In diesem Beitrag
- Nasdaq und CME formen Krypto-Benchmark
- Kapitalflut treibt Krypto-Infrastruktur voran
- Ripple-CEO zieht starkes Jahresfazit
- Vitalik verteidigt Privatsphäre gegen Regulierung
- USA treiben CLARITY Act voran
- VanEck zeichnet langfristiges Bitcoin-Szenario
- Zcash-Entwickler treten geschlossen zurück
- Tether macht Gold onchain alltagstauglich
- Nike verkauft NFT-Tochter RTFKT
- MSCI belässt Strategy vorerst in Indizes
- Virtuals ordnet Markt für AI Agents
- Ethereum erklärt Trilemma für überwunden
Kurstechnisch war die vergangene Woche von einer eher zähen Seitwärtsbewegung geprägt. Bitcoin und Ethereum gaben jeweils rund ein Prozent nach und konnten sich damit nicht vom schwachen Momentum lösen. Ein echtes Aufholrennen gegenüber den Aktienmärkten blieb weiter aus. Dennoch wäre es ein Fehler, die Woche als ereignislos abzutun.
Unter der Oberfläche tat sich nämlich wieder einmal einiges: Gerade bei Regulierung, Infrastruktur und institutioneller Positionierung gab es wichtige Signale. In unserem 99b Weekly Crypto Check gibt es nun die Top Krypto News der Woche:
Das Wichtigste im Überblick:
- Nasdaq und CME etablierten gemeinsam einen neuen, institutionell tauglichen Krypto-Referenzindex für Investoren.
- Hunderte Millionen Dollar flossen in Infrastruktur, Stablecoins, Bitcoin-Nutzung und institutionelle Krypto-Dienste.
- Ripple zog ein starkes Jahresfazit und baute Lizenzen, Infrastruktur und strategische Zukäufe weiter aus.
- Vitalik Buterin verteidigte Privatsphäre öffentlich und warnte vor Kriminalisierung von Open-Source-Entwicklung.
- Die USA rückten mit GENIUS und CLARITY Act näher an klare Krypto-Regeln.
- VanEck modellierte Bitcoin erstmals als langfristigen Portfolio-Baustein mit asymmetrischem Renditeprofil bis 2050.
- Das komplette Zcash-Entwicklerteam trat zurück und löste einen massiven Vertrauensverlust aus.
- Tether führte Scudo ein und machte goldgedeckte Tokens alltagstauglicher und benutzerfreundlicher.
- Nike verkaufte RTFKT und beendete still ein prominentes NFT-Experiment der Boomjahre.
- Ethereum erklärte mit PeerDAS und ZK-EVMs das Blockchain-Trilemma praktisch überwunden.
Nasdaq und CME formen Krypto-Benchmark
In der vergangenen Woche setzten die Nasdaq und CME Group ein starkes Signal für die weitere Institutionalisierung des Kryptomarkts. Mit der Umstellung des bisherigen Nasdaq Crypto Index auf den neuen Nasdaq CME Crypto Index wurde ein gemeinsamer Referenzmaßstab geschaffen, der digitale Assets stärker in die Welt regulierter Finanzprodukte einbinden soll. Statt auf einzelne Kryptowährungen zu fokussieren, rückt damit ein breit angelegter, indexbasierter Ansatz in den Vordergrund.
🤝 NASDAQ & CME LAUNCH CRYPTO INDEX
Nasdaq and CME Group teamed up to unify their crypto indexes under one new benchmark called the Nasdaq-CME Crypto Index.
Index includes BTC, ETH, XRP, SOL, LINK, ADA
and AVAX. pic.twitter.com/fklWSTCNUW— Coin Bureau (@coinbureau) January 10, 2026
Der neue Index ist so konzipiert, dass er als Grundlage für ETFs, strukturierte Produkte und Fonds dienen kann. Eine besondere Rolle spielt dabei das Governance-Modell: Nur geprüfte Handelsplätze und Verwahrstellen werden berücksichtigt, die Berechnung übernimmt CF Benchmarks.
