Bereits im Dezember vergangenen Jahres hatte Donald Trump angekündigt, im Januar seinen Kandidaten für die Nachfolge an der Spitze der US-Notenbank zu benennen.

Hintergrund ist das reguläre Ende der Amtszeit von Jerome Powell im Jahr 2026. Mit Powell zeigte sich der amtierende US-Präsident immer wieder unzufrieden.

Nun verdichten sich die Signale: Nach erneuten Aussagen des ehemaligen Präsidenten soll es bereits am heutigen Freitag soweit sein.

Mit der offiziellen Bekanntgabe seines Picks für die Fed-Nachfolge rückt eine personalpolitische Entscheidung in den Fokus, die weit über Washington hinausreicht. Märkte, Investoren und natürlich Krypto-Anleger weltweit blicken gespannt auf die Nominierung – nicht zuletzt wegen ihrer potenziellen Folgen für Geldpolitik, Inflationserwartungen und damit eben auch alle Assetklassen.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Trump kündigt heute seinen Kandidaten für die Fed-Nachfolge offiziell an.
  • Jerome Powells Amtszeit endet 2026, Nachfolge seit Monaten diskutiert.
  • Reuters berichtet: Kevin Warsh überzeugte Trump bei Treffen im Weißen Haus.
  • Polymarket preist Warsh mit rund 90 Prozent Wahrscheinlichkeit ein.
  • Arkham sieht Warsh als restriktiven Falken, kurzfristig negativ für Risikoassets.
  • Dovishere Alternativen wie Rick Rieder oder Kevin Hassett gelten als bullischer für Krypto.
  • Hayes und Alden betonen: Systemische Kräfte dominieren, nicht einzelne Fed-Personalien.

Wer folgt Powell? Warsh in Trumps Fokus

Ein aktueller Reuters-Bericht liefert neue Hinweise auf die mögliche Nachfolge an der Spitze der US-Notenbank. Demnach traf sich der frühere Fed-Gouverneur Kevin Warsh am Donnerstag im Weißen Haus mit Donald Trump. Laut mit der Angelegenheit vertrauten Quellen hinterließ Warsh dabei einen positiven Eindruck. Trump prüft derzeit mehrere Kandidaten, die Jerome Powell nach Ablauf seiner Amtszeit ablösen könnten.

Eine endgültige Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen. Die offizielle Bekanntgabe des Favoriten wird für Freitag erwartet und dürfte an den Finanzmärkten aufmerksam verfolgt werden.

Polymarket

Die aktuellen Polymarket-Daten senden dabei ein klares Signal. Seit gestern hat sich die Wahrscheinlichkeit für Kevin Warsh als künftigen Fed-Vorsitzenden sprunghaft auf rund 90 Prozent erhöht. Parallel sind die Quoten der übrigen Kandidaten deutlich eingebrochen. Der Markt preist damit nahezu ein, dass Warsh die Nachfolge von Jerome Powell antreten wird.

Das hohe Handelsvolumen unterstreicht die Aussagekraft zusätzlich. Kurz gesagt: Aus Marktsicht ist die Entscheidung faktisch gefallen, die Wahrscheinlichkeit einer Überraschung wird aktuell als sehr gering eingeschätzt.

Trumps Fed-Pick: Ist Warsh bullisch für Krypto?

Aus einer Krypto-Perspektive stellt sich natürlich die Frage, wie Trumps Fed-Pick für Bitcoin & Co. wäre. Dies ist immer in Bezug auf eine Krypto-freundliche Herangehensweise und eine eher dovishe Geldpolitik spannend. Doch was ist diesbezüglich über Kevin Warsh bekannt?

Eine Analyse von Arkham ordnet Kevin Warsh als vergleichsweise restriktiven Kandidaten ein. Warsh gilt als geldpolitischer „Falke“, der die Unabhängigkeit der Fed sowie Preisstabilität klar über kurzfristige Marktimpulse stellt. Kurzfristig wäre er damit weder für Kryptowährungen noch für klassische Risk-on-Assets die krypto-freundlichste Wahl. Im Vergleich zu anderen Kandidaten, die vermutlich schneller und aggressiver Zinssenkungen umgesetzt hätten, dürfte Warsh einen vorsichtigeren Kurs verfolgen. Langfristig sehen Beobachter darin jedoch die Grundlage für stabilere, nachhaltigere Marktbewegungen.

Insoweit wären hier die Alternativen wie Rick Rieder oder Kevin Hassett die bullischere Wahl für Bitcoin und Co. Damit wäre die Wahl durchaus etwas überraschend. Schließlich hatte Donald Trump mehrfach niedrigere Zinsen gefordert.

Doch ist das jetzt gleich ein Argument, Bitcoin und Co. zu verkaufen?

Die Geldpolitik kennt langfristig nur eine Richtung

Trotz der starken Symbolkraft darf der Einfluss des Fed-Vorsitzenden nicht überschätzt werden. Der Fed-Chair bestimmt die Richtung der geldpolitischen Debatte, entscheidet jedoch nicht allein über Zinsschritte. Diese werden im Federal Open Market Committee gemeinschaftlich beschlossen, in dem mehrere stimmberechtigte Mitglieder vertreten sind. Unterschiedliche wirtschaftliche Einschätzungen, Inflationsdaten und Arbeitsmarktzahlen fließen dabei ein. Selbst ein klar positionierter Vorsitzender kann daher keine einseitige Geldpolitik durchsetzen. Die Entscheidungen bleiben das Ergebnis eines kollektiven Abwägungsprozesses.

Die Reaktionen von Arthur Hayes und Lyn Alden zeigen ergo einen klaren Blickwinkel auf die Debatte um den künftigen Fed-Vorsitz. Hayes argumentiert provokant, dass die Person an der Spitze der Notenbank überschätzt werde. Selbst unter Jerome Powell habe die Fed trotz politischer Widerstände Geldpolitik gelockert und Liquidität bereitgestellt. Für Hayes ist entscheidend, dass das globale System – insbesondere die Rolle des US-Dollars als Leitwährung – dauerhaft günstige Finanzierung erzwingt, unabhängig vom Namen des Fed-Chairs.

Die Bestseller-Autorin und Makro-Analystin Lyn Alden stimmt dieser Aussage implizit zu. Ihre ironische Antwort deutet darauf hin, dass strukturelle Kräfte wie Verschuldung, Fiskalpolitik und geopolitische Stabilität schwerer wiegen als Personalentscheidungen.

Beide sehen die geldpolitische Richtung langfristig als vorgezeichnet: Der „Zug“ fährt weiter, selbst wenn sich der Fahrer ändert, was wiederum bullische Krypto Prognosen unterstützt.

Trump, Powell und Federal Reserve: Das bringen die nächsten Jahre

Die Entscheidung über den nächsten Fed-Vorsitzenden ist dennoch weit mehr als eine Personalie. Denn diese sendet ein zentrales Signal über die künftige Ausrichtung des US-Finanzsystems und damit auch über den globalen makroökonomischen Kurs. Ob sich Donald Trump für einen eher dovishen Kandidaten oder für einen geldpolitischen Falken wie Kevin Warsh entscheidet, beeinflusst Erwartungen an Zinsen, Liquidität und Risikobereitschaft für Jahre. Gleichzeitig zeigt die Debatte: Der Fed-Chair agiert nicht im Alleingang, sondern eingebettet in strukturelle Zwänge aus Staatsverschuldung, Fiskalpolitik und globaler Dollar-Dominanz.

Für den Kryptomarkt ist die Symbolik dennoch relevant. Langfristig dürfte weniger der Name, sondern der systemische Rahmen der Federal Reserve über die Richtung entscheiden. Hier erleben wir in der Trump-Administration eine zunehmende Integration digitaler Assets in das traditionelle Finanzsystem.


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Daniel Robrecht

Nach seinem Rechtswissenschaften- und Management-Studium entschied sich Daniel für eine Tätigkeit als freiberuflicher Autor und verfasst mittlerweile seit rund 10 Jahren qualitative Publikationen zu diversen Fachthemen. Als Investor sammelte er jahrelang Erfahrung mit Aktien & Kryptowährungen. Neben einem langfristigen Investitionsansatz... Mehr lesen

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