XRP verzeichnet heute lediglich ein moderates Kursplus und notiert weiterhin bei rund 1,07 US-Dollar. Damit bleibt der Coin in der engen Handelsspanne zwischen etwa 1,00 und 1,10 US-Dollar gefangen, die bereits die vergangenen Wochen prägte. Trotz der fehlenden Kursdynamik entwickelt sich das Ökosystem im Hintergrund weiter.

Zwei aktuelle Meldungen könnten dabei langfristig besonders relevant werden: XRP-Halter erhalten erstmals Zugang zu einem institutionell kuratierten Kreditmarkt auf Ethereum. Gleichzeitig baut die XRP Ledger Foundation gemeinsam mit Ankr eine weltweit verteilte Infrastruktur auf, die Entwicklern den Zugang zum Netzwerk deutlich erleichtert. Noch reagiert der Markt kaum – doch fundamental wächst die XRP-Nutzung, was sich wiederum positiv auf eine Ripple Prognose auswirken könnte.

Das Wichtigste im Überblick:

  • XRP stagniert heute bei 1,07 Dollar trotz neuer fundamentaler Wachstumsimpulse.
  • FXRP ermöglicht Kredite in RLUSD, ohne XRP verkaufen zu müssen.
  • Ankr schafft weltweit kostenlose XRPL-Zugänge und senkt Entwicklerhürden deutlich spürbar.
  • Neue Funktionen könnten Nutzung, Liquidität und langfristige XRP-Nachfrage deutlich stärken.

XRP als Sicherheit: Halter können jetzt RLUSD leihen, ohne ihre Coins zu verkaufen

Eine der größten Schwächen von XRP war bislang die vergleichsweise geringe Einbindung in den dezentralen Finanzmarkt. Obwohl XRP zu den wertvollsten Kryptowährungen gehört, konnten Halter ihre Bestände nur eingeschränkt als produktives Kapital einsetzen. Eine neue Integration von Flare, Sentora und Morpho soll dies nun ändern.

FXRP wurde als Sicherheit für einen isolierten Kreditmarkt innerhalb des von Sentora kuratierten RLUSD-Vaults auf Morpho Blue zugelassen. Nutzer können dadurch ihre XRP zunächst über das FAssets-Protokoll von Flare in FXRP umwandeln. FXRP bildet die hinterlegten XRP im Verhältnis von 1:1 ab und kann anschließend über eine Cross-Chain-Verbindung auf Ethereum übertragen werden. Dort lässt sich FXRP als Sicherheit hinterlegen, um RLUSD zu leihen – ohne die ursprüngliche XRP-Position verkaufen zu müssen.

RLUSD ist der von Ripple ausgegebene, an den US-Dollar gekoppelte Stablecoin. Der von Sentora verwaltete RLUSD-Vault umfasst derzeit Einlagen von ungefähr 280 Millionen US-Dollar. Nach Angaben der beteiligten Projekte handelt es sich um das erste Mal, dass eine XRP-basierte Position als Sicherheit in einem institutionell kuratierten Kreditmarkt auf Ethereum zugelassen wurde. Sentora prüfte vor der Freigabe unter anderem das Marktverhalten von FXRP, die verwendeten Preisorakel, die verfügbare Liquidität und die Mechanismen möglicher Liquidationen.

Für XRP-Halter verbessert sich damit die Kapitaleffizienz. Wer Liquidität benötigt, muss seine Coins nicht mehr zwangsläufig verkaufen, sondern kann gegen die Position einen Stablecoin-Kredit aufnehmen. Das könnte den Verkaufsdruck reduzieren und XRP zugleich stärker mit dem Ethereum-DeFi-Markt verbinden.

Risiken bleiben jedoch bestehen. Neben dem XRP-Kursrisiko kommen Smart-Contract-, Brücken- und Liquidationsrisiken hinzu. Fällt XRP stark, kann die hinterlegte Position liquidiert werden. Der isolierte Morpho-Markt begrenzt zwar mögliche Auswirkungen auf andere Kreditmärkte, beseitigt diese Gefahren aber nicht. Dennoch erhält XRP dadurch einen konkreten zusätzlichen Anwendungsfall, der über reine Zahlungen und Spekulation hinausgeht.

Globale XRPL-Knoten: Ankr senkt die Einstiegshürden für Entwickler

Der zweite potenziell bullische Impuls betrifft nicht unmittelbar XRP-Halter, sondern die technische Basis des XRP Ledgers. Die XRP Ledger Foundation arbeitet künftig mit dem Infrastrukturunternehmen Ankr zusammen, um weltweit verteilte öffentliche XRPL-Knoten bereitzustellen. Erste Standorte befinden sich unter anderem in New York, San Francisco, Amsterdam und Singapur.

Für Entwickler ist dies relevant, weil Anwendungen eine zuverlässige Verbindung zu einer Blockchain benötigen. Über sogenannte RPC-Endpunkte können Software, Wallets oder Handelsanwendungen Daten vom Ledger abrufen und Transaktionen an das Netzwerk senden. Bislang mussten Entwickler dafür teilweise einen eigenen XRPL-Server betreiben oder auf bestehende Anbieter zurückgreifen. Das verursacht Kosten, benötigt technisches Know-how und erfordert eine laufende Wartung.

Ankr stellt nun kostenfrei zugängliche JSON-RPC-Endpunkte für Mainnet und Testnet bereit. Entwickler können dadurch neue Anwendungen testen und mit dem XRP Ledger verbinden, ohne zunächst eine eigene Node-Infrastruktur aufbauen zu müssen. Die geografische Verteilung soll außerdem die Latenz reduzieren und die Zuverlässigkeit des Zugangs verbessern. Ankr betreibt nach eigenen Angaben Infrastruktur in mehr als 30 Regionen und verarbeitet über sein Netzwerk täglich mehrere Milliarden RPC-Anfragen.

Die neuen Knoten machen den XRP Ledger nicht automatisch dezentraler, da öffentliche RPC-Server nicht zwangsläufig als Validatoren am Konsens teilnehmen.

Dennoch verbreitern sie die öffentlich verfügbare Zugangsinfrastruktur. Sollte ein einzelner Endpunkt ausfallen oder überlastet sein, stehen Entwicklern zusätzliche geografisch verteilte Verbindungen zur Verfügung.

Das Timing ist ebenfalls interessant. Die Erweiterung erfolgt im Vorfeld der geplanten xrpld-Version 3.3.0. Im Zusammenhang mit dem Update werden fünf Änderungen diskutiert, darunter „Confidential MPT“ für vertraulichere tokenisierte Vermögenswerte und „Batch“ zur gebündelten beziehungsweise atomaren Ausführung mehrerer Transaktionen. Die Änderungen sind jedoch noch nicht automatisch aktiv: Amendments benötigen die vorgeschriebene Zustimmung der Validatoren, bevor sie im Mainnet freigeschaltet werden.

Kurzfristig erzeugen neue RPC-Knoten keine direkte XRP-Nachfrage. Langfristig können niedrigere Entwicklungshürden jedoch mehr Anwendungen, Nutzer und Transaktionen auf den XRP Ledger bringen. Zusammen mit der neuen Kreditfunktion für FXRP entsteht somit ein klareres Bild: XRP wird technisch leichter zugänglich und zugleich als Kapital im DeFi-Markt nutzbarer.


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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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