XRP erreichte am 22. September intraday einen Höchststand von 1,60 US-Dollar, begleitet von einem gemeldeten Handelsvolumen von rund 7,4 Milliarden US-Dollar. Als möglicher Impuls wird ein CME-getriebener Short-Squeeze diskutiert, doch die zugrunde liegenden Positionsdaten stammen vom 15. September und lassen sich zeitlich nicht direkt als Auslöser der Kursbewegung belegen.

Das Wichtigste im Überblick:

  • XRP stieg am 22. September intraday auf 1,60 US-Dollar bei rund 7,4 Milliarden US-Dollar Volumen
  • CME-Leveraged-Funds reduzierten ihre Netto-Short-Position binnen einer Woche um 926 Kontrakte bzw. 46,3 Millionen XRP
  • Die kombinierte Coinbase-Netto-Short-Position über drei Produkte sank im gleichen Zeitraum nur um 2,452 Millionen XRP
  • Die CFTC-Daten vom 15. September wurden erst am 18. September veröffentlicht – vor dem Kursanstieg vom 22. September
  • Der nächste CFTC-Snapshot gilt als entscheidender Test für die Short-Squeeze-These

XRP erreicht 1,60 US-Dollar bei 7,4 Milliarden Dollar Volumen

Der CFTC-Datensatz „Commitments of Traders“ liefert für die Kategorie Leveraged Funds am CME eine belastbare Zeitspur. Im Snapshot vom 15. September standen 1.585 Long-Kontrakten 2.304 Short-Kontrakte gegenüber – eine Netto-Short-Position von 719 Kontrakten, umgerechnet 35,95 Millionen XRP, da ein CME-Standardkontrakt 50.000 XRP abbildet.

Eine Woche zuvor lag die Netto-Short-Basis noch bei 1.645 Kontrakten beziehungsweise 82,25 Millionen XRP. Die Reduktion um 926 Kontrakte (46,3 Millionen XRP) kam sowohl aus 305 zusätzlichen Long-Kontrakten als auch aus 621 weniger Short-Kontrakten, wobei der Großteil der Verbesserung auf die Short-Seite zurückgeht. Das Open Interest sank im selben Fenster um 509 Kontrakte bzw. 25,45 Millionen XRP – ein Hinweis auf geschlossene statt neu aufgebaute Positionen. Mehr zu den steigenden Futures-Positionen findet sich in der Analyse zu XRP-Rally und CME-Positionen.

CME und Coinbase reagieren unterschiedlich

Auf Coinbase Derivatives werden drei Produkte getrennt ausgewiesen, jeweils mit eigener Kontraktgröße: der Standardkontrakt (10.000 XRP), das Nano-Produkt (500 XRP) und die Nano-Perpetual-Style-Variante (ebenfalls 500 XRP). Der Standardkontrakt zeigte eine Netto-Short-Reduktion von 3,65 Millionen XRP, das Nano-Produkt nur 0,092 Millionen XRP – während die Netto-Short-Position beim Perpetual-Style-Produkt sogar um 1,29 Millionen XRP anstieg.

In Summe fiel die kombinierte Coinbase-Netto-Short-Position lediglich um 2,452 Millionen XRP – deutlich weniger als die CME-Bewegung von 46,3 Millionen XRP. Dieser weitgehend statische Coinbase-Aggregatzustand schwächt die These einer breiten, marktweiten Richtungsverschiebung. Auch das hohe Volumen von 7,4 Milliarden US-Dollar ist für sich genommen kein Nachweis für einen Short-Squeeze oder frische Kapitalzuflüsse, wie auch die Einordnung zu Rekordvolumen und Kapitalzuflüssen zeigt.

Was die Positionsdaten tatsächlich aussagen

Ein entscheidendes Detail betrifft das Timing: Die CFTC-Positionsstände wurden am 15. September beobachtet, aber erst am 18. September veröffentlicht. Der Kurs-Check auf 1,60 US-Dollar erfolgte jedoch erst am 22. September – eine strikte Kausalität lässt sich daraus nicht ableiten.

Hinzu kommt, dass eine Short-Position viele Zwecke erfüllen kann: Absicherung von Spot-Exposure, Ausgleich anderer Derivate oder Bestandteil eines Basis-Trades. Warum die CME-Leveraged-Funds ihre Shorts reduzierten, lässt sich aus dem Datensatz allein nicht herauslesen. Ein venue-spezifischer Reset – etwa über Liquidität, Margin-Anforderungen oder Roll-Entscheidungen – kann kurzfristige Preisimpulse erzeugen, ohne dass die Positionsdaten dafür als vollständige Ursache taugen. Für einen Blick auf die relevanten Kursmarken lohnt sich die XRP-Prognose zur 50-Tage-Linie.

Nächster CFTC-Snapshot als Test

Der nächste veröffentlichte Positions-Snapshot dürfte die eigentliche Nagelprobe für die Short-Squeeze-Erzählung sein. CFTC-Berichte spiegeln typischerweise Dienstag-Positionen wider und erscheinen meist freitags um 15:30 Uhr Eastern Time.

Bleibt die CME-Netto-Short-Reduktion während der Rally bestehen und zieht Coinbase spürbar nach, gewinnt die These an Substanz. Bleibt Coinbase dagegen stark short, während CME weiterhin deutlich weniger short notiert, spricht das eher für eine lokale Neujustierung der Positionierung als für einen gemeinsamen Kursantrieb, wie auch die Analyse von CryptoSlate betont.

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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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