Neue Epstein-Files aus Januar 2026 enthüllen E-Mails und Investitionsspuren aus 2014, die zeigen, dass Jeffrey Epstein über Joichi Ito (ex-MIT Media Lab) indirekt in Blockstream investierte und persönlichen Kontakt zu Adam Back hatte. Adam Back hat sich auch öffentlich zu den neuen Enthüllungen geäußert.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Das US-Justizministerium veröffentlichte Ende Januar 2026 Millionen Epstein-Dokumente als finale Erfüllung des 2025 von Trump unterzeichneten Transparency Acts.
  • Epstein investierte 2014 indirekt (über Joi Itos Fonds) in Blockstreams Seed-Runde, zunächst $50.000 (später erhöht), was Blockstream-Mitgründer Austin Hill und Adam Back per E-Mail koordinierten.
  • Adam Back bestätigt ein Treffen mit Epstein (als Limited Partner in Itos Fonds dargestellt), betont aber, dass der Fonds die Anteile nach wenigen Monaten wegen Interessenkonflikten verkaufte und keine direkte oder indirekte Verbindung zu Epstein besteht.
  • Joichi Ito (damals MIT Media Lab) fungierte als Vermittler; seine Epstein-Verbindungen waren bereits 2019 bekannt und führten zu seinem Rücktritt.
  • Die Enthüllungen werfen Schatten auf Blockstreams Rolle im „Block Size War“ und Small-Block-/Lightning-Fokus, nähren Spekulationen über externe Einflüsse auf Bitcoin, liefern aber keinen Beweis für kriminelles Fehlverhalten von Back oder Kompromittierung von Bitcoin.

Neue Epstein-Files enthalten wieder bisher unbekannte Details zur Epstein-Bitcoin-Verbindung

Das US-Justizministerium hat am vergangenen Freitag die bisher größte Tranche der Epstein Files veröffentlicht. Insgesamt umfassen die neu dazu gekommen Files nun über 3 Millionen Seiten an Dokumenten, 2 Videos und 180.000 Bilder. Zusammen mit früheren kleineren Veröffentlichungen ergibt das fast 3,5 Millionen Seiten. Das Datum der Enthüllung liegt damit zeitlich auch sehr nahe am Crash vom vergangenen Wochenende, sodass nahe liegt, dass die Enthüllungen sich etwa durch Insider auf die Bitcoin Prognose ausgewirkt haben könnten.

Das Justizministerium bezeichnete das als abschließende Erfüllung des Epstein Files Transparency Act, den Präsident Trump am 19. November 2025 unterzeichnet hatte. Unter den Files befinden sich auch einige neue Dokumente, die Epsteins Verbindungen zu Bitcoin-Entwicklern offenlegen. Schon im November hatten wir über diese Verbindungen berichtet. 

Die neuen Files legen nun weitere Verbindungen zu Adam Back und Blockstream offen. Er gerät damit derzeit auch stark in die öffentliche Kritik und hat sich zu den Enthüllungen auch schon zu Wort gemeldet. Für die Enthüllungen ist es auch wichtig zu verstehen, welche Rolle Blockstream bei Bitcoin spielt.

Welche Rolle spielt Blockstream im Bitcoin-Ökosystem

Blockstream spielt im Bitcoin-Ökosystem eine zentrale Rolle als führender Anbieter von Bitcoin-basierter Finanzinfrastruktur. Besonders für Menschen, die Bitcoin kaufen und langfristig halten möchten.Das Unternehmen hatte zwischen 2014 und 2017 eine entscheidende Rolle im Bitcoin-Ökosystem. Adam Back und weitere Personen wie Samson Mow waren Wortführer des Small-Block-Lagers während des Bitcoin Civil Wars. 

Kernidee von Blockstream und den Small Blockern generell war, dass Bitcoin nicht on-chain skalieren sollte, sondern stattdessen über sogenannte Second Layers. Blockstream arbeitete dabei auch maßgeblich am Lightning Network mit. Aus Sicht der Big Blocker war die Rolle von Blockstream ominös, da das Unternehmen zum Flaggschiff für die Small Blocker wurde, Bitcoin Entwickler kontrollierte und mit Kryptonews-Outlets, die über die Digital Currency Group finanziert wurden, die öffentliche Meinung zu Bitcoin steuerte. Das führte dazu, dass viele Nutzer nach einer Bitcoin Alternative suchten, die höhere On-Chain-Kapazität bietet.