Hier mehr erfahren: Nasdaq und CME vereinen Kräfte
Kapitalflut treibt Krypto-Infrastruktur voran
In der vergangenen Woche zeigte sich ebenfalls eindrucksvoll, wie stark sich der Fokus im Kryptosektor auf Infrastruktur und reale Anwendungen verschoben hatte. Gleich mehrere große Finanzierungsrunden und Übernahmen unterstrichen diesen Trend. Rain sammelte 250 Millionen US-Dollar ein und baute seine Position als globaler Stablecoin-Zahlungsdienst weiter aus, während Babylon mit 15 Millionen US-Dollar daran arbeitet, Bitcoin erstmals produktiv nutzbar zu machen. HabitTrade sicherte sich frisches Kapital für Stablecoin-basiertes Settlement in den Kapitalmärkten. Parallel setzte Fireblocks mit der Übernahme von TRES für rund 130 Millionen US-Dollar auf mehr Professionalität im Krypto-Accounting, und Coincheck stärkte mit dem Kauf von 3iQ sein institutionelles Asset-Management.
Hier mehr erfahren: Krypto-Fundraising bleiben stark nachgefragt
Ripple-CEO zieht starkes Jahresfazit
In der vergangenen Woche zog Ripple-CEO Brad Garlinghouse ein ausgesprochen positives Fazit für 2025. In einer Mitteilung an die Aktionäre erklärte er, vor allem das vierte Quartal sei außergewöhnlich erfolgreich verlaufen. Besonders die Übernahmen von Ripple Prime und GTreasury hätten das Kerngeschäft strategisch gestärkt und die Umsetzung der Vision eines „Internet of Value“ beschleunigt. XRP bleibe dabei weiterhin das zentrale Element des Ökosystems.
Happy belated New Year! I just hit send on Ripple’s quarterly shareholder email. To say that 2025 (and Q4) were successful for Ripple feels like saying @TomBrady was just a great quarterback!! (#theGOAT)
Our two major acquisitions – Ripple Prime and GTreasury – greatly…
— Brad Garlinghouse (@bgarlinghouse) January 10, 2026
Auch regulatorisch machte Ripple weitere Fortschritte: Mit neuen Lizenzen, darunter einer EMI-Lizenz in Großbritannien, baute das Unternehmen seine Position in wichtigen Finanzmärkten aus. Garlinghouse betonte, dass Ripple bewusst langfristig plane und nicht auf kurzfristige Marktzyklen setze. Mit wachsender institutioneller Infrastruktur und klareren regulatorischen Rahmenbedingungen sieht sich das Unternehmen gut aufgestellt, um 2026 die nächste Wachstumsphase einzuleiten.
Hier mehr erfahren: Ripple-CEO Garlinghouse zieht Fazit für 2025
Vitalik verteidigt Privatsphäre gegen Regulierung
In der vergangenen Woche erreichte die Debatte um Privatsphäre im Kryptosektor einen neuen Höhepunkt. Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin stellte sich öffentlich hinter den Tornado-Cash-Entwickler Roman Storm und machte den Fall zu einer Grundsatzfrage für die gesamte Branche. Für Buterin ging es nicht nur um eine einzelne Gerichtsentscheidung, sondern um das Recht auf Privatsphäre und den Schutz von Open-Source-Entwicklern. Er betonte, dass Privacy-Tools kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit in einer zunehmend digitalen Welt seien. Der Fall Storm, der 2025 teilweise verurteilt wurde und noch auf sein Strafmaß wartete, gilt vielen als gefährlicher Präzedenzfall. In der Community wächst die Sorge, dass künftig nicht nur Missbrauch, sondern bereits das Schreiben von Code kriminalisiert werden könnte.
