Keine der 15 von Bitwise befragten Großinstitutionen hat ihre Krypto-Allokation während des rund 50-prozentigen Marktrückgangs zwischen Oktober 2025 und April 2026 reduziert. Mehrere kauften sogar nach, während gleichzeitig andere Investoren, darunter Staatsfonds, ihre Prüfprozesse für einen möglichen Einstieg vorantrieben.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Keiner der 15 von Bitwise befragten Investoren senkte seine Krypto-Allokation während des rund 50-prozentigen Rückgangs zwischen Oktober 2025 und April 2026
  • Mehrere Institutionen ohne bestehende Position befanden sich in fortgeschrittener Due Diligence, mehrere Staatsfonds prüften aktiv größere Engagements
  • Die Allokationen der Befragten reichten von 0,5 bis 13 Prozent des investierbaren Vermögens, meist zwischen 1 und 2 Prozent
  • Bitwise erwartet, dass innerhalb von fünf Jahren die Mehrheit institutioneller Anleger Kryptowährungen hält – eine Prognose, kein Umfrageergebnis

15 Institutionen halten an Krypto-Positionen fest

Der am 23. September veröffentlichte Bericht von Bitwise zur institutionellen Krypto-Akzeptanz basiert auf Interviews, die zwischen Ende März und April mit 15 großen Institutionen geführt wurden. Keiner der Befragten nannte den Kursrückgang als Anlass für einen Verkauf, mehrere bauten ihre Positionen sogar aus.

Auch bei potenziellen Neueinsteigern zeigt sich Bewegung: Mehrere Teilnehmer ohne bestehende Allokation befanden sich in einem fortgeschrittenen Due-Diligence-Prozess, und mehrere Staatsfonds prüften aktiv beträchtliche Positionen. Ein staatlicher Investor erklärte gegenüber Bitwise, dass der Aufbau der nötigen rechtlichen und regulatorischen Infrastruktur mehr als ein Jahr dauern könnte – ein Hinweis darauf, dass sich solche Entscheidungen erst mit Verzögerung in öffentlich sichtbaren Beständen niederschlagen. Wie stark solche institutionellen Kapitalströme den Marktzyklus beeinflussen können, zeigt sich häufig erst mit deutlichem zeitlichem Abstand zu den ursprünglichen Prüfprozessen.

Bitwise beschreibt einen schrittweisen institutionellen Einstieg

Die Krypto-Allokationen der Befragten reichten von 0,5 bis 13 Prozent des investierbaren Vermögens, wobei die meisten zwischen 1 und 2 Prozent lagen. Family Offices meldeten dabei die größten Positionen und konnten oft mit der Zustimmung eines einzigen Entscheidungsträgers handeln, während Staatsfonds wegen mehrerer Prüfungsinstanzen tendenziell kleinere Anteile hielten.

Jeder Befragte mit Krypto-Bestand hielt Bitcoin, in der Regel als erste, größte und am längsten gehaltene Position; einige ergänzten dies um kleinere Positionen in Ether oder Solana, geknüpft an Bedingungen wie die tatsächliche Netzwerknutzung. Fast jede befragte Institution nutzte Spot-Krypto-ETFs oder plante deren Einsatz – niedrigere Kosten und einfachere Verwaltung waren die genannten Gründe, ein Muster, das sich auch in den ETF-Zuflüssen bei Bitcoin und Ether widerspiegelt. Bitwise wies zudem darauf hin, dass manche Anlagevehikel nicht der 13F-Offenlegungspflicht unterliegen, sodass öffentliche Meldungen nur ein unvollständiges Bild der tatsächlichen Beteiligungen liefern – ein Punkt, der auch bei dem erleichterten Zugang institutioneller Anleger über Bitcoin-ETFs relevant bleibt. Eine separate, umfassendere Umfrage von Coinbase und EY-Parthenon unter 351 institutionellen Anlegern ergab unabhängig davon, dass fast drei Viertel der Befragten planten, ihre Krypto-Allokationen bis 2026 zu erhöhen – eine andere Stichprobe als die 15 Bitwise-Interviews.

Eine goldfarbene physische Münze mit dem Bitcoin-Logo auf schwarzem Hintergrund.
Eine physische Repräsentation von Bitcoin.

Was als Nächstes zu beobachten ist

Entscheidend wird sein, wie schnell die laufenden Due-Diligence- und regulatorischen Prüfungen abgeschlossen werden, insbesondere bei Staatsfonds mit mehrstufigen Genehmigungsprozessen. Bitwise argumentiert, dass jede glaubwürdige öffentliche Allokation die Reputationskosten für die nächste Institution senkt und rechnet damit, dass innerhalb von fünf Jahren eine Mehrheit institutioneller Anleger Kryptowährungen hält – eine Prognose des Vermögensverwalters, kein gemessenes Ergebnis der 15 Interviews.

In einer separaten, von Bitwise-Forschungsleiter Ryan Rasmussen am 8. September erörterten Umfrage unter Vermögensverwaltern gaben 60 Prozent an, eine Krypto-Allokation innerhalb eines Jahres zu planen, während 67 Prozent zu diesem Zeitpunkt noch keine besaßen. Ob sich diese Absichten in tatsächliche Käufe und sichtbare Offenlegungen übersetzen, dürfte sich vor allem an neuen Spot-ETF-Zuflüssen und künftigen 13F-Meldungen ablesen lassen.

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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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