In diesem Beitrag
- Streit um Stablecoin-Regeln verschärft sich
- Fidelity warnt vor Zyklusende 2025 und Bitcoin-Korrektur
- Ungewöhnliche Volatilität verunsichert den Kryptomarkt
- Coinbase System-Update markiert Trendwende für Krypto-Börse
- Bhutan nutzt Bitcoin für Zukunftsprojekte
- Coinbase-Studie zeigt Generationenwandel
- Visa treibt Stablecoin-Abwicklung voran
- JPMorgan tokenisiert Geldmarkt direkt auf Ethereum
- Ripple treibt RLUSD in Multichain-Zukunft
- Buterin fordert Transparenz bei X durch ZK-Proofs
Zum Ende der Handelswoche zeigt sich der Kryptomarkt in einer Phase der Konsolidierung. Bitcoin verharrt aktuell im Bereich um 88.000 US-Dollar, während Ethereum weiter mit der psychologisch wichtigen Marke von 3.000 US-Dollar ringt. Die Dynamik bleibt damit überschaubar, größere Ausbruchsbewegungen lassen bislang auf sich warten. Unabhängig von der reinen Kursentwicklung haben sich in den vergangenen Tagen jedoch mehrere strukturell relevante Entwicklungen ergeben.
Hier sind die wichtigsten Krypto-News der Woche im 99b Weekly Crypto Check:
Das Wichtigste im Überblick:
- Die Blockchain Association warnt vor nachträglicher Verschärfung der Stablecoin-Regeln durch den Kongress.
- Fidelity sieht den Bitcoin-Bullenmarkt 2025 als abgeschlossen und erwartet 2026 ein Off-Year.
- Extreme Bitcoin-Kurssprünge und schnelle Abverkäufe schüren 2025 Manipulations- und Unsicherheitsvorwürfe.
- Coinbase transformiert sich durch sein System-Update zur regulierten All-in-One-Finanzplattform.
- Bhutan nutzt Bitcoin strategisch zur Finanzierung nachhaltiger Stadtentwicklung.
- Coinbase-Studie zeigt: Junge Anleger zweifeln klassische Vermögensaufbau-Modelle zunehmend an.
- Visa ermöglicht US-Banken Stablecoin-Abrechnungen über USDC mit rund um die Uhr Settlement.
- JPMorgan bringt mit MONY einen tokenisierten Geldmarktfonds auf Ethereum für Institutionen.
- Ripple positioniert RLUSD als regulierten Stablecoin mit nativer Multichain-Architektur.
- Vitalik Buterin fordert ZK-Proofs, um algorithmische Transparenz und freie Rede abzusichern.
Streit um Stablecoin-Regeln verschärft sich
Die Blockchain Association hat sich mit einem offenen Brief an den US-Kongress gewandt und vor einer nachträglichen Verschärfung der Stablecoin-Regulierung gewarnt. Konkret geht es um die Auslegung des GENIUS Act, der zwar Zinszahlungen durch Stablecoin-Emittenten untersagt, zugleich aber bewusst Spielraum für Bonus- und Anreizmodelle auf Plattform-Ebene lässt. Nach Ansicht der Branche droht dieser politische Kompromiss unterlaufen zu werden, sollten auch Programme von Börsen oder Zahlungsdienstleistern eingeschränkt werden.
Die Association sieht darin ein Wettbewerbsproblem: Während Banken weiterhin Bonusprogramme anbieten könnten, würden Stablecoins im Zahlungsverkehr strukturell benachteiligt. Das Risiko wären geringere Auswahl für Verbraucher und stärkere Marktkonzentration.
Hier mehr erfahren: Krypto-Unternehmen schreiben offenen Brief an US-Kongress
Fidelity warnt vor Zyklusende 2025 und Bitcoin-Korrektur
Der Makrostratege Jurrien Timmer von Fidelity Investments sieht den jüngsten Bitcoin-Bullenmarkt als weitgehend abgeschlossen. Zwar bleibt Timmer langfristig konstruktiv, für 2026 erwartet er jedoch ein deutlich schwierigeres Marktumfeld. Aus seiner Analyse folgt, dass der klassische Vierjahreszyklus sowohl zeitlich als auch preislich erfüllt sein könnte. Das Hoch im Bereich von rund 125.000 US-Dollar füge sich aus seiner Sicht sauber in historische Muster früherer Haussephasen ein.
"The bear market is here and Bitcoin is heading down to $65,000"
That's what Fidelity's director of global macro Jurrien Timmer thinks.
While Jurrien is bullish on $BTC in the long term, he believes that Bitcoin is once again following its historical 4-year cycle driven by its… pic.twitter.com/KFPcBWTcZP
— Lark Davis (@LarkDavis) December 21, 2025
Timmer warnt daher vor überzogenen Erwartungen. Nach starken Aufwärtsbewegungen seien in der Vergangenheit häufig längere Korrekturen gefolgt. Diese Phasen waren von sinkender Liquidität, geringerer Aktivität und einer Neuordnung der Marktstruktur geprägt. Für 2026 hält er ein solches „Off-Year“ für realistisch. Wichtige Unterstützungszonen verortet er zwischen 65.000 und 75.000 US-Dollar.
Eine Korrektur in diesen Bereich wäre für ihn keine Trendwende, sondern eine typische Bereinigung innerhalb eines langfristigen Aufwärtstrends.
Hier mehr erfahren: So tief könnte BTC jetzt fallen
Ungewöhnliche Volatilität verunsichert den Kryptomarkt
Außergewöhnliche Kursbewegungen prägten den Kryptomarkt 2025 und sorgten trotz der bekannten Volatilität für zunehmende Skepsis. Ein besonders auffälliges Beispiel lieferte zuletzt Bitcoin, der innerhalb weniger Minuten von rund 86.000 US-Dollar auf über 90.000 US-Dollar sprang, bevor der Kurs ebenso schnell wieder auf das Ausgangsniveau zurückfiel. Solche abrupten Bewegungen führten zu umfangreichen Liquidationen gehebelter Positionen und trafen vor allem kurzfristig orientierte Trader.
In der Folge mehrten sich Vorwürfe gezielter Marktsteuerung. Der Analyst NoLimit verwies auf auffällige Aktivitäten von Market Makern wie Wintermute sowie auf koordinierte Orders über Börsen wie Coinbase und Binance. Auch rund um die Öffnung der US-Börsen wurden wiederholt starke Abverkäufe beobachtet. Ob Marktmechanik oder gezielte Eingriffe – die Muster schürten Unsicherheit und nährten Manipulationsvorwürfe.
Hier mehr erfahren: Wird Bitcoin manipuliert?
Coinbase System-Update markiert Trendwende für Krypto-Börse
Mit dem lange erwarteten System-Update hat Coinbase 2025 eines der spannendsten Events des Kryptomarktes geliefert. Wochenlang galt das Update als Gradmesser dafür, wohin sich eine der zentralen Infrastrukturen der Branche entwickelt.
Everything we announced at the Coinbase System Update in under two minutes. pic.twitter.com/wnpRB5Rwkb
— Coinbase 🛡️ (@coinbase) December 18, 2025
Im Kern transformiert Coinbase seine Plattform zu einer umfassenden Finanzinfrastruktur. Regulierte Prediction Markets machen Wahrscheinlichkeiten und Ereignisse handelbar, während Aktien- und Kryptohandel erstmals nahtlos in einer Oberfläche zusammengeführt werden. Ergänzt wird dies durch integriertes DEX-Trading, regulierte Token-Sales und eine neue Business-Sparte, die Stablecoins als effiziente Zahlungs- und Abwicklungsinfrastruktur für Unternehmen positioniert.
Spannend ist auch die Einführung eines KI-gestützten Advisors, der Analyse und Umsetzung verbindet. Insgesamt signalisiert das Update einen klaren Anspruch: Coinbase will sich vom reinen Handelsplatz zur universellen, regulierten Finanzplattform entwickeln.
Hier mehr erfahren: Coinbase veröffentlicht System Update
Bhutan nutzt Bitcoin für Zukunftsprojekte
Das asiatische Königreich Bhutan sorgt mit neuen Details zu seiner Bitcoin-Strategie für Aufmerksamkeit. Das Land hat über Jahre hinweg eine beachtliche Bitcoin-Reserve aufgebaut, finanziert durch staatliches Mining mit überschüssiger Wasserkraft. Nun kündigte die Regierung an, bis zu 10.000 BTC gezielt für die Entwicklung der Gelephu Mindfulness City zu reservieren. Ein Verkauf ist dabei wahrscheinlich nicht vorgesehen.
Bhutan is empirically dismantling almost every theoretical argument used against Bitcoin
It's economy is thriving, and it is now using its Bitcoin stack to build a sustainable Mindfulness City
It is not selling its Bitcoin, but using it for collateral and risk-managed yield pic.twitter.com/8sr0Gj5opC
— Daniel Batten (@DSBatten) December 17, 2025
Stattdessen sollen die Bestände langfristig im Staatsbesitz bleiben und als strategisches Finanzierungsinstrument dienen. Diskutiert werden Besicherungslösungen und vorsichtige Ertragsmodelle, um Kapital zu mobilisieren, ohne die Substanz aufzulösen. Die Maßnahme steht im Einklang mit Bhutans Leitbild, wirtschaftliche Entwicklung dem langfristigen Wohl der Bevölkerung unterzuordnen.
Hier mehr erfahren: Bhutan möchte Bitcoin weiter nutzen
Coinbase-Studie zeigt Generationenwandel
Eine aktuelle Studie von Coinbase, durchgeführt gemeinsam mit Ipsos, zeichnet 2025 ein klares Bild vom demografischen Wandel an den Finanzmärkten. Demnach unterscheiden sich Gen Z und Millennials deutlich von älteren Generationen in ihrer Haltung zu Risiko, Rendite und Vermögensaufbau. Rund 73 Prozent junger Anleger halten klassischen Wohlstandserwerb über Sparpläne oder reine Aktieninvestments heute für deutlich schwieriger als früher. Entsprechend wächst die Offenheit für alternative Anlageformen.
Die Studie zeigt, dass jüngere Investoren im Schnitt rund ein Viertel ihres Portfolios in nicht-traditionelle Assets investieren, darunter Kryptowährungen, DeFi-Anwendungen oder neue Marktsegmente. Gleichzeitig fühlen sich viele vom bestehenden Finanzsystem ausgeschlossen, obwohl sie wirtschaftlich oft optimistischer sind als ältere Generationen. Coinbase ordnet diese Entwicklung als strukturellen Wandel ein: Investmententscheidungen werden digitaler, selbstbestimmter und experimentierfreudiger.
Hier mehr erfahren: Generationenstudie von Coinbase veröffentlicht
Visa treibt Stablecoin-Abwicklung voran
Der Zahlungsdienstleister Visa treibt die Integration von Blockchain-Technologie im institutionellen Zahlungsverkehr auf ein neues Niveau. Künftig können US-Banken Verbindlichkeiten gegenüber Visa über den Stablecoin USDC begleichen, ohne dass sich für Kartenkunden oder bestehende Frontend-Prozesse etwas ändert. Die Umstellung betrifft vor allem das Backend: Abrechnungen sollen schneller, flexibler und rund um die Uhr möglich werden.
A powerful milestone in the mainstream adoption and acceptance of USDC, with Visa announcing that all US card issuers (banks, fintechs, crypto firms) can now settle directly with Visa using USDC. Visa also working with Circle to prepare for launching on @Arc.
Dollar digital… pic.twitter.com/c7ilmCrXWY
— Jeremy Allaire – jda.eth / jdallaire.sol (@jerallaire) December 16, 2025
Für die technische Umsetzung setzt Visa auf die Solana-Blockchain, die sich durch hohen Durchsatz und schnelle Finalität für institutionelle Volumina eignet. Banken erhalten damit Zugang zu siebentägigen Abwicklungszyklen, was die Liquiditätssteuerung erleichtert und internationale Zahlungsflüsse planbarer macht.
Hier mehr erfahren: Visa setzt verstärkt auf Stablecoins
JPMorgan tokenisiert Geldmarkt direkt auf Ethereum
Mit dem Start des „My OnChain Net Yield Fund“ (MONY) setzt J.P. Morgan einen weiteren Marker für die institutionelle Nutzung von Ethereum. Der Fonds ist als tokenisierter Geldmarktfonds konzipiert und beginnt mit rund 100 Millionen US-Dollar Eigenkapital der Bank, bevor er schrittweise für qualifizierte externe Investoren geöffnet wird. Zeichnungen sollen sowohl über Fiat als auch über USDC möglich sein, während Anleger on-chain Tokens erhalten, die ihre Fondsanteile digital abbilden und unter genehmigten Teilnehmern transferierbar machen.
Inhaltlich bleibt MONY ein klassisches Produkt: Investiert wird in kurzfristige Schuldinstrumente, Erträge werden täglich ausgewiesen. Die Innovation liegt in der Abwicklung. Prozesse wie Settlement, Übertragbarkeit und Transparenz werden auf die Blockchain verlagert. Nach einer jüngsten tokenisierten Commercial-Paper-Emission auf Solana unterstreicht MONY zugleich, dass die Bank öffentliche Chains zunehmend pragmatisch als Infrastruktur für reale Finanzprodukte testet.
Hier mehr erfahren: JPMorgan setzt auf Ethereum
Ripple treibt RLUSD in Multichain-Zukunft
Ripple Labs verfolgt beim Aufbau seines Ökosystems seit Jahren einen integrierten Ansatz. Ein zentraler Baustein ist der Stablecoin RLUSD, dessen Einsatz nun gezielt ausgeweitet wird. Statt auf einzelne Netzwerke beschränkt zu bleiben, richtet Ripple RLUSD konsequent multichainfähig aus. Erste Pilotprojekte starten auf Ethereum-Layer-2s wie Optimism, Base, Ink und Unichain.
💸 @Ripple's $1.3b stablecoin, $RLUSD, has adopted Wormhole's NTT standard to expand multichain.
This integration will enable the issuance of $RLUSD across all of crypto, starting with @Base, @Optimism, @InkOnchain & @Unichain.
NTT is the standard for multichain asset issuance. pic.twitter.com/L15KpB1jbt
— Wormhole (@wormhole) December 15, 2025
Technologisch setzt Ripple dabei auf Wormhole und den Native-Token-Transfers-Standard. Der Stablecoin bleibt auf jeder Blockchain nativ ausgegeben und vermeidet damit typische Risiken klassischer Wrapped-Token-Konstruktionen. Parallel betont Ripple den regulatorischen Anspruch: RLUSD steht unter Aufsicht der NYDFS und strebt zusätzliche bundesweite Genehmigungen an.
Hier mehr erfahren: Ripple treibt Multichain-Vision voran
Buterin fordert Transparenz bei X durch ZK-Proofs
Der Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin hat sich mit ungewöhnlich klaren Worten zur Debattenkultur auf X geäußert. Auslöser waren aus seiner Sicht zunehmend pauschale und aggressive Angriffe auf Europa, die über sachliche Kritik hinausgingen. Buterin betont, dass strukturelle Probleme in der EU real seien, warnt jedoch vor einer apokalyptischen Zuspitzung, die ganze Regionen diskreditiere.
In einem direkten Appell an Elon Musk verbindet er diese Beobachtung mit grundsätzlicher Kritik an der Plattform. Wenn X als Symbol freier Rede auftreten wolle, müsse Transparenz über algorithmische Prozesse geschaffen werden. Buterin schlägt vor, algorithmische Entscheidungen kryptografisch überprüfbar zu machen. Zero-Knowledge-Proofs könnten nachweisen, dass Inhalte nicht gezielt manipuliert oder unterdrückt werden. Diese wären das technische Fundament für glaubwürdige Meinungsfreiheit.
Hier mehr erfahren: Buterin empfiehlt Musk ZK-Proofs
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