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Der Bitcoin-Vierjahreszyklus gilt als eines der meistzitierten Muster im Kryptomarkt – und genau darauf stützt Coinbase-CEO Brian Armstrong seine Einschätzung, dass Bitcoin bis 2030 die Marke von 400.000 US-Dollar erreichen könnte. Gegenüber CNBC Squawk Box Asia nannte er dieses Ziel weiterhin ein realistisches Szenario, obwohl Bitcoin aktuell nur rund 77.000 Dollar kostet. Zwischen dem heutigen Kurs und Armstrongs Zielmarke liegt damit eine Kluft, die eine Verfünffachung des Preises innerhalb von etwas mehr als drei Jahren voraussetzen würde.
Das Wichtigste im Überblick:
- Coinbase-CEO Brian Armstrong hält 400.000 Dollar für Bitcoin bis 2030 gegenüber CNBC weiterhin für ein realistisches Ziel.
- Bitcoin notiert aktuell um 77.000 Dollar; eine Verfünffachung wäre für das Ziel nötig.
- Armstrong sieht den einjährigen Abschwung des aktuellen Vierjahreszyklus als beendet an.
- Das nächste Bitcoin-Halving steht laut Armstrong in etwa 18 Monaten an.
- Der US-Senat stimmt am 15. September über den Clarity Act ab; Myriad-Nutzer sehen nur 17 Prozent Chance auf eine Verabschiedung 2026.
Bitcoin bei rund 77.000 Dollar: 400.000-Dollar-Ziel im Blick
Zum Zeitpunkt der Aussage handelte Bitcoin knapp unter 80.000 Dollar, mit einem 24-Stunden-Hoch von 78.180 Dollar und einem Tief von 76.546 Dollar bei einem Handelsvolumen von rund 1,2 Milliarden Dollar. Kurzfristige Marktprognosen auf der Plattform Myriad sehen eine Wahrscheinlichkeit von 63 Prozent, dass Bitcoin in der genannten Preisspanne zwischen 76.000 und 78.000 Dollar bleibt, sowie 66 Prozent Chance, dass der Kurs diese Woche unter 78.000 Dollar liegt.
Diese Zahlen zeigen: Der Markt bewegt sich derzeit in einer engen Spanne, weit entfernt von Euphorie. Mehr zur aktuellen Marktdynamik und den Faktoren, die eine Rally auf höhere Kursniveaus begünstigen könnten, liefert unsere Analyse zur Bitcoin-Rally Richtung 100.000 Dollar.
Bitcoin-Vierjahreszyklus und das nächste Halving
Armstrong argumentiert mit dem klassischen Muster: Auf eine Phase des Kursanstiegs und der Euphorie folgt üblicherweise eine rund einjährige Abwärtsphase. Nach seiner Einschätzung hat der aktuelle Abschwung gerade diese Ein-Jahres-Marke überschritten, und er glaubt persönlich, dass der Tiefpunkt dieses Zyklus bereits erreicht ist.
Als weiteren Katalysator nennt er das nächste Bitcoin-Halving, das laut Armstrong in etwa 18 Monaten bevorsteht. Historisch kam es im Vorfeld solcher Halvings häufiger zu Kursanstiegen, weshalb er die kommenden ein bis zwei Jahre für grundsätzlich positiv für Bitcoin hält. Wie institutionelle Kapitalströme solche Zyklusphasen beeinflussen können, beleuchtet unser Beitrag zu Bitcoin-Zyklus und institutionellen Strömen.
Armstrongs langfristige Bitcoin-Prognose
Wichtig für die Einordnung: Die 400.000-Dollar-Marke ist Armstrongs persönliche Einschätzung, keine im Primärmaterial bestätigte Konsensprognose der Coinbase-Analysten oder des breiteren Marktes. Er äußerte sich dazu explizit im CNBC-Interview und wiederholte damit ein Ziel, das er bereits zuvor öffentlich genannt hatte.
Bull Case: Zyklus, Halving und regulatorische Klarheit
Das bullische Szenario stützt sich auf drei Säulen: das mögliche Ende des einjährigen Abschwungs, die historisch beobachteten Aufwärtsbewegungen vor dem nächsten Halving sowie erwartete regulatorische Fortschritte in den USA. Armstrong rechnet mit Klarheit innerhalb eines Monats – unabhängig davon, ob der Clarity Act am 15. September durch den Senat kommt.
Er verweist zudem auf den Genius Act als Präzedenzfall: Nach dessen Verabschiedung hätten binnen drei Monaten mehr als 150 große Unternehmen Stablecoins in ihre Produkte integriert. Parallel baut Coinbase eigene Wachstumspfade aus, etwa mit Plänen für tokenisierten Aktienhandel sowie Krypto- und Aktienoptionen – ein weiterer Baustein institutioneller Nachfrage, ähnlich wie bei Strategys Aktienemissionen zum Aufbau der Bitcoin-Treasury.
Risiken: Abschwung, Regulierung und schwächere Coinbase-Zahlen
Gegen das optimistische Szenario sprechen handfeste Zahlen. Bitcoin notiert weiterhin deutlich unter 80.000 Dollar, und der von Armstrong angeführte Zyklus-Tiefpunkt ist eine persönliche Einschätzung, keine bestätigte Wende. Coinbase selbst hat den Abschwung zu spüren bekommen: Das Unternehmen strich 14 Prozent seiner Belegschaft, meldete im zweiten Quartal einen Umsatz von 1,22 Milliarden Dollar – 14 Prozent weniger als im Vorquartal – sowie einen Nettoverlust von 359 Millionen Dollar, während das Spot-Handelsvolumen um mehr als 20 Prozent zurückging.
Auch regulatorisch bleibt Unsicherheit: Ungelöst ist die Debatte um Ethikregeln im Zusammenhang mit den Krypto-Geschäften der Präsidentenfamilie. Nutzer der Prognoseplattform Myriad sehen laut dem Bericht von Decrypt nur eine Wahrscheinlichkeit von 17 Prozent, dass der Clarity Act 2026 tatsächlich Gesetz wird – deutlich skeptischer als Armstrongs eigene Einschätzung.
Ausblick und Fazit
Armstrongs 400.000-Dollar-Ziel bleibt ein langfristig bullisches Szenario, das eine etwa fünffache Kurssteigerung gegenüber dem aktuellen Niveau voraussetzt. Kurzfristig entscheidend sind die Preiszone zwischen 76.000 und 78.000 Dollar, die Frage, ob der behauptete Zyklus-Tiefpunkt tatsächlich Bestand hat, sowie der Fortgang der Clarity-Act-Abstimmung am 15. September.
Als nächster großer Katalysator gilt das erwartete Halving in rund 18 Monaten. Bis dahin bleibt Armstrongs Prognose ein plausibles, aber durch die aktuellen Marktdaten noch unbestätigtes Langfristszenario – interessant für Anleger mit langem Atem, aber kein kurzfristiges Signal.
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