Hier mehr erfahren: Buterin setzt sich für Open-Source ein
USA treiben CLARITY Act voran
In der vergangenen Woche rückte die US-Krypto-Regulierung erneut in den Fokus der Märkte. 2025 hatte bereits mit dem GENIUS Act einen Wendepunkt markiert, weil Stablecoins erstmals einen klaren gesetzlichen Rahmen erhielten. Auch die SEC zeigte sich unter Chairman Paul Atkins deutlich pragmatischer und stellte mehrere Verfahren ein. Nun richteten sich die Blicke auf den CLARITY Act, über den der Senats-Bankenausschuss am 15. Januar beraten sollte.
Der Entwurf zielt darauf ab, Marktmanipulationen wie Wash Trading und Spoofing zu verbieten und Börsen zu mehr Transparenz, Proof-of-Reserves und regelmäßigen Audits zu verpflichten. Hintergrund ist unter anderem der Oktober-Crash mit über 100 Milliarden US-Dollar an Liquidationen, dessen Ursachen bis heute nicht vollständig geklärt sind. Viele Experten sehen in klareren Regeln die Chance, verloren gegangenes Vertrauen und institutionelles Kapital in den Markt zurückzubringen.
Hier mehr erfahren: CLARITY-Act rückt näher
VanEck zeichnet langfristiges Bitcoin-Szenario
In der vergangenen Woche sorgte eine neue Analyse von VanEck für Aufmerksamkeit im Kryptomarkt. Der Vermögensverwalter legte dar, wie Bitcoin bis 2050 in institutionellen Portfolios eingeordnet werden könnte und zeichnete dabei eine hohe Bewertung. Im Basisszenario kalkulierte VanEck mit einer durchschnittlichen Rendite von rund 15 Prozent pro Jahr, was rechnerisch auf einen Bitcoin-Preis von 2,9 Millionen US-Dollar hinausliefe.
2,9 Mio. $ pro Bitcoin? Die Zahl provoziert, aber die Logik dahinter ist zwingend. 🤨
Ist das realistisch oder reine Modell Akrobatik? Meine detaillierte Analyse zum Report gibt es hier im Artikel 👇https://t.co/YVDnPmrkQa
VanEck definiert Bitcoin hier nicht mehr als… https://t.co/bAYIPAO7w5
— MissCrypto (@MissCryptoGER) January 10, 2026
Grundlage dieser Annahmen war die Idee, dass Bitcoin künftig sowohl eine Rolle im globalen Zahlungsverkehr als auch als Reserve-Asset jenseits staatlicher Währungen spielen könnte. Gleichzeitig wies VanEck auf die weiterhin hohe Volatilität hin und empfahl nur moderate Portfolioquoten.
Hier mehr erfahren: VanEck bleibt bullisch für BTC
Zcash-Entwickler treten geschlossen zurück
In der vergangenen Woche erlebte Zcash einen massiven Einschnitt, der den Markt spürbar erschütterte. Das komplette Team der Electric Coin Company, seit 2016 für die Entwicklung von Zcash verantwortlich, trat geschlossen zurück. Rund 25 Mitarbeiter, darunter CEO Josh Swihart und Chef-Wissenschaftlerin Chelsea Komlo, verließen das Unternehmen nach schweren Konflikten mit dem Bootstrap-Board der Zcash Foundation über die Governance. Die Unsicherheit schlug sich unmittelbar im Kurs nieder: ZEC verlor rund 20 Prozent an Wert, Milliarden an Marktkapitalisierung wurden ausgelöscht.
We are all in on Zcash.
We need to scale Zcash to billions of users.
Startups can scale, but nonprofits can't.
That's why we created a new Zcash startup.https://t.co/ZurjfTxnPi pic.twitter.com/ksnwLewpPp— Josh Swihart 🛡 (@jswihart) January 8, 2026
Swihart erhob anschließend öffentlich Vorwürfe, wonach sich Teile der Führung von der ursprünglichen Mission entfernt hätten. Zugleich betonte er, dass das Protokoll selbst nicht betroffen sei und das Team seine Arbeit in neuer Struktur fortsetzen wolle.
