalen Vermögenswerten um eine weitere Funktion. Das Unternehmen nennt außerdem Einzahlungen mit Stablecoins wie USDC, RLUSD und PYUSD sowie Übertragungen unterstützter Kryptowährungen an externe Wallets, darunter verwahrte und selbstverwaltete Wallets. Diese Angebote stehen neben klassischen Anlageklassen wie Aktien, Optionen, Futures und Anleihen.

Für Kunden, die bereits ein Brokerkonto nutzen, liegt die Änderung vor allem im gebündelten Zugang: Krypto-Handel, Stablecoin-Finanzierung und nun auch ETH-Staking werden in die breitere Plattform eingebettet. Sie müssen für das Staking laut den vorliegenden Angaben nicht zwischen einer separaten Krypto-Anwendung und ihrem Brokerzugang wechseln. Welche Funktionen verfügbar sind, hängt jedoch von der jeweiligen Berechtigung ab.

Der Schritt fällt in einen Wettbewerb, in dem Finanzplattformen zunehmend mehr als den reinen Kauf und Verkauf von Kryptowährungen anbieten. Staking unterscheidet sich dabei von Liquid Staking: Beim klassischen Staking wird der zugrunde liegende Vermögenswert eingesetzt, während Liquid-Staking-Angebote häufig zusätzliche handelbare Token ausgeben. Die Unterschiede und die damit verbundenen Fragen erläutert unser Überblick zu Staking-Token und Liquid Staking.

Rewards bleiben unsicher, Risiken bestehen weiter

Interactive Brokers nennt zwei zentrale Einschränkungen: Die Rewards sind nicht garantiert, und Anleger bleiben der Volatilität des Kryptomarkts ausgesetzt. Hinzu kommen stakingbezogene Risiken. Der Umstand, dass die Funktion über ein etabliertes Brokerportal erreichbar ist, beseitigt diese Risiken nicht und macht mögliche Erträge nicht mit Zinsen auf ein Bankguthaben vergleichbar.

Auch die Ausgestaltung von Staking-Angeboten kann für Anleger relevant sein, wenn sie regulatorische Aspekte und Renditeversprechen beurteilen. Die konkrete Verfügbarkeit bei Interactive Brokers ist laut Unternehmen auf berechtigte Kunden begrenzt; weitere Angaben zu Ländern oder zusätzlichen teilnahmeberechtigten Gruppen enthält die vorliegende Mitteilung nicht. Für die Einordnung regulatorischer Fragen bietet der Beitrag zu Krypto-Leitlinien und der Behandlung von Token zusätzlichen Kontext.

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Patrick Krauss
Patrick Krauss
Krypto-Analyst & Review-Faktenchecker

Patrick Krauss ist Krypto-Analyst und Autor bei 99Bitcoins und verantwortlich für das Faktenchecking von Krypto-Börsen- und Broker-Reviews. Er prüft sämtliche Inhalte auf fachliche Richtigkeit, Aktualität und Nachvollziehbarkeit und stellt sicher, dass Angaben zu Gebühren, Handelsbedingungen, Regulierung, Sicherheitsstandards und Risikohinweisen korrekt... Mehr lesen

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