2025 fühlte sich für viele Marktteilnehmer seltsam an. Bitcoin zeigte über weite Strecken Stärke, während große Teile des Altcoin-Marktes kaum mitzogen. Erwartet wurde eine breite Rotation wie im Zyklus 2020 bis 2021. Stattdessen dominierten kurze Hypes, schnelle Abverkäufe und lange Phasen ohne nachhaltige Erholung. Selbst bekannte Projekte notierten zeitweise nahe ihrer Tiefs, obwohl Bitcoin neue Hochs markierte. Genau diese Diskrepanz nährte die These, der Markt habe sich grundlegend verändert.
Das Wichtigste in Kürze:
- Eine klassische Altcoin Season blieb aus, weil Kapital über ETFs direkt in Bitcoin floss und dort gebunden blieb.
- Der Vier-Jahres-Zyklus dient weiter als Orientierung, wurde durch den frühen ETF-getriebenen Anstieg jedoch zeitlich verzerrt.
- Die Zone um 75.000 US-Dollar gilt als entscheidende Marke für die technische Bestätigung eines Bärenmarktes.
- Institutionelle Akteure dominieren den Markt stärker und bauen Positionen über breite Preiszonen statt über einzelne Levels auf.
- 2026 deutet sich eher als Seitwärts- und Akkumulationsphase an, gebremst durch hohe Zinsen und eine vorsichtige Geldpolitik.
- Der Altcoin-Markt leidet unter extremer Fragmentierung durch tausende neue Tokens und kurzlebige Memecoin-Hypes.
Das Problem bei der Altcoin Season liegt weniger im fehlenden Kapital, sondern in dessen Verteilung. Mit dem Start der Spot-ETFs floss ein großer Teil der Liquidität direkt in Bitcoin und blieb dort gebunden. Gewinne wurden nicht mehr automatisch in risikoreichere Coins umgeschichtet. Gleichzeitig konkurrierten immer mehr Narrative um Aufmerksamkeit. Die klassische Altcoin Season blieb aus, weil der bekannte Moneyflow nicht mehr griff.
Vier-Jahres-Zyklus und Halving als grobes Raster
Trotz aller Veränderungen dient der Vier-Jahres-Zyklus weiter als Orientierung. In den Zyklen 2016 und 2020 lagen zwischen Halving und finalem Allzeithoch meist 526 bis 546 Tage. Auch das erneute Antesten des vorherigen Hochs erfolgte oft nach rund 200 bis 230 Tagen. Diese Zeitfenster sind keine Garantie, geben aber einen groben Rahmen für Marktphasen vor.
Good Morning Everyone 💼#Bitcoin doesn’t move at random.
It follows a 4-year cycle: growth, peak, reset, and repetition.And once again, we find ourselves in that well-known reset phase. pic.twitter.com/AIyUuHkWMt— 𝐂𝐫𝐲𝐩𝐭𝐨𝐗𝐋𝐀𝐑𝐆𝐄 (@CryptoXLARG) December 18, 2025
Der aktuelle Zyklus hat schon früh begonnen, davon abzuweichen. Das Allzeithoch wurde bereits vor dem Halving im April 2024 erreicht. Haupttreiber war der ETF-Effekt. Schon die Ankündigungen sorgten für Vorwegnahme, der tatsächliche Start im Januar verstärkte den Trend. Danach folgte eine längere Akkumulationsphase, bevor der Markt wieder ein bekanntes Muster annahm. Auf den nächsten Anstieg folgte eine deutliche Korrektur. Solche Rücksetzer sind typisch, weil ein Markt ohne Pausen selten stabil bleibt.
Die 75.000 US-Dollar Zone als kritische Marke
Im aktuellen Chartbild könnte sich die Zone um 75k als entscheidend herausstellen. Unterhalb von 75.000 US-Dollar würde ein technischer Bruch vorliegen, der den Übergang in einen Bärenmarkt klarer definiert. Oberhalb davon bleiben Erholungen möglich, die wie ein Neustart wirken können, aber auch nur Zwischenrallys darstellen. Genau diese Phase gilt als gefährlich. Nach starken Rückgängen reichen oft 15 bis 20 Prozent Erholung, um neue Euphorie auszulösen, bevor der nächste Abverkauf folgt.
Hinzu kommt die veränderte Marktstruktur. Institutionelle Akteure sind heute stärker vertreten als in früheren Zyklen. Sie kaufen nicht an einem Punkt, sondern über ganze Zonen hinweg. Gestaffelte Orders, automatisierte Käufe und gezielte Liquiditätsabholungen prägen das Bild.
Auch bei Rücksetzern wirkt das Bild kontinuierlich, Quelle: https://farside.co.uk/btc/
Kurzzeitige Unterschreitungen wichtiger Marken, ausgelöste Stops und schnelle Rebounds gehören inzwischen zum Alltag. Für 2026 ergibt sich daraus eher ein Szenario zäher Bodenbildung als ein klassischer Crash, wahrscheinlich in einer breiten Spanne zwischen 50.000 und 70.000 US-Dollar.
Makro bremst, Memecoins verzerren den Markt
Die makroökonomische Lage bleibt der entscheidende Taktgeber. Hohe Zinsen belasten Risiko-Assets. Lockerungen erfolgen vorsichtig, meist in Schritten von 25 Basispunkten, und können bei hartnäckiger Inflation schnell pausieren. Eine solche Wartestellung führt selten zu explosiven Trends. Wahrscheinlicher sind Monate mit Seitwärtsbewegungen, in denen Kapital nur langsam zurückkehrt. Der Arbeitsmarkt rückt dabei stärker in den Fokus der Geldpolitik als reine Inflationsdaten.
Parallel leidet der Altcoin-Sektor unter einem strukturellen Problem. 2021 galten rund 20.000 Coins als grobe Größenordnung. Heute entstehen täglich tausende neue Tokens, getrieben durch einfache Launch-Tools und schnelle Listings. Echte Bitcoin Alternativen sind hier eigentlich nicht dabei.
Schon über 28 Millionen Token existieren, Quelle: https://coinmarketcap.com/charts/number-of-cryptocurrencies-tracked/
Aufmerksamkeit und Liquidität verteilen sich extrem. Eine breite Altcoin Season braucht Fokus, doch dieser zerfällt in unzählige Mini-Hypes. Memecoins wirken dabei wie tokenisierte Trends.
Ein viraler Moment reicht, ein Coin schießt kurz hoch, danach verschwindet er wieder. Das Kapital wird schnell abgezogen und landet nicht automatisch in Projekten mit Substanz.
Trotzdem entwickeln sich viele Netzwerke technisch weiter. Skalierung, Infrastruktur und die Verbindung von Blockchain und KI schreiten voran. Nur honoriert der Markt diese Fortschritte aktuell kaum. 2026 wirkt damit eher wie ein Übergangsjahr. Weniger Glamour, mehr Akkumulation und vor allem Geduld dürften den Unterschied machen.
Warum Sie 99Bitcoins vertrauen können
99Bitcoins wurde 2013 gegründet und verfügt über ein Team von Experten, deren Erfahrung bis in die Anfänge der Kryptozeit zurückreicht.
Wöchentliche Recherche
100k+Monatliche Leser
Experten
2000+Krypto-Projekte unter die Lupe genommen