Hier mehr erfahren: Zcash-Entwickler treten zurück und feiern Comeback
Tether macht Gold onchain alltagstauglich
In der vergangenen Woche stellte Tether mit „Scudo“ eine neue Recheneinheit für Tether Gold (XAU₮) vor und senkte damit die Hürden für die praktische Nutzung von goldgedeckten Tokens. Scudo steht für ein Tausendstel einer Feinunze und sollte den Umgang mit Bruchteilen von Gold deutlich vereinfachen. Statt mit umständlichen Dezimalstellen zu arbeiten, konnten Preise und Transaktionen nun in übersichtlichen Einheiten angegeben werden, vergleichbar mit dem Satoshi bei Bitcoin. An der Struktur von XAU₮ änderte sich nichts: Der Token blieb weiterhin vollständig durch physisches Gold gedeckt und on-chain nachvollziehbar.
Hier mehr erfahren: Tether möchte Gold-Zahlungen erleichtern
Nike verkauft NFT-Tochter RTFKT
Ferner wurde bekannt, dass Nike seine frühere NFT- und Digital-Design-Tochter RTFKT verkauft hat. Der Deal trat bereits Mitte Dezember in Kraft, doch weder Käufer noch Kaufpreis wurden öffentlich genannt. Offiziell sprach der Konzern lediglich von einem „neuen Kapitel“ für das Unternehmen und die Community. Für den Markt wirkte der Schritt dennoch wie ein stiller Abschied von einer einst groß angekündigten Vision. RTFKT war 2021 inmitten des NFT-Booms zu einem Aushängeschild für digitale Sneaker und virtuelle Mode geworden, doch mit dem Abflauen der Euphorie ab 2022 verlor das Segment deutlich an Dynamik. Schon Ende 2024 hatte Nike angekündigt, sich strategisch neu auszurichten.
Hier mehr erfahren: Nike nimmt Abschied von NFTs
MSCI belässt Strategy vorerst in Indizes
In der vergangenen Woche sorgte MSCI mit einer wichtigen Entscheidung für vorübergehende Entspannung an den Märkten. Der Indexanbieter verzichtete darauf, sogenannte Digital Asset Treasury Companies vorerst aus seinen globalen Standardindizes zu entfernen.
MSCI confirmed Digital Asset Treasury Companies will remain in MSCI Indexes for the Feb 2026 review. A strong outcome for neutral indexing and economic reality. Thank you to our investors and the $BTC community.
— Strategy (@Strategy) January 6, 2026
Damit blieben Unternehmen mit großen Krypto-Beständen in der Bilanz zunächst weiter in den Indizes vertreten, sofern sie die übrigen Kriterien erfüllten. Gleichzeitig machte MSCI jedoch klar, dass die Diskussion damit nicht abgeschlossen ist und in den kommenden Monaten eine umfassende Überprüfung der Methodik folgen soll. Bis dahin werden die betroffenen Titel eingefroren: keine neuen Aufnahmen, keine höheren Gewichtungen, keine Segmentwechsel.
Hier mehr erfahren: Strategy darf in MSCI-Indizes bleiben
Virtuals ordnet Markt für AI Agents
Ferner stellte das Virtuals Protocol jüngst eine neue Struktur für den Start von AI Agents vor und setzte damit ein deutliches Zeichen für die Reifung dieses jungen Marktes. Mit den drei Modellen Pegasus, Unicorn und Titan verabschiedete sich das Projekt vom bisherigen Einheitsansatz und reagierte auf die sehr unterschiedlichen Bedürfnisse von Teams in verschiedenen Entwicklungsphasen. Pegasus richtete sich an frühe Experimente mit Fokus auf schnelle Marktvalidierung, während Unicorn auf wachstumsstarke Projekte zielte, die Kapital schrittweise und leistungsabhängig aufnehmen wollen. Titan wiederum öffnete etablierten Teams einen strukturierten, institutionell geprägten Markteintritt.
Hier mehr erfahren: Virtuals Protocol führt neue Features ein
Ethereum erklärt Trilