Dunamu, die Muttergesellschaft der südkoreanischen Börse Upbit, hat am 28. August 2026 eine strategische Partnerschaft mit Visa angekündigt. Ziel ist die gemeinsame Erkundung von Finanzdiensten auf Basis von Stablecoins und künstlicher Intelligenz. Die Stablecoin OUSD wird dabei als eines von mehreren geprüften Projekten genannt – ein fertiges Produkt oder eine Integrationsentscheidung gibt es bislang nicht.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Dunamu und Visa wollen Stablecoin-Zahlungen, grenzüberschreitende Überweisungen, KI-gestützte Finanzdienste und agentenbasierten Handel untersuchen.
  • Die Allianz prüft unter anderem den möglichen Einsatz von OUSD, einer noch nicht aktiven Stablecoin von Open Standard.
  • Dunamu betont, OUSD sei nur eines von vielen geprüften Projekten ohne festgelegte Priorität.

Dunamu und Visa prüfen Stablecoin- und KI-Anwendungen

Die beiden Unternehmen wollen laut The Block Anwendungen für Stablecoin-Zahlungen, grenzüberschreitende Überweisungen und KI-gestützte Finanzdienste untersuchen. Erklärtes Ziel ist es, Dunamus Technologie für digitale Vermögenswerte mit Visas globalem Zahlungsnetzwerk zu verbinden und sicherere, transparentere und interoperable Anwendungsfälle im Rahmen geltender Regulierung zu entwickeln.

Infographic showing Visa as a central hub connecting various payment use cases to global recipients.
Visa’s payment framework illustrates the flow from diverse use cases to global recipients.

Eine konkrete kommerzielle Umsetzung oder die Auswahl einer bestimmten Stablecoin bestätigt die Ankündigung nicht. Stablecoins sind digitale Vermögenswerte, die einen stabilen Wert gegenüber einer Referenzgröße – meist dem US-Dollar – halten sollen; wie gut das funktioniert, hängt von Reserven, rechtlicher Struktur sowie Emissions- und Rücknahmemechanismen ab. Für den regulatorischen Rahmen solcher Projekte in den USA lohnt sich ein Blick in die Einordnung des GENIUS Act. Nach eigener Darstellung befinden sich Dunamu und Visa in einer Explorationsphase, in der spätere Entscheidungen von Nachfrage, Regulierung und praktischer Umsetzbarkeit abhängen.

Dunamu-Chef sieht Verbindung von KI und Finanzwesen

Dunamu-CEO Oh Kyung-seok sieht in der Ausbreitung von KI, Stablecoins und Tokenisierung einen Trend, der die Funktionsweise von Finanzwesen und Handel grundlegend verändern könnte. Die Zusammenarbeit mit Visa solle es ermöglichen, digitale Vermögenswerte mit dem bestehenden Finanzsystem zu verknüpfen und neue globale Finanzerfahrungen für Nutzer zu schaffen.

Warum die Partnerschaft über OUSD hinausgeht

Visa bringt ein globales Zahlungsnetzwerk ein, Dunamu seine Erfahrung mit digitalen Vermögenswerten aus dem Upbit-Betrieb. Stablecoins könnten dabei als Brücke zwischen On-Chain-Aktivitäten und alltäglichen Zahlungen dienen, ohne dass die Ankündigung einen unmittelbaren Ersatz bestehender Zahlungsmittel bedeutet.

Als Schwerpunkt im KI-Bereich nennen beide Unternehmen agentenbasierten Handel: KI-Agenten sollen im Auftrag von Nutzern Produkte suchen, vergleichen und Käufe samt Zahlung abschließen. Ungeklärt bleiben dabei Fragen zu Autorisierung, Verwahrung und Haftung bei fehlerhaften Transaktionen – ebenso wie Identitätsprüfung, Ausgabenlimits und regulatorische Kontrollen. Ähnliche Fragen stellen sich bereits bei anderen institutionellen Stablecoin-Projekten wie der Circle-Arc-Infrastruktur mit BlackRock und DTCC oder bei der EURR-Einführung von Revolut.

OUSD bleibt eine Option unter mehreren

Dunamu nennt in seiner Mitteilung explizit den möglichen Einsatz von Open USD (OUSD), entwickelt von Open Standard. Das im Juni 2026 angekündigte Projekt ist laut Primärquelle noch nicht operativ und soll nach Angaben, die The Block zitiert, von mehr als 140 globalen Unternehmen unterstützt werden – darunter Visa, Mastercard und Google.

A US one-dollar bill behind a row of stablecoin symbols including USDC, Tether, and others.
Various USD-pegged stablecoins represented by digital tokens against a backdrop of a US dollar bill.

OUSD versteht sich als geteilte, dollarbesicherte Zahlungsinfrastruktur ohne Emissions- oder Rücknahmegebühren im großen Maßstab, wobei ein wesentlicher Teil der Reserveerträge an teilnehmende Unternehmen fließen soll. Ein Dunamu-Sprecher stellte klar, OUSD sei eines von zahlreichen geprüften Stablecoin-Projekten, ohne definierte Priorisierung oder Ausschluss bestimmter Assets. Mehrere südkoreanische Unternehmen, darunter Dunamu und Samsung Electronics, waren zunächst als Partner des Konsortiums gelistet, stellten später jedoch klar, dass keine formale Vereinbarung bestehe.

Was als Nächstes zu beobachten ist

Laut Dunamu soll die Entscheidung über ein konkretes Asset erst nach umfassender Prüfung von Marktnachfrage, regulatorischem Umfeld, Stabilität und Eignung fallen. Entscheidend wird sein, ob aus den allgemeinen Zielen konkrete Pilotprojekte, Betriebsregeln und regulierungskonforme Modelle werden – inklusive offener Fragen zu Reservenverwaltung, Nutzerpflichten und Compliance in verschiedenen Jurisdiktionen.

Die Ankündigung folgt nur zwei Tage, nachdem Visa eine separate Vereinbarung mit Shinhan Financial Group zu Stablecoins, KI und Business-to-Business-Zahlungen bekanntgegeben hatte. Beide Initiativen laufen laut Primärquelle unabhängig voneinander, zeigen aber Visas Interesse an lokalen Partnerschaften in Südkorea, wie auch aus der Berichterstattung von The Block hervorgeht.

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Patrick Krauss
Patrick Krauss
Krypto-Analyst & Review-Faktenchecker

Patrick Krauss ist Krypto-Analyst und Autor bei 99Bitcoins und verantwortlich für das Faktenchecking von Krypto-Börsen- und Broker-Reviews. Er prüft sämtliche Inhalte auf fachliche Richtigkeit, Aktualität und Nachvollziehbarkeit und stellt sicher, dass Angaben zu Gebühren, Handelsbedingungen, Regulierung, Sicherheitsstandards und Risikohinweisen korrekt... Mehr lesen

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