Die Krypto-Adoption verläuft natürlich nicht gleichmäßig, sondern folgt demografischen Mustern. Dass jüngere Menschen digitalen Assets offener gegenüberstehen als ältere Generationen, scheint naheliegend. Dafür braucht es eigentlich keine Studie. Gleichzeitig bleibt das Potenzial unausgeschöpft, denn Kryptowährungen sind noch längst kein Massenphänomen.

Genau hier setzt Coinbase an: Mit einer neuen Generationenstudie liefert das Unternehmen Daten, die deutliche Unterschiede zwischen Jung und Alt offenlegen.

Was sind die Ergebnisse?

Das Wichtigste im Überblick:

  • Coinbase erkennt tiefgreifenden Generationswandel bei Risiko, Rendite und Diversifikation an Finanzmärkten.
  • Gen Z und Millennials investieren aktiver, experimentierfreudiger und zweifeln klassische Vermögensaufbau-Modelle zunehmend an.
  • Rund 73 Prozent junger Anleger halten traditionellen Wohlstandserwerb heute für deutlich schwieriger.
  • Jüngere Investoren allokieren etwa 25 Prozent ihres Portfolios in nicht-traditionelle Assets.
  • Trotz wirtschaftlichem Optimismus fühlen sich viele junge Anleger vom bestehenden Finanzsystem ausgeschlossen.
  • Coinbase sieht wachsende Bedeutung von Krypto, DeFi und neuen Märkten.

Junge Anleger verändern die Finanzmärkte

Die jüngste Studie von Coinbase, durchgeführt in Zusammenarbeit mit Ipsos Research, zeichnet das Bild eines tiefgreifenden Generationswandels an den Finanzmärkten. Grundlage der Analyse sind Befragungen von 4.350 US-Erwachsenen, darunter eine repräsentative Teilgruppe aktiver Anleger. Das zentrale Ergebnis: Jüngere Generationen bewerten Risiko, Rendite und Diversifikation grundlegend anders als ältere Investoren.

Laut Coinbase zeigen dabei insbesondere Gen Z und Millennials ein deutlich aktiveres und experimentierfreudigeres Anlageverhalten. Klassische Wege des Vermögensaufbaus gelten vielen als unzureichend. Rund 73 Prozent der jüngeren Befragten sind überzeugt, dass Wohlstand heute schwerer über traditionelle Instrumente wie Sparpläne oder reine Aktieninvestments erreichbar ist. Entsprechend wächst die Offenheit für alternative Assets.

„Sie fühlen sich ausgeschlossen von den Möglichkeiten, mit denen frühere Generationen durch Wohneigentum, Aktienhandel und traditionellere Instrumente Vermögen aufgebaut haben, und sind daher an neuen, nicht-traditionellen Ansätzen zum Vermögensaufbau interessiert. Sie sehen nicht, wie das derzeitige System ihnen wirtschaftliche Freiheit verschaffen kann, und suchen daher nach alternativen Wegen zum Vermögensaufbau.“

Während die Aktienquote zwischen jüngeren und älteren Investoren ähnlich ausfällt, geht die Suche nach Erträgen bei jüngeren Anlegern deutlich weiter. Die Studie von Coinbase zeigt ein starkes Interesse an nicht-traditionellen Assets wie Krypto-Token, DeFi-Lending, Derivaten oder frühen Token-Sales. Bereits heute halten jüngere Investoren im Schnitt rund 25 Prozent ihres Portfolios in solchen Anlageklassen. Dies ist ein Vielfaches im Vergleich zu älteren Generationen.

Junge Anleger suchen neue Wege: Auch Krypto?

Die Coinbase-Studie offenbart ferner ein Spannungsfeld. Jüngere Anleger blicken insgesamt deutlich optimistischer auf ihre wirtschaftliche Lage und die Zukunft der Wirtschaft als ältere Generationen. Ferner stellen diese das bestehende Finanzsystem grundlegend infrage.

Coinbase Krypto

Laut der von Coinbase beauftragten Untersuchung geben 31 Prozent der jüngeren Investoren an, heute finanziell besser dazustehen als noch vor zwei Jahren. Bei älteren Anlegern liegt dieser Wert lediglich bei 17 Prozent. Auch der wirtschaftliche Ausblick fällt bei Gen Z und Millennials klar zuversichtlicher aus: 60 Prozent äußern Optimismus für die wirtschaftliche Zukunft der USA, 55 Prozent für die globale Entwicklung. Bei älteren Generationen liegen diese Werte jeweils deutlich niedriger.

Gleichzeitig zeigt die Analyse von Coinbase ein Paradoxon. Trotz des positiven Grundgefühls sind 73 Prozent der jüngeren Erwachsenen überzeugt, dass klassischer Vermögensaufbau heute schwerer möglich ist als früher. Aktienbesitz ist zwar ähnlich verbreitet, doch der Anspruch an Rendite und Teilhabe hat sich verschoben.

Krypto Prognose: Investieren wird selbstbestimmter

Ferner zeigen die Daten deutlich, wie stark sich Entscheidungsprozesse jüngerer Anleger von denen älterer Generationen unterscheiden. Aufgewachsen im digitalen Zeitalter, verlassen sich Gen Z und Millennials weniger auf klassische Autoritäten und deutlich stärker auf Eigeninitiative sowie soziale Informationsquellen.

Laut der Analyse von Coinbase geben 83 Prozent der jüngeren Investoren an, ihre finanziellen Entscheidungen selbst in die Hand nehmen zu müssen, um ihre Zukunft abzusichern. Bei älteren Anlegern liegt dieser Wert nur bei 59 Prozent. Auch das Vertrauen in die eigene Urteilsfähigkeit ist ausgeprägter: 69 Prozent der jüngeren Investoren fühlen sich sicherer mit eigenen Entscheidungen als mit klassischer Finanzberatung. Besonders auffällig ist die Offenheit gegenüber neuen Handelsformen. 67 Prozent würden Copy Trading oder Social Trading nutzen, wenn entsprechende Möglichkeiten bestehen.Coinbase Krypto

Diese Haltung spiegelt sich auch in den genutzten Informationsquellen wider. Die Studie von Coinbase zeigt, dass jüngere Anleger deutlich häufiger auf Freunde, soziale Medien, Videoformate und digitale Plattformen zurückgreifen. YouTube, TikTok, Podcasts, KI-Tools oder Plattformen wie X und Reddit spielen eine zentrale Rolle. Klassische Finanzberater verlieren hingegen an Bedeutung.

Coinbase ordnet diese Entwicklung als strukturellen Wandel ein: Investmententscheidungen entstehen zunehmend dezentral, gemeinschaftlich und datengetrieben. Für Finanzmärkte und Anbieter bedeutet das eine klare Verschiebung hin zu transparenteren, flexibleren und digital geprägten Modellen.

Junge Anleger setzen auf neue Assets

Die Coinbase-Studie zum Generationenwandel zeigt ferner besonders deutlich, wie stark jüngere Investoren bereit sind, neue Anlageklassen frühzeitig zu testen. Vier von fünf jüngeren Anlegern geben an, neue Investmentmöglichkeiten bewusst vor dem breiten Markt auszuprobieren. Bei älteren Generationen liegt dieser Wert nur bei knapp der Hälfte. Treiber dieser Offenheit ist laut Coinbase vor allem der Glaube, dass technologische Innovationen völlig neue Wege des Vermögensaufbaus ermöglichen.

Diese Entwicklung spiegelt sich bereits klar im Kryptomarkt wider. Externe Daten von Morning Consult, auf die sich Coinbase bezieht, zeigen, dass rund 70 Prozent aller Krypto-Besitzer in den USA der Generation Z oder den Millennials angehören. Die von Coinbase beauftragte Erhebung bestätigt dieses Bild: Jüngere Investoren sind doppelt so häufig bereits in Kryptowährungen investiert wie ältere. Zudem bekunden 47 Prozent Interesse daran, neue Krypto-Assets frühzeitig zu kaufen, verglichen mit nur 16 Prozent bei älteren Anlegern.

Coinbase Krypto

Das Vertrauen in das Potenzial digitaler Assets ist hoch. Vier von fünf jüngeren Erwachsenen sehen Kryptowährungen als Instrument, das ihrer Generation zusätzliche finanzielle Chancen eröffnet. Gleichzeitig erwartet eine klare Mehrheit, dass Krypto künftig eine deutlich größere Rolle im globalen Finanzsystem spielen wird.

Doch die Analyse von Coinbase geht über Kryptowährungen hinaus. Jüngere Anleger halten im Schnitt 25 Prozent ihres Portfolios in nicht-traditionellen Assets, etwa NFTs, Derivaten oder gehebelten Produkten. Bei älteren Investoren sind es lediglich acht Prozent.

Weiteres Potenzial gibt es für die Krypto-Adoption ohne Frage. So stellen die Analysten hier fest:

„Die Akzeptanz nicht traditioneller Vermögenswerte dürfte sich im Laufe der Zeit weiter ausweiten. Als die Befragten nach ihrem Interesse an einigen der neueren, aufkommenden nicht traditionellen Vermögenswerten gefragt wurden, gab es ein starkes Interesse an den beiden obersten Optionen, insbesondere unter jüngeren Anlegern.“

Gemeint waren damit Krypto und Krypto-ETFs.

Die Studie macht deutlich: Die Akzeptanz alternativer Anlageformen steht erst am Anfang. Besonders bei jüngeren Investoren wächst das Interesse an DeFi, Token-Sales, Prediction Markets und rund um die Uhr handelbaren Märkten.

Dies ist ein Trend, der die Struktur der Finanzmärkte nachhaltig verändern dürfte. Was wir rund um Tokenisierung, Prognosemärkte und Co. in 2025 erleben, dürfte 2026 an Fahrt aufnehmen und mittelfristig den Status quo im Finanzsystem neu gestalten.


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Daniel Robrecht

Nach seinem Rechtswissenschaften- und Management-Studium entschied sich Daniel für eine Tätigkeit als freiberuflicher Autor und verfasst mittlerweile seit rund 10 Jahren qualitative Publikationen zu diversen Fachthemen. Als Investor sammelte er jahrelang Erfahrung mit Aktien & Kryptowährungen. Neben einem langfristigen Investitionsansatz... Mehr lesen

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