Hyperliquid gehört auch 2026 weiterhin zu den stärksten großen Kryptowährungen. Trotz der jüngsten Korrektur hat sich HYPE seit Jahresbeginn zeitweise mehr als verdoppelt und damit Bitcoin, Ethereum und viele andere Large Caps deutlich hinter sich gelassen. Zuletzt kühlte das Momentum allerdings ab, der Token musste einen Teil seiner vorherigen Gewinne wieder abgeben.

Nun arbeitet das Ökosystem offenbar daran, die nächste Wachstumsphase einzuleiten. Besonders zwei Entwicklungen könnten dafür entscheidend werden: der mögliche Vorstoß in den riesigen US-Markt sowie eine neue HIP-1-Funktion, die Hyperliquid für tokenisierte Aktien und andere traditionelle Finanzprodukte noch interessanter machen könnte.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Hyperliquid zählt trotz jüngster Korrektur weiterhin zu stärksten Top-Kryptowährungen 2026.
  • Ein regulierter US-Markteintritt könnte Hyperliquids adressierbare Nutzerbasis deutlich vergrößern.
  • HIP-1-Erweiterungen könnten Corporate Actions bei tokenisierten Aktien technisch ermöglichen.
  • Bitwise-CIO Matt Hougan sieht starke Einnahmen und Token-Rückkäufe bullisch.

Hyperliquid will in die USA – ein riesiger Markt könnte sich öffnen

Der wohl größte potenzielle Wachstumstreiber kommt aktuell aus den USA. Nach einem Bericht von The Informationsucht Hyperliquid nach Möglichkeiten, seine Perpetual Futures künftig auch für den amerikanischen Markt zugänglich zu machen. Bislang bleibt die Plattform für US-Nutzer offiziell gesperrt beziehungsweise geofenced. Gerade das ist relevant, denn Hyperliquid hat sich außerhalb der USA längst zu einem der wichtigsten Handelsplätze für sogenannte Perpetual Futures entwickelt.

Das regulatorische Umfeld beginnt sich jedoch zu verändern. Die CFTC hat im Mai erstmals die Notierung eines in den USA regulierten Bitcoin-Perpetual-Kontrakts ermöglicht. Gleichzeitig bereiten sich unter anderem Coinbase, Kraken und weitere Anbieter darauf vor, entsprechende Produkte auf dem amerikanischen Markt anzubieten. Perpetual Futures entwickeln sich damit von einem bislang weitgehend offshore gehandelten Krypto-Produkt zunehmend zu einem Thema für den regulierten US-Finanzmarkt.

Hyperliquid versucht offenbar, bei dieser Entwicklung nicht außen vor zu bleiben. Bereits im Februar wurde das Hyperliquid Policy Center gegründet und mit HYPE-Token im damaligen Gegenwert von rund 29 Millionen US-Dollar ausgestattet. Die Organisation soll in Washington für einen regulatorischen Rahmen werben, der auch Onchain-Märkte und einen möglichen Zugang zu dezentralen Perpetual Futures berücksichtigt. Gründer Jeff Yan erklärte zuletzt ebenfalls, dass man daran arbeiten wolle, amerikanischen Nutzern den Zugang zu Hyperliquid zu ermöglichen.

Einfach dürfte dieser Schritt allerdings nicht werden. CME und Intercontinental Exchange, zu der auch die NYSE gehört, haben gegenüber der CFTC und politischen Entscheidungsträgern Bedenken hinsichtlich Hyperliquid geäußert. Im Mittelpunkt stehen unter anderem mögliche Marktmanipulation, Sanktionsumgehung und die regulatorische Behandlung der rund um die Uhr handelbaren Märkte.

Gelingt Hyperliquid dennoch ein regulierter Zugang zum US-Markt, könnte dies die adressierbare Nutzerbasis erheblich erweitern. Zugleich wäre es ein wichtiger Schritt, Hyperliquid stärker von einer hauptsächlich krypto-nativen Plattform zu einer globalen Infrastruktur für Derivatehandel weiterzuentwickeln.

HIP-1 wird erweitert: Hyperliquid rückt näher an tokenisierte Aktien

Parallel dazu arbeitet Hyperliquid an einer technisch weniger spektakulär klingenden, strategisch aber möglicherweise ebenso wichtigen Erweiterung. Hyperliquid-Gründer Jeff Yan kündigte eine neue Funktion namens scaleWei für HIP-1 an. Sie soll es Deployern ermöglichen, Token-Bestände innerhalb einer einzigen Transaktion proportional zu den Beständen eines Referenz-Tokens anzupassen oder zusätzliche Token entsprechend zu verteilen.

Das klingt zunächst technisch, könnte aber insbesondere für tokenisierte traditionelle Vermögenswerte relevant werden. Bei klassischen Aktien treten regelmäßig sogenannte Corporate Actions auf. Dazu gehören beispielsweise Aktiensplits, Reverse Splits, Ausschüttungen oder Spin-offs. Werden Aktien vollständig onchain abgebildet, muss auch die Infrastruktur solche Veränderungen korrekt und möglichst automatisiert nachvollziehen können.

Genau hier könnte scaleWei ansetzen. Bei einem Aktiensplit könnten beispielsweise sämtliche Token-Bestände proportional angepasst werden. Gleichzeitig ließen sich bestehende Orders löschen und anschließend auf der neuen Stückelung beziehungsweise Skalierung wieder einstellen. Umgekehrt wäre auch eine Reduzierung der Token-Mengen bei einem Reverse Split denkbar. Darüber hinaus könnte ein Emittent andere Token proportional zu den Beständen eines Referenz-Tokens verteilen. Dadurch wären theoretisch Strukturen möglich, die Ausschüttungen oder Spin-offs technisch abbilden.

Wichtig ist allerdings die Unterscheidung: Die Funktion bedeutet nicht automatisch, dass Hyperliquid nun klassische Aktien oder rechtlich anerkannte Unternehmensanteile ausgibt. Sie schafft vielmehr technische Bausteine, mit denen tokenisierte Vermögenswerte komplexere Vorgänge aus der traditionellen Finanzwelt darstellen könnten.

Damit passt die Entwicklung in eine breitere Strategie des Netzwerks. Über HIP-3 werden bereits Märkte geschaffen, die Preisexposure auf traditionelle Vermögenswerte wie Aktien und Rohstoffe ermöglichen. Gerade diese Expansion sorgte zuletzt auch dafür, dass Hyperliquid zunehmend in Konkurrenz zu etablierten Derivatebörsen wie CME und ICE tritt.

Für HYPE entsteht damit ein interessanter Wachstumspfad: Auf der einen Seite könnte Hyperliquid geografisch mit einem möglichen US-Einstieg expandieren. Auf der anderen Seite wird die technologische Infrastruktur breiter und zunehmend für tokenisierte Real-World-Assets ausgelegt. Sollten beide Trends an Dynamik gewinnen, könnte sich Hyperliquid langfristig deutlich über den bisherigen Kernmarkt der Krypto-Perpetuals hinaus positionieren.

Wert für HYPE: Warum Bitwise Hyperliquid für besonders spannend hält

Auch institutionelle Marktbeobachter sehen bei Hyperliquid weiterhin erhebliches Potenzial. Bitwise-CIO Matt Hougan bezeichnete Hyperliquid zuletzt als eines der wichtigsten Krypto-Projekte der vergangenen Jahre und hält HYPE trotz der starken Kursentwicklung weiterhin für unterschätzt. Ein entscheidender Punkt ist für ihn das Geschäftsmodell: Hyperliquid generiert reale Gebühreneinnahmen, während ein sehr großer Teil dieser Einnahmen für Rückkäufe von HYPE verwendet wird. Dadurch entsteht eine vergleichsweise direkte Verbindung zwischen wachsender Plattformnutzung und dem Token.

Zugleich sieht Hougan Hyperliquid längst nicht mehr nur als dezentrale Börse für Krypto-Perpetuals. Langfristig könnte daraus eine umfassendere Trading-Plattform entstehen, die zusätzliche Anlageklassen erschließt. Genau dazu passen der mögliche US-Vorstoß und die Weiterentwicklung der Infrastruktur für tokenisierte Assets. Sollten diese Expansionspläne gelingen, würde Hyperliquid einen deutlich größeren Markt adressieren. Hougans Optimismus basiert damit weniger auf kurzfristiger Spekulation als auf steigenden Umsätzen, Token-Value-Accrual und einer zunehmend breiteren Produktpalette.


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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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