US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten am 7. Oktober Abflüsse von 484,9 Mio. Dollar – den stärksten Tagesverlust seit dem 25. Juni. Bitcoin fiel im Anschluss bis auf 81.749,83 Dollar und testete damit die Zone um 82.000 Dollar, während hohe Anleiherenditen, teures Öl und Zinssorgen die Stimmung belasteten.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Am 7. Oktober flossen 484,9 Mio. Dollar aus US-Spot-Bitcoin-ETFs ab.
  • Bitcoin rutschte bis auf 81.749,83 Dollar und damit kurz unter die 82.000-Dollar-Marke.
  • Die ETF-Flüsse lagen im Oktober bis einschließlich 7. Oktober 163,3 Mio. Dollar im Minus.

Bitcoin-ETFs verzeichnen den stärksten Abfluss seit Juni

Laut dem ETF-Tracker von Decrypt entfielen 207,7 Mio. Dollar der Abflüsse auf BlackRocks IBIT. Fidelitys FBTC verlor weitere 105,1 Mio. Dollar. Der Gesamtbetrag entsprach rund 81 Prozent der Zuflüsse, die in den neun vorangegangenen Sitzungen zusammengekommen waren – ein abrupter Umschwung nach einer Phase kontinuierlicher Käufe.

Trotz des scharfen Tagesabflusses weisen die US-Spot-Bitcoin-ETFs seit ihrem Start weiterhin kumulierte Nettozuflüsse von 57,8 Mrd. Dollar auf. Der Vorgang ist daher nicht mit einem umfassenden Rückzug aus den Fonds gleichzusetzen. Für den Oktober ergibt sich bis einschließlich 7. Oktober dennoch ein negativer Zwischenstand von 163,3 Mio. Dollar: In den ersten vier Handelssitzungen des Monats hatten die Produkte zunächst 321,6 Mio. Dollar angezogen, bevor die Abflüsse die Monatsbilanz ins Minus drehten.

ETF-Ströme geben einen Einblick in die Nachfrage nach reguliertem Bitcoin-Zugang, bilden aber nicht den gesamten Markt ab. Auch außerhalb der Fonds können Käufer und Verkäufer den Kurs bewegen; die Kapitalflüsse bei Bitcoin- und Ether-ETFs zeigen deshalb nur einen Teil des institutionellen Marktbilds.

Bitcoin testet 82.000 Dollar unter makroökonomischem Druck

Am Donnerstag, dem 8. Oktober, fiel Bitcoin laut Decrypt bis auf 81.749,83 Dollar. Das lag rund sechs Prozent unter dem Wochenhoch von 86.978 Dollar. Gleichzeitig wurden innerhalb von 24 Stunden Derivatepositionen im Umfang von etwa 429 Mio. Dollar liquidiert; 87,5 Prozent davon waren Long-Positionen, also Wetten auf steigende Kurse. Solche Zwangsverkäufe können einen Rückgang zusätzlich beschleunigen.

Eine goldene Bitcoin-Münze auf einem Bildschirm mit Trading-Charts und Finanzdaten.
Bitcoin-Kursverlauf auf einem Trading-Monitor – Foto: Kanchanara / Unsplash

Der Bericht ordnet den Verkaufsdruck vor allem in ein schwieriges makroökonomisches Umfeld ein. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen erreichte etwa 5,7 Prozent und damit den höchsten Stand seit 2002; zugleich lag die Rendite zehnjähriger Treasuries über fünf Prozent. Brent-Rohöl schloss nahe 100 Dollar je Barrel. Hohe Anleiherenditen machen verzinsliche Anlagen für große Investoren attraktiver, während Bitcoin selbst keine laufenden Erträge abwirft. Steigende Ölpreise nähren zudem Inflationssorgen und erschweren eine Lockerung der Geldpolitik.

Damit bleibt die Zone um 82.000 Dollar ein wichtiger kurzfristiger Beobachtungspunkt, aber keine gesicherte Unterstützung. Ob Bitcoin diesen Bereich behauptet, ist auch vor dem Hintergrund der Belastung durch höhere US-Renditen und Fed-Sorgen relevant. Der Kursrückgang allein belegt allerdings nicht, dass die ETF-Abflüsse die einzige Ursache waren.

ETF-Flüsse, Fed und Oktober-Muster im Blick

Auch der saisonale Rückenwind, auf den Anleger mit dem Begriff „Uptober“ häufig verweisen, ist nicht selbstverständlich: Bitcoin hatte sechs Oktober in Folge zugelegt, bevor der Kurs im Oktober 2025 um 3,69 Prozent fiel. Im September 2026 hob die Federal Reserve die Zinsen erstmals seit 2023 an. Die Protokolle der jüngsten Sitzung zeigten, dass die meisten Vertreter bis zum Jahresende eine weitere Anhebung erwarteten; zugleich war im Protokoll kein konkreter Termin dafür festgelegt.

Für die nächsten Handelssitzungen sind daher zwei Entwicklungen besonders relevant: Hält Bitcoin die 82.000-Dollar-Zone, und drehen die ETF-Flüsse nach dem negativen Oktober-Zwischenstand wieder ins Plus? Anhaltende Abflüsse würden den Nachfragedruck sichtbar machen, während eine Rückkehr zu Zuflüssen die aktuelle Schwäche relativieren könnte. In seiner Berichterstattung nannte Decrypt für eine Zinserhöhung im Oktober eine von CME FedWatch eingepreiste Wahrscheinlichkeit von 19,4 Prozent; die Plattform Myriad lag bei 17 Prozent.

Die nächsten Fed-Sitzungen sind für den 27. und 28. Oktober sowie den 8. und 9. Dezember angesetzt. Bis dahin dürften sowohl die Kommunikation der Notenbank als auch die täglichen ETF-Daten wichtige Signale liefern. Für Anleger bleiben dabei auch die kurzfristigen Kurswiderstände bei Bitcoin relevant: Der Test bei 82.000 Dollar ist ein messbarer Wendepunkt im aktuellen Rückgang, aber noch kein Beleg für eine nachhaltige Trendwende in die eine oder andere Richtung.

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Patrick Krauss
Patrick Krauss
Krypto-Analyst & Review-Faktenchecker

Patrick Krauss ist Krypto-Analyst und Autor bei 99Bitcoins und verantwortlich für das Faktenchecking von Krypto-Börsen- und Broker-Reviews. Er prüft sämtliche Inhalte auf fachliche Richtigkeit, Aktualität und Nachvollziehbarkeit und stellt sicher, dass Angaben zu Gebühren, Handelsbedingungen, Regulierung, Sicherheitsstandards und Risikohinweisen korrekt... Mehr lesen

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