Solana steckt weiterhin tief in der Krise. Der SOL-Kurs notiert aktuell bei rund 70 US-Dollar und damit etwa 75 Prozent unter seinem bisherigen Allzeithoch. Während andere große Kryptowährungen zumindest zeitweise Erholungsversuche zeigten, blieb Solana zuletzt auffällig schwach.

Fundamental entwickelt sich das Netzwerk jedoch weiter: Entwickler arbeiten an einer höheren Leistungsfähigkeit, einer effizienteren Gebührenstruktur und einer nachhaltigeren Tokenökonomie. Nun könnte ausgerechnet die bislang hohe Inflation von SOL grundlegend verändert werden. Zwei miteinander verbundene Vorschläge zur schnelleren Disinflation und zu deutlich höheren Token-Burns haben die erste wichtige Hürde genommen. Damit rückt eine weitreichende Reform der Solana-Geldpolitik näher, was wiederum eine bullische Solana Prognose unterstreicht.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Solana notiert bei 70 Dollar, rund 75 Prozent unter Allzeithoch.
  • Zwei Reformvorschläge sollen Inflation senken und Token-Burn deutlich erhöhen nachhaltig.
  • Die erste Signalisierungsphase wurde nun mit ausreichender Validatoren-Unterstützung erfolgreich abgeschlossen.
  • Danach folgen Diskussion, finale On-Chain-Abstimmung und anschließend mögliche technische Umsetzung.

Solana-Reform nimmt die erste Hürde

Das kombinierte Governance-Paket SGP-0003 hat genügend Unterstützung erhalten, um die anfängliche Signalisierungsphase erfolgreich abzuschließen. Nach Angaben aus dem Solana-Ökosystem signalisierten 76 Validatoren mit zusammen rund 65,22 Millionen gestakten SOL ihre Zustimmung. Damit wurde die erforderliche Schwelle von 15 Prozent des aktiven Stakes überschritten. Zu den größten Unterstützern sollen unter anderem Helius und Jupiter gehören.

Die Abstimmung war zunächst noch keine endgültige Entscheidung über die Umsetzung. Vielmehr mussten die Befürworter beweisen, dass innerhalb des Validatoren-Netzwerks überhaupt genügend Interesse an einer formellen Abstimmung besteht. Genau dieser erste Schritt ist nun gelungen. Das Paket gelangt damit in die Diskussionsphase und kann anschließend einer finalen On-Chain-Abstimmung unterzogen werden.

Für Solana ist das relevant, weil frühere Versuche zur Reform der Inflation gescheitert waren. SIMD-0228 erreichte 2025 zwar eine Mehrheit, verfehlte jedoch die notwendige Zweidrittelmehrheit. Der neue Ansatz ist bewusst einfacher und kombiniert zwei klar definierte Veränderungen.

Diese beiden Vorschläge sollen SOL knapper machen

SGP-0003 verbindet die Vorschläge SIMD-0550 und SIMD-0553. Beide setzen an unterschiedlichen Seiten des SOL-Angebots an: Der erste Vorschlag reduziert die Geschwindigkeit, mit der neue Token entstehen. Der zweite erhöht die Menge an SOL, die durch Netzwerkgebühren dauerhaft vernichtet wird.

SIMD-0550 würde die jährliche Disinflationsrate von derzeit 15 auf 30 Prozent verdoppeln. Solanas Inflationsrate sinkt bereits heute schrittweise, bis langfristig eine Untergrenze von 1,5 Prozent erreicht wird. Durch die Änderung könnte dieses Ziel bereits 2029 statt erst ungefähr 2032 erreicht werden. Schätzungen zufolge würden dadurch in den kommenden Jahren rund 18,9 Millionen SOL weniger neu ausgegeben. Die Inflation verschwindet damit nicht sofort, doch das Wachstum des Angebots würde deutlich schneller zurückgehen.

SIMD-0553 führt gleichzeitig ein stärker ressourcenbasiertes Gebührenmodell ein. Transaktionen, die mehr Rechenleistung oder Netzwerkressourcen beanspruchen, müssten entsprechend höhere Gebühren zahlen. Diese Gebühren sollen vollständig verbrannt werden. Der tägliche Burn könnte dadurch von derzeit ungefähr 650 SOL auf schätzungsweise 7.500 bis 9.000 SOL steigen – also auf das Zwölf- bis Vierzehnfache.

Allein der höhere Burn würde Solana allerdings noch nicht deflationär machen. Aktuell entstehen Berichten zufolge weiterhin ungefähr 60.000 neue SOL pro Tag. Selbst bei einem Burn von 9.000 SOL bliebe die Nettoemission somit positiv. Entscheidend ist daher die Kombination: SIMD-0550 dreht den Zufluss neuer Token herunter, während SIMD-0553 den Abfluss erhöht. Langfristig könnte das Angebot dadurch wesentlich langsamer wachsen und bei hoher Netzwerkaktivität stärker verknappt werden.

Solana Ausblick: So geht es mit der Abstimmung weiter

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Signalisierungsphase beginnt nun eine formelle Diskussionsperiode. In dieser Zeit können Validatoren, Entwickler und weitere Beteiligte die technischen sowie wirtschaftlichen Folgen der Vorschläge prüfen. Nach aktuellem Zeitplan soll diese Phase bis zum 1. September laufen. Anschließend folgt die entscheidende On-Chain-Abstimmung.

Eine endgültige Annahme ist damit noch keineswegs garantiert. Besonders kleinere Validatoren könnten Widerstand leisten, weil eine schnellere Reduzierung der Inflation auch geringere Staking-Belohnungen bedeutet. Weniger neu ausgegebene SOL stärken zwar grundsätzlich die Knappheit des Tokens, reduzieren jedoch zugleich einen wichtigen Teil der Einnahmen von Validatoren und Delegatoren. Kritiker befürchten deshalb, dass schwächere Betreiber unter zusätzlichen wirtschaftlichen Druck geraten und sich die Validierung stärker bei großen Anbietern konzentrieren könnte.

Befürworter halten dagegen, dass eine niedrigere Inflation den permanenten Verkaufsdruck reduziert und die langfristige Attraktivität von SOL steigert. Sollte das Paket die finale Abstimmung bestehen und technisch aktiviert werden, würde Solana zwar nicht unmittelbar zu einem deflationären Netzwerk. Die Geldpolitik wäre jedoch deutlich restriktiver als bisher – und könnte einen wichtigen fundamentalen Impuls für den angeschlagenen SOL-Kurs liefern.


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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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