Die Schweizer Stablecoin-Sandbox hat ihre Testphase erreicht: Mit dem Finanzmarktbetreiber SIX und der Zahlungs-App TWINT sind zwei weitere relevante Schweizer Akteure eingestiegen. Insgesamt erproben nun neun Unternehmen den Franken-Stablecoin CHFD für programmierbare Zahlungen und die Abwicklung digitaler Vermögenswerte.
Das Wichtigste im Überblick:
- SIX und TWINT sind der Schweizer Stablecoin-Sandbox beigetreten, insgesamt testen neun Unternehmen den Franken-Stablecoin CHFD
- Die Tests laufen auf der Plattform von CHFD Infrastruktur AG, einer Tochtergesellschaft von Swiss Stablecoin AG
- Geprüft werden unter anderem Betrugsschutz im Online-Handel, fairer Zugang zu Event-Tickets und effizientere öffentliche Zahlungen
- Die Testphase läuft ergebnisoffen bis Ende 2026 und ist keine Entscheidung über eine spätere Markteinführung
Neun Unternehmen testen den Franken-Stablecoin CHFD
SIX als Betreiber der Schweizer Finanzmarktinfrastruktur und TWINT als landesweit verbreitete Zahlungs-App reihen sich damit in eine Gruppe von Banken ein, die bereits seit dem Start der Initiative im April an der Sandbox beteiligt sind. Laut der Pressemitteilung, die Cointelegraph vorlag, testen die neun Teilnehmer den Stablecoin CHFD, der 1:1 an den Schweizer Franken gekoppelt ist – ein CHFD soll stets einem Franken entsprechen.
Die Tests laufen auf der CHF-Stablecoin-Plattform von CHFD Infrastruktur AG, einer Tochtergesellschaft von Swiss Stablecoin AG. Im Fokus steht dabei, ob programmierbare Zahlungen Betrug auf Online-Marktplätzen reduzieren können, einen fairen Zugang zu Event-Tickets ermöglichen und öffentliche Zahlungsprozesse effizienter gestalten.
Kontrollierte Testumgebung mit klaren Grenzen
Neben diesen neuen Anwendungsfällen prüft die Sandbox auch etablierte Szenarien wie automatisierte Transaktionen zwischen Finanzinstituten und die tokenisierte Abwicklung digitaler Vermögenswerte. Die Testumgebung ist dabei bewusst eingegrenzt: Ein begrenzter Teilnehmerkreis und festgelegte Transaktionslimits sollen sicherstellen, dass die Erprobung unter realistischen, aber kontrollierten Bedingungen stattfindet.
Damit reiht sich das Schweizer Projekt in eine breitere Entwicklung ein, bei der etablierte Zahlungsanbieter zunehmend mit Stablecoin-Infrastruktur experimentieren – ein Muster, das sich etwa auch bei der Zusammenarbeit von Dunamu und Visa im Stablecoin-Bereich beobachten lässt. Ziel der Schweizer Sandbox ist es, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wo ein Franken-Stablecoin tatsächlich Mehrwert schaffen könnte, welche Herausforderungen bestehen und welche technischen, operativen und regulatorischen Voraussetzungen erfüllt sein müssten. Eine Entscheidung über die künftige Einführung eines CHF-Stablecoins ist damit ausdrücklich nicht verbunden.
Was als Nächstes ansteht
Die Testphase ist ergebnisoffen angelegt und soll bis Ende 2026 laufen. Nach Abschluss der Initiative wollen die Beteiligten eine Übersicht der gewonnenen Erkenntnisse veröffentlichen.
Beobachtenswert ist, wie sich die Tests in den einzelnen Anwendungsfeldern – programmierbare Zahlungen, Betrugsreduktion, Ticket-Zugang, öffentliche Zahlungen und die Abwicklung digitaler Vermögenswerte – konkret schlagen. Ähnlich wie bei anderen aktuellen Zahlungsprojekten im Stablecoin-Umfeld, etwa der Ethena-Pay-Zahlungs-App auf Basis von USDe oder dem regulierten EURR-Stablecoin von Revolut, dürfte am Ende entscheidend sein, welche technischen, operativen und regulatorischen Anforderungen die Teilnehmer identifizieren – und ob sich daraus ein belastbarer Weg zu einem breiter nutzbaren Franken-Stablecoin ergibt.
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