Der Kryptomarkt sendet derzeit gemischte Signale. Während das gesamte Handelsvolumen auf zentralisierten Börsen deutlich zurückgeht und laut aktuellen Daten den niedrigsten Stand des Jahres erreicht hat, verschiebt sich die Aktivität innerhalb des Marktes zunehmend in Richtung Altcoins. Auf Binance entfallen inzwischen mehr als 60 Prozent des Handelsvolumens auf alternative Kryptowährungen.
Das Wichtigste im Überblick:
- Altcoins machen inzwischen mehr als 60 Prozent des Handelsvolumens auf Binance aus, während Bitcoin auf 22 Prozent und Ethereum auf 18 Prozent kommen.
- Das tägliche Handelsvolumen auf den 44 größten Spot-Kryptobörsen ist zuletzt auf rund 15 Milliarden US-Dollar gefallen – der niedrigste Wert des Jahres.
- Trotz der sinkenden Gesamtliquidität deutet die steigende Altcoin-Dominanz darauf hin, dass sich das Handelsinteresse innerhalb des Kryptomarktes zunehmend verlagert.
Altcoins übernehmen den Großteil des Binance-Handels
Neue Daten von CryptoQuant zeigen, dass Altcoins inzwischen den größten Teil des Handelsvolumens auf Binance ausmachen. Mehr als 60 Prozent aller gehandelten Volumina entfallen mittlerweile auf alternative Kryptowährungen. Bitcoin erreicht dagegen nur noch einen Anteil von rund 22 Prozent, während Ethereum bei etwa 18 Prozent liegt.
⚡️ INSIGHT: Altcoins now account for over 60% of Binance trading volume, compared with 22% for Bitcoin and 18% for Ethereum, according to CryptoQuant. pic.twitter.com/KrWZUyKBtD
— Cointelegraph (@Cointelegraph) August 3, 2026
Die Entwicklung deutet darauf hin, dass sich ein wachsender Teil der Marktaktivität von den beiden größten Kryptowährungen hin zu kleineren Projekten verlagert. Historisch wurde eine steigende Altcoin-Dominanz häufig als Zeichen interpretiert, dass Anleger verstärkt nach höheren Renditechancen außerhalb von Bitcoin suchen.
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Kryptovolumen fällt auf Jahrestief
Parallel dazu zeigt eine Auswertung des Analyseunternehmens Kaiko, dass das gesamte Handelsvolumen auf zentralisierten Spot-Börsen zuletzt deutlich zurückgegangen ist.
In der vergangenen Woche wurden über die 44 beobachteten Handelsplätze täglich nur noch rund 15 Milliarden US-Dollar umgesetzt. Damit wurde der niedrigste Wert des laufenden Jahres erreicht. Gegenüber den Höchstständen im Januar entspricht dies einem Rückgang von rund 70 Prozent.
Crypto trading activity is declining:
Daily trading volume across the 44 spot crypto exchanges tracked by Kaiko fell to ~$15 billion last week, the lowest level of the year.
This marks a -70% decline from January peak levels.
By comparison, in February, there were 2 trading… pic.twitter.com/GxXPnew03l
— The Kobeissi Letter (@KobeissiLetter) August 4, 2026
Zum Vergleich: Im Februar überschritt das tägliche Handelsvolumen an einzelnen Handelstagen noch die Marke von 100 Milliarden US-Dollar. Auch der durchschnittliche Tagesumsatz ist seit Dezember 2025 um rund 50 Prozent auf etwa 20 Milliarden US-Dollar gefallen.
Weniger Liquidität, aber veränderte Marktstruktur
Auf den ersten Blick wirken beide Entwicklungen widersprüchlich. Einerseits nimmt die gesamte Handelsaktivität im Kryptomarkt deutlich ab, andererseits gewinnen Altcoins auf der weltweit größten Kryptobörse weiter an Bedeutung.
Eine mögliche Erklärung liegt in der veränderten Zusammensetzung der aktiven Marktteilnehmer. Während das institutionelle Interesse und der Handel mit Bitcoin derzeit vergleichsweise verhalten ausfallen, könnten spekulativere Anleger verstärkt Kapital in kleinere Kryptowährungen umschichten.
Gleichzeitig bleibt der Handel stark konzentriert. Laut Kaiko entfallen inzwischen mehr als 60 Prozent des gesamten Handelsvolumens auf lediglich sechs große Kryptobörsen. Das unterstreicht, dass die Liquidität zwar zurückgeht, sich aber weiterhin auf wenige zentrale Handelsplätze fokussiert.
Ob die steigende Altcoin-Dominanz den Beginn einer breiteren Altcoin-Phase signalisiert oder lediglich eine kurzfristige Verschiebung innerhalb eines insgesamt schwächeren Marktes darstellt, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen. Entscheidend wird sein, ob das Handelsvolumen insgesamt wieder anzieht und damit auch neue Liquidität in den Kryptomarkt zurückkehrt.
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