Wer im letzten Quartal des Jahres nicht mehr in Kryptowährungen investiert war, hat nichts verpasst. Zumindest nichts Gutes. Seit Bitcoin am 6. Oktober dieses Jahres ein neues Allzeithoch erreicht hat, fallen die Kurse mehr oder weniger ununterbrochen. Dabei sind die Fundamentaldaten nicht unbedingt deutlich schlechter als noch vor zwei Monaten. Inzwischen werden die Rufe lauter, dass Bitcoin im großen Stil manipuliert wird.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Der Bitcoin-Kurs ist gestern sprunghaft angestiegen und anschließend sofort wieder eingebrochen.
  • Innerhalb weniger Minuten kam es zum Anstieg von über 4.000 Dollar, der genauso schnell wieder abverkauft wurde.
  • Auch beim Öffnen der US-Börsen kommt es meistens zu massiven Kursbewegungen.
  • Die Stimmen werden lauter, dass Market Maker, Börsen und ETF-Emittenten die Kurse manipulieren.
  • Wahrscheinlicher ist allerdings ein anderes Szenario.

Außergewöhnliche Kursbewegungen

Kryptowährungen waren immer schon für ihre massiven Kursschwankungen bekannt und daher bei Tradern besonders beliebt. Die hohe Volatilität ist für Daytrader ein Segen. Allerdings gibt die Kursentwicklung, die sich bei Bitcoin und Co. zuletzt gezeigt hat, vielen Marktbeobachtern nun zu denken.

So ist es gestern beispielsweise zu einem massiven Kursanstieg bei Bitcoin gekommen: Innerhalb weniger Minuten ist der Kurs von 86.000 Dollar auf über 90.000 Dollar gestiegen, nur um anschließend sofort wieder auf das Niveau von 86.000 Dollar abverkauft zu werden.

Der kurzfristige Pump hat natürlich dazu geführt, dass zahlreiche Trader, die gehebelte Positionen offen hatten, liquidiert wurden. Nun werden die Rufe lauter, dass Market Maker dahinter stecken, die gezielt Coins kaufen oder verkaufen, um die Kurse in bestimmte Liquidierungszonen zu treiben.

Der Analyst NoLimit hat auf X über 100.000 Follower und weist seine Community auf die auffällige Aktivität hin, die bei Market Makern wie bei Wintermute während dieser Zeit zu beobachten war. Er geht von koordinierten Käufen von Börsen wie Coinbase, Binance, aber auch von ETF-Emittenten aus, die den Markt manipuliert haben sollen, nur um die Kurse anschließend wieder zu drücken. Durch diese Differenzen sollen alle Beteiligten Geld auf Kosten der restlichen Marktteilnehmer verdienen.

Manipulation beim Öffnen der Börsen

Kryptobörsen haben rund um die Uhr geöffnet, weshalb Kryptowährungen auch 24/7 gehandelt werden können. Dennoch weisen einige Analysten darauf hin, dass es immer dann, wenn die amerikanischen Börsen öffnen, zu massiven Abverkäufen kommt, meist schon in den Minuten danach.

Immer wieder ist zu beobachten, dass der Bitcoin-Kurs direkt nach dem Öffnen der US-Börsen um tausende Dollar fällt und sich anschließend auf deutlich tieferem Niveau stabilisiert. Auch hier wird von Manipulation gesprochen.


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Ein geheimer Plan?

Auch wenn nicht abzustreiten ist, dass die außergewöhnlichen Kursbewegungen bei Bitcoin und Co. in letzter Zeit vermehrt auftreten, dürften die Hintergründe weniger spektakulär sein. ETF-Emittenten wie BlackRock verdienen beispielsweise nicht daran, dass sie günstig Bitcoin kaufen und sie teuer verkaufen. Keiner der Emittenten wird aus eigenem Interesse Kryptowährungen kaufen und keiner verdient an der Kursdifferenz zwischen Einkauf und Verkauf.

Wenn BlackRock oder andere Emittenten Bitcoin kauft, dann immer im Interesse der Investoren, die in den Spot ETF investiert haben. Die jeweiligen Unternehmen verdienen dabei nur an der prozentualen Gebühr, die beim jeweiligen Fonds erhoben wird. Der Kurs spielt überhaupt keine Rolle, weil nicht BlackRock selbst entscheidet, wann es Bitcoin kauft oder verkauft, sondern die Investoren, die Anteile am ETF kaufen.

Auch die Tatsache, dass Market Maker große Mengen an Coins verschieben, ist nicht unbedingt neu oder aufregend, da das nunmal genau das Geschäftsmodell von Market Makern ist, die dafür sorgen sollen, dass die Spreads niedrig bleiben und die Liquidität hoch ist.

Allerdings ist auch nicht von der Hand zu weisen, dass Manipulation am Markt nichts Neues ist. Auch Binance wurde erst im letzten Jahr Marktmanipulation, unter anderem durch Wash Trading im großen Stil, vorgeworfen. Der Gründer und ehemalige CEO Changpeng Zhao (CZ) musste daraufhin zurücktreten und auch andere Größen der Branche, wie FTX, haben durch Betrug im großen Stil Schlagzeilen gemacht.

Dennoch sollte man sich fragen, ob man einen so geheimen Plan oder eine absichtliche Manipulation so offensichtlich betreiben würde, was eher nicht der Fall sein dürfte. Wahrscheinlicher ist, dass der Kryptomarkt immer noch als hochspekulativ gilt, weshalb hier auch unzählige Trader mit extrem hoch gehebelten Positionen aktiv sind, die eben auch schnell liquidiert werden und eine Kettenreaktion auslösen können.

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Manuel Lippitz

Nach 10 Jahren als leitender Angestellter hat sich Manuel 2019 mit einer eigenen Immobilienfirma in die Selbstständigkeit gewagt. Bis heute hat er vier Unternehmen gegründet oder mit aufgebaut und mit dem Bau des ersten eigenen Mining Rigs wurde neben der... Mehr lesen

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