Ethereum verlor innerhalb von 24 Stunden 5,9 Prozent und fiel auf rund 2.570 US-Dollar. Damit gerieten gehebelte Long-Positionen im Umfang von etwa 1,35 Milliarden Dollar zunehmend unter Liquidationsdruck, während der ETH-Kurs auf die Marke von 2.500 Dollar zusteuerte. Die Zahlen stammen aus dem am 7. Oktober veröffentlichten Bericht von CryptoSlate.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Rund 1,35 Milliarden Dollar an gehebelten ETH-Longs liegen an Liquidationsmarken unter dem Marktpreis; auf der Short-Seite sind etwa 999,78 Millionen Dollar gefährdet.
  • Ein Liquidationscluster von rund 112,83 Millionen Dollar liegt bei etwa 2.511 Dollar.
  • Long-Trader stellten rund 95 Prozent der ETH-Liquidationen innerhalb von 24 Stunden.

Liquidationsrisiko konzentriert sich nahe 2.511 Dollar

Die von CoinMarketCap erfassten rund 1,35 Milliarden Dollar an ETH-Long-Positionen verteilen sich auf mehrere Liquidationsmarken unterhalb des damaligen Kurses. Auf der Gegenseite waren etwa 999,78 Millionen Dollar an Short-Positionen gefährdet, deren kritische Kursniveaus oberhalb des Marktes lagen. Die Summen beschreiben also keine einzelne Schwelle, an der sämtliche Positionen geschlossen würden.

Der nächste markante Bereich lag laut den Daten bei etwa 2.511 Dollar: Auf Hyperliquid waren dort ETH-Longs im Umfang von rund 112,83 Millionen Dollar positioniert. Bei einem ETH-Kurs von 2.605,65 Dollar betrug der Abstand zu diesem Cluster nur noch etwa 3,6 Prozent. Einen Tag zuvor hatte der Puffer noch bei 7,4 Prozent gelegen.

Liquidationskarten zeigen, an welchen Kursbereichen gehebelte Positionen zunehmend gefährdet sind. Sie bedeuten nicht, dass jede erfasste Position automatisch geschlossen wird. Ein weiterer Rückgang könnte jedoch zusätzliche erzwungene Verkäufe auslösen und den Abwärtsdruck verstärken. Für die Einordnung der kritischen Marken ist auch die Entwicklung wichtiger Ethereum-Kursmarken relevant.

Long-Trader tragen den Großteil der bisherigen Verluste

Der Kursrückgang ging bereits mit umfangreichen Zwangsschließungen einher. CoinGlass zufolge wurden innerhalb von 24 Stunden ETH-Positionen im Wert von 233,36 Millionen Dollar liquidiert; davon entfielen 221,87 Millionen Dollar beziehungsweise rund 95 Prozent auf Long-Trader. Innerhalb von zwölf Stunden erreichte das Liquidationsvolumen 226,22 Millionen Dollar, darunter 216,11 Millionen Dollar an Long-Positionen.

Die größte Einzelliquidation am breiteren Kryptomarkt war eine ETHUSDC-Position auf Binance im Wert von 26,64 Millionen Dollar. Zugleich blieben die erfassten Konten stark long-lastig: Das Long-zu-Short-Verhältnis bei Binance-ETH/USDT-Konten lag bei 3,32, bei OKX bei 2,13. Unter den größten Binance-Tradern betrugen die Verhältnisse 2,34 nach Konten und 1,62 nach Positionen. Diese Kennzahlen beschreiben die Ausrichtung der Konten, nicht den jeweils eingesetzten Dollarbetrag.

Auch die Funding-Raten hatten sich gedreht. Die nach offenem Interesse gewichtete Rate lag bei minus 0,0041 Prozent, die nach Handelsvolumen gewichtete bei minus 0,0034 Prozent. Negative Funding-Raten deuten darauf hin, dass Short-Positionen stärker nachgefragt werden und Short-Trader Long-Trader dafür bezahlen, ihre Positionen in Perpetual Futures zu halten. Damit stehen ein weiterhin long-lastiges Kontenbild und eine stärkere Nachfrage nach Short-Engagements nebeneinander.

ETF-Abflüsse verstärken den Druck – diese Marken zählen

Zusätzlichen Gegenwind lieferten die US-Spot-ETFs auf Ether. Am 6. Oktober verzeichneten sie Nettoabflüsse von rund 202 Millionen Dollar – der größte Tagesabfluss seit dem 16. September. Damit verlängerte sich die Abflussserie auf sechs Handelssitzungen; über diesen Zeitraum summierten sich die Rücknahmen auf etwa 408 Millionen Dollar.

Der Kurs hatte sich damit aus dem Bereich um 2.700 Dollar gelöst, den ETH trotz mehrerer Tage institutioneller Verkäufe zuvor gehalten hatte. Gleichzeitig beliefen sich die kumulierten Nettozuflüsse in Ether-ETFs seit deren Start laut SoSoValue auf 13,55 Milliarden Dollar. Die jüngsten Abflüsse stehen somit einer deutlich größeren Kapitalzufluss-Summe gegenüber, ändern aber nichts daran, dass der Rückgang mit schwächerer ETF-Nachfrage zusammenfiel. Für die Anlegerbeobachtung gehören deshalb auch die Ether-ETF-Abflüsse und mögliche Veränderungen der Nachfrage dazu.

Im Fokus stehen nun der Bereich um 2.511 Dollar und die breitere Schwelle von 2.500 Dollar. Ein weiterer Rückgang würde testen, ob nach den bereits erfolgten Zwangsschließungen noch ausreichend Long-Positionen gefährdet sind, um zusätzlichen Verkaufsdruck auszulösen – oder ob die erste Liquidationswelle zur Stabilisierung beiträgt. Ebenso wichtig sind die folgenden ETF-Flüsse: Eine Umkehr der Abflüsse wäre ein anderes Signal als anhaltende Rücknahmen. Eine weiterführende Einordnung bietet auch die Analyse zum Bereich um 2.400 Dollar; aus den vorliegenden Liquidationsdaten allein lässt sich jedoch keine sichere Kursrichtung ableiten.

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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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