Herrschte bis 2014 noch einhelliger Konsens darüber, dass Bitcoin on-chain skalieren sollte, kippte diese Ansicht in den folgenden Jahren massiv. Die Verbindung zu Epstein legt dabei nahe, dass Geheimdienste mit Kapital und gekauften, glaubwürdigen Figuren das Meinungsbild manipulierten. Ausgerechnet vor dem Hintergrund des späteren Crypto Bull Run, der maßgeblich von Lightning- und Second-Layer-Narrativen getragen wurde.“

Die neuen Epstein Files untermauern, dass an dieser Ansicht tatsächlich etwas dran sein könnte.

Neue Enthüllungen zu Adam Back und Blockstream

Die neuen Enthüllungen legen offen, dass eine von Epstein kontrollierte Entität in Blockstream investiert hat und dass Adam Back offenbar persönlichen Kontakt zu Epstein hatte. In den Files taucht eine Korrespondenz zwischen Austin Hill und Jeffrey Epstein auf. Im CC stehen neben weiteren Personen auch Adam Back selbst. 

In der Korrespondenz geht es um ein Investment von Jeffrey Epsteins Seite in Blockstream. Es geht dabei um ein Seed-Investment. Er erwähnt dabei, dass Joichi Ito (oft kurz Joi genannt), damals Direktor des MIT Labs, das Investment durchführen wird. Austin Hill ist dabei der Mit-Gründer von Blockstream.

Dass das Investment nicht nur diskutiert, sondern auch tatsächlich durchgeführt wurde, geht aus weiteren Dokumenten aus den Epstein-Files hervor. Dabei taucht Ito als Empfänger stelltvertretend für die Southern Financial LLC auf. Den Betrag, den die Firma erhielt, entspricht dabei der Summe, die Hill in der E-Mail erwähnt. Womit naheliegt, dass es sich um den Betrag handelt, der für Blockstream vorgesehen war.

 

Joichi Itos Zusammenarbeit mit Jeffrey Epstein ist bereits seit 2019 bekannt und führte dazu, dass Ito von seiner Direktoren-Rolle des MIT Labs zurücktrat. Das MIT Lab unterhielt zwischen 2015 und 2017 verschiedene Bitcoin-Core-Entwickler und löste die zuvor unabhängige, aber unterfinanzierte Bitcoin Foundation ab.

Adam Back hatte wohl auch persönlichen Kontakt zu Epstein

Die E-Mails legen dabei auch nahe, dass Adam Back und Jeffrey Epstein sich persönlich kennengelernt haben. Ein Vincenzo Iozzo fragt dabei Jeffrey Epstein, was dieser von Adam Back hält. Er bemerkt dabei, dass Epstein gesagt hatte, dass er Adam Back getroffen und in seine Firma investiert haben soll.

Epstein antwortet darauf nur kurz und stoisch: “like him” (mag ihn).

Wie bei vielen Namen, die in den Epstein-Files auftauchen, ist dies noch lange kein Beweis für irgendein Vergehen oder kriminelles Verhalten von Adam Backs Seite. Dennoch wirft dies Adam Back und seine Firma Blockstream in ein ominöses Licht. Die Vermutung ist hier nicht, dass Back sich an einem Verbrechen oder Ähnliches schuldig gemacht hat, sondern dass er und Blockstream Geheimdienst-Assets sind, die das Ziel hatten, Bitcoin zu kompromittieren.

Back meldet sich zu neuen Enthüllungen zu Wort

Derweil betreib Adam Back auch Schadensbegrenzung zu den Enthüllungen und meldete sich bereits persönlich zu den Meldungen. Er erklärt, dass Blockstream 2014 während der Seed-Runde-Roadshow dem damaligen MIT Media Lab-Direktor Joi Ito vorgestellt wurde. Danach gab es ein Treffen mit Jeffrey Epstein, der damals als Limited Partner in Itos Fonds dargestellt wurde. Dieser Fonds ging, laut Back, später eine Minderheitsbeteiligung bei Blockstream ein.

Back behauptet, dass Itos Fonds die Anteile nur wenige Monate danach wieder verkaufte. Angeblich wegen eines potenziellen Interessenkonflikts und weiterer Bedenken. Ob die Behauptungen überhaupt stimmen, konnte bisher noch nicht bestätigt werden. Auch ist nicht klar, worin dieser Interessenkonflikt bestand und welche Bedenken dies genau waren.

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Michael Sprick
Krypto Journalist

Michael Sprick ist ein freiberuflicher Journalist und Content Writer mit Schwerpunkt Blockchain und Web3 und wohnt in Barcelona. In der Vergangenheit hat er u.a. für btc-echo.de und für die BSV Blockchain Association gearbeitet. Mehr lesen

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