Die US-amerikanischen Bitcoin-Mining-Unternehmen MARA und CleanSpark haben im jüngsten Quartal zweistellige Umsatzrückgänge und hohe Nettoverluste gemeldet. Bei MARA waren BTC-Fair-Value-Abwertungen der wesentliche Verlusttreiber. Beide Unternehmen bauen zugleich ihre Aktivitäten im Bereich künstliche Intelligenz (KI) und High-Performance Computing (HPC) aus, erzielten daraus bislang aber keine oder nahezu keine Umsätze.

Schwache Quartalszahlen bei MARA und CleanSpark

MARA meldete für das zweite Quartal einen Umsatz von 174,9 Millionen US-Dollar. Das entsprach einem Rückgang von 26,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und lag unter den Analystenerwartungen von 209,4 Millionen US-Dollar. Der Nettoverlust betrug 611,3 Millionen US-Dollar, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von 808,2 Millionen US-Dollar ausgewiesen worden war. Als Hauptursache für den Verlust nennt der Bericht Fair-Value-Abwertungen auf Bitcoin-Bestände.

Die digitalen Vermögenswerte von MARA sanken von 4,7 Milliarden auf 2,1 Milliarden US-Dollar. Operativ erreichte die aktivierte Hashrate 70,3 EH/s, ein Anstieg von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Anteil am Netzwerk stieg auf 5,9 Prozent.

Auch CleanSpark verzeichnete im dritten Geschäftsquartal einen Umsatzrückgang. Die Erlöse lagen bei 138 Millionen US-Dollar und damit 30,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Nettoverlust betrug 239,8 Millionen US-Dollar, nachdem im Vergleichsquartal ein Gewinn von 257,4 Millionen US-Dollar erzielt worden war. Das bereinigte EBITDA drehte von positiven 377,7 Millionen US-Dollar auf minus 113 Millionen US-Dollar.

KI- und HPC-Ausbau mit unterschiedlichen Ausgangslagen

MARA verfolgt mehrere Wege, um Infrastruktur für KI und HPC aufzubauen. Dazu zählen die Entwicklung von Rechenzentren gemeinsam mit Starwood Capital, die Übernahme des französischen HPC-Betreibers Exaion sowie die geplante Übernahme von Long Ridge Energy & Power. Zusammen ergeben diese Vorhaben laut Bericht eine Strompipeline von 4,8 Gigawatt.

Die Projekte befinden sich jedoch in unterschiedlichen Stadien. Für die Zusammenarbeit mit Starwood Capital gab es noch keine unterzeichneten Kundenverträge. Exaion wurde übernommen, soll im Gesamtjahr aber lediglich Umsätze im niedrigen zweistelligen Millionenbereich erzielen. Die Übernahme von Long Ridge Energy & Power mit einem Unternehmenswert von 1,5 Milliarden US-Dollar steht noch unter Genehmigungsvorbehalt. Für die ersten 200 Megawatt KI-Last ist eine Bereitstellung zur Jahresmitte 2028 vorgesehen. Der Beitrag von KI und HPC zum Umsatz von MARA liegt bislang nahezu bei null.

CleanSpark erzielte im abgelaufenen Quartal nach Angaben des Berichts 100 Prozent seiner Umsätze mit Bitcoin-Mining. Am 14. Juli unterzeichnete das Unternehmen jedoch einen 20-jährigen Triple-Net-Leasingvertrag mit einem nicht genannten globalen Technologiekonzern für den Standort Sandersville im US-Bundesstaat Georgia. Dort sollen 175 Megawatt kritische IT-Last bereitgestellt werden; die Auslieferung ist für das vierte Quartal 2027 vorgesehen.

Die vertraglich vereinbarten Erlöse belaufen sich auf rund 6,6 Milliarden US-Dollar und können mit Verlängerungsoptionen bis zu 11,6 Milliarden US-Dollar erreichen. Die Investitionen für 175 Megawatt werden auf etwa 1,75 bis 2,1 Milliarden US-Dollar geschätzt. CleanSpark hat nach Angaben des Berichts Eigenkapital finanziert und Ausrüstung mit langen Lieferzeiten vorausbezahlt.

Core Scientific mit bereits realisierten Hosting-Umsätzen

Der Konkurrent Core Scientific weist bereits einen deutlich höheren Anteil von KI- und HPC-Umsätzen aus. Im zweiten Quartal verdoppelte das Unternehmen seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr auf 164,2 Millionen US-Dollar. Davon entfielen 136,7 Millionen US-Dollar oder 83 Prozent auf Colocation-Hosting für KI- und HPC-Infrastruktur. Das eigene Mining steuerte 21,5 Millionen US-Dollar bei.

Mitte Juli rechnete Core Scientific laut Bericht bereits 437 Megawatt Kundenkapazität ab. Die annualisierten Hosting-Erlöse lagen bei rund 635 Millionen US-Dollar. Der Nettoverlust im zweiten Quartal betrug 1,16 Milliarden US-Dollar und wurde hauptsächlich durch eine nicht zahlungswirksame Veränderung des Fair Value von Optionsscheinen in Höhe von 1,05 Milliarden US-Dollar beeinflusst. Das bereinigte EBITDA lag bei positiven 41,1 Millionen US-Dollar; der operative Cashflow im ersten Halbjahr betrug 230,9 Millionen US-Dollar.

Entscheidend sind abrechenbare Kapazitäten und Umsätze

Die drei Unternehmen befinden sich bei der KI-Transformation in unterschiedlichen Phasen. Core Scientific erzielt bereits den größten Teil seiner Erlöse mit KI- und HPC-Hosting. CleanSpark verfügt über einen unterzeichneten langfristigen Vertrag, erzielt aus KI und HPC aber noch keine Umsätze. MARA baut seine Plattform und Strompipeline aus, hat jedoch noch keine unterzeichneten KI-Kunden und keine abrechenbaren Kapazitäten in diesem Bereich.

  • MARA: Die 4,8-Gigawatt-Pipeline steht Projekten gegenüber, die sich teils noch in Genehmigungs- und Kundengesprächen befinden.
  • CleanSpark: Der Vertrag für Sandersville sieht die Bereitstellung von 175 Megawatt ab dem vierten Quartal 2027 vor und erfordert hohe Investitionen.
  • Core Scientific: Das Unternehmen rechnet bereits Kundenkapazität ab und erzielt den überwiegenden Umsatzanteil mit KI- und HPC-Hosting.

Weitere Details enthält der Bericht von TechFlow.

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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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