Bitcoin notiert inzwischen deutlich unter seinem bisherigen Allzeithoch. Der Kurs bewegt sich aktuell um die Marke von 88.000 US-Dollar und liegt damit rund 30 Prozent unter dem Rekordniveau. Nach gängiger technischer Definition befindet sich der Markt damit bereits in einem Bärenmarkt. Die wochenlange Abwärts- und Seitwärtsphase hat die Dynamik klar gebremst und viele kurzfristige Erwartungen gedämpft. Vor diesem Hintergrund rückt das Jahr 2026 zunehmend in den Fokus.

Auch auf institutioneller Seite mehren sich vorsichtigere Töne. Ein bekannter Analyst aus dem Hause Fidelity äußert nun Zweifel an der kurzfristigen Stärke von Bitcoin und skizziert ein Szenario, in dem für das kommende Jahr deutlich tiefere Kursregionen relevant werden könnten. Das ist sein Kursziel für 2026:

Das Wichtigste im Überblick:

  • Bitcoin konsolidiert um 88.000 US-Dollar, rund 30 Prozent unter Allzeithoch.
  • Technisch gilt der Markt damit bereits als klassischer Bärenmarkt heute offiziell.
  • Ein Fidelity-Analyst sieht den Vierjahreszyklus als vorerst abgeschlossen.
  • Für 2026 hält er ein schwaches Off-Year-Szenario für realistisch im Marktumfeld.
  • Wichtige Unterstützungen verortet er zwischen 65.000 und 75.000 US-Dollar als Zone.
  • Historisch markiert ein RSI unter 30 häufig langfristige Bitcoin-Tiefs in Zyklen.
  • Das aktuelle RSI-Signal nährt Hoffnung auf Trendwende Richtung 2026.

Fidelity-Experte: Bullenmarkt ist vorbei – das kommt jetzt

Der bekannte Makro-Analyst Jurrien Timmer von Fidelity bleibt langfristig klar positiv gegenüber Bitcoin eingestellt, sieht für 2026 jedoch ein anspruchsvolles Marktumfeld.

Aus seiner Sicht könnte der jüngste Bullenmarkt bereits einen klassischen Vierjahreszyklus abgeschlossen haben, sowohl zeitlich als auch preislich. Timmer verweist darauf, dass frühere Bitcoin-Haussephasen auffällig ähnliche Strukturen aufweisen. Ordnet man diese visuell an, füge sich das Hoch im Bereich von rund 125.000 US-Dollar gut in das historische Muster ein.

Vor diesem Hintergrund warnt Timmer davor, den aktuellen Zyklus zu überschätzen. Nach starken Anstiegen folgten in der Vergangenheit häufig längere Korrekturphasen. Diese sogenannten „Bitcoin-Winter“ dauerten oft rund ein Jahr und waren geprägt von nachlassender Dynamik, geringerer Liquidität und einer Phase der Neuorientierung im Markt. Genau ein solches Szenario hält er für 2026 für realistisch. Er spricht von einem möglichen „Off-Year“, in dem Bitcoin zwar nicht strukturell scheitert, aber deutlich an Schwung verlieren könnte.

Konkret sieht Timmer wichtige Unterstützungszonen im Bereich von 65.000 bis 75.000 US-Dollar. Ein Rücklauf in diese Region würde aus seiner Sicht nicht im Widerspruch zur langfristig bullischen These stehen. Vielmehr wäre eine solche Korrektur eine typische Marktbereinigung innerhalb eines übergeordneten Aufwärtstrends.

RSI signalisiert mögliche Bodenbildung

Der Krypto-Analyst Klarck verweist auf ein wiederkehrendes technisches Muster im Bitcoin-Markt, das aus seiner Sicht in der Vergangenheit zuverlässige Hinweise auf langfristige Tiefpunkte geliefert hat. Im Fokus steht dabei der RSI. Immer wenn dieser Indikator unter die Marke von 30 gefallen ist, befand sich Bitcoin historisch in einer stark überverkauften Phase. Genau dieses Signal trat sowohl 2018 als auch 2022 auf, jeweils in zeitlicher Nähe zu markanten Zyklustiefs.

Laut Klarck zeigt sich nun erneut ein vergleichbares Setup. Der aktuelle RSI deutet auf eine ähnliche Marktverfassung hin, geprägt von Pessimismus, Kapitalabflüssen und schwacher Stimmung. Technisch betrachtet entsteht in solchen Phasen häufig die Grundlage für eine längerfristige Trendwende. Daraus leitet Klarck ein sehr optimistisches Szenario ab: Sollte sich das Muster bestätigen, sieht er im ersten Quartal 2026 deutlich höhere Kursregionen als realistisch an.

Die aktuelle Bitcoin-Diskussion ist geprägt von gegensätzlichen Einschätzungen. Ein Teil des Marktes sieht den klassischen Vierjahreszyklus weiterhin als intakt und rechnet nach der Korrektur mit einer erneuten Aufwärtsphase. Andere Experten gehen hingegen davon aus, dass sich der historische Zyklus auflöst und in einen verlängerten, ungleichmäßigen Bullenmarkt übergeht.

Bedeutung kommt natürlich auch den verbleibenden zehn Tagen des Jahres 2025 zu, da sie maßgeblich über das kurzfristige Momentum entscheiden könnten. Noch ringt Bitcoin damit, das Jahr positiv abzuschließen. Aktuell liegt die Performance rund sechs Prozent im Minus. Bereits das würde als Abweichung vom traditionellen Vierjahreszyklus gelten, der für dieses Jahr eigentlich ein klar bullisches Umfeld erwarten ließ.


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Daniel Robrecht

Nach seinem Rechtswissenschaften- und Management-Studium entschied sich Daniel für eine Tätigkeit als freiberuflicher Autor und verfasst mittlerweile seit rund 10 Jahren qualitative Publikationen zu diversen Fachthemen. Als Investor sammelte er jahrelang Erfahrung mit Aktien & Kryptowährungen. Neben einem langfristigen Investitionsansatz... Mehr lesen

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