Der Kryptomarkt startet angeschlagen in die neue Woche. Der massive Sicherheitsvorfall rund um Coldcard belastet das Vertrauen in die Selbstverwahrung, während Bitcoin zeitweise unter 63.000 US-Dollar gefallen ist. Dennoch blieb eine kapitulationsartige Verkaufsbewegung bislang aus.
Auch zahlreiche Altcoins bewegten sich auf Wochensicht überwiegend seitwärts. Neben weiteren Erkenntnissen zum Coldcard-Hack richtet sich der Fokus nun vor allem auf neue US-Arbeitsmarktdaten sowie wichtige fundamentale Entwicklungen bei Hyperliquid und Solana.
Das Wichtigste im Überblick:
- Bitcoin fällt unter 63.000 Dollar, doch eine Kapitulation bleibt bislang aus.
- US-Arbeitsmarktdaten könnten neue Erwartungen an Zinssenkungen und Liquidität auslösen.
- Hyperliquid plant zusätzliche HYPE-Rückkäufe aus künftigen USDC-Zinserträgen.
- Solana diskutiert eine schnellere Inflationssenkung, beschlossen ist sie noch nicht.
US-Arbeitsmarkt rückt wegen der Geldpolitik in den Fokus
In der kommenden Woche dürften vor allem neue Daten zum amerikanischen Arbeitsmarkt die Richtung für Bitcoin und andere Risikoanlagen beeinflussen. Den Auftakt macht am Dienstag, dem 4. August, der JOLTS-Bericht für Juni. Er zeigt unter anderem, wie viele offene Stellen, Neueinstellungen und freiwillige Kündigungen es in den USA gibt. Am Mittwoch folgt der ADP-Arbeitsmarktbericht für Juli, bevor am Freitag, dem 7. August, der offizielle US-Arbeitsmarktbericht veröffentlicht wird.
Key Events This Week:
1. Markets React to Trump Cancelling US Strikes on Iran – Today, 6 PM ET
2. July ISM Manufacturing PMI data – Monday
3. June JOLTS Job Openings data – Tuesday
4. AMD, $AMD, and SpaceX, $SPCX, Report Earnings – Tuesday
5. July ADP Nonfarm Employment…
— The Kobeissi Letter (@KobeissiLetter) August 2, 2026
Für die Geldpolitik ist insbesondere entscheidend, ob sich die Nachfrage nach Arbeitskräften weiter abkühlt. Schwächere Beschäftigungszahlen könnten Erwartungen auf eine lockerere Geldpolitik und mögliche Zinssenkungen verstärken. Das wäre grundsätzlich positiv für Bitcoin, da niedrigere Renditen und günstigere Finanzierungsbedingungen riskante Anlagen attraktiver machen. Überraschend starke Daten könnten dagegen die Zinsen länger hoch halten und zusätzlichen Druck auf den Kryptomarkt ausüben.
HYPE: Neue Einnahmen könnten zusätzliche Rückkäufe finanzieren
Bei Hyperliquid richtet sich der Blick bereits auf den August. Denn nun soll im Rahmen der sogenannten AQAv2-Struktur die Verzinsung der auf Hyperliquid gehaltenen USDC-Bestände zugunsten des Ökosystems anlaufen. Rund 90 Prozent der daraus entstehenden Erträge sollen letztlich für zusätzliche HYPE-Rückkäufe verwendet werden. Die erste tatsächliche Zahlung an den Rückkaufmechanismus wird allerdings erst für Anfang Oktober erwartet.
LATEST: ⚡ Former Barclays CEO Bob Diamond says Circle and Hyperliquid will be infrastructure winners from the CLARITY Act. pic.twitter.com/cvZzpfC4sb
— CoinMarketCap (@CoinMarketCap) August 1, 2026
Analystenschätzungen gehen davon aus, dass dadurch langfristig zusätzliche Rückkäufe im Umfang von etwa 135 bis 160 Millionen US-Dollar pro Jahr entstehen könnten. Die häufig genannte Marke von mehr als 100 Millionen US-Dollar basiert somit auf Hochrechnungen und ist keine garantierte Einnahme. Für HYPE wäre die Konstruktion dennoch fundamental interessant: Hyperliquid verwendet bereits einen großen Teil seiner Handelsgebühren für Tokenkäufe.
Die USDC-Erträge würden eine zweite, weniger unmittelbar vom Handelsvolumen abhängige Nachfragequelle schaffen. Sinkende US-Zinsen könnten die erwarteten Einnahmen allerdings reduzieren.
SOL: Neue Inflationssenkung steht noch vor der Abstimmung
Bei Solana wird derzeit eine weitere Verschärfung der sogenannten Disinflation diskutiert. Der Vorschlag SIMD-550 beziehungsweise SGP-0002 sieht vor, die jährliche Reduktion der SOL-Inflationsrate von derzeit 15 auf 30 Prozent zu verdoppeln. Die Inflation selbst würde damit nicht sofort halbiert. Vielmehr würde die Rate, mit der die jährliche Ausgabe neuer SOL sinkt, deutlich beschleunigt.
allow me translate:
the work is finally done and @Helius is about to propose the official Solana inflation reduction vote
no empty talk this time
trillions https://t.co/qGKsxEmaP6
— mert (@mert) July 7, 2026
Nach aktuellen Berechnungen könnte Solana dadurch bereits ungefähr 2029 die langfristige Zielinflation von rund 1,5 Prozent erreichen. Unter dem bisherigen Modell wäre dieses Niveau erst ungefähr 2032 zu erwarten. In den kommenden sechs Jahren könnten dadurch rund 18,9 Millionen SOL weniger ausgegeben werden. Wichtig ist jedoch: Die Änderung ist noch nicht automatisch beschlossen und geht nicht unmittelbar live. Zunächst muss der Governance-Prozess abgeschlossen werden.
Selbst nach einer Zustimmung ist eine mehrmonatige Übergangsphase vorgesehen. Für SOL wäre eine Annahme langfristig positiv, weil der strukturelle Verkaufsdruck durch neu ausgegebene Token schneller sinken würde. Für Validatoren könnten gleichzeitig geringere Staking-Erträge entstehen.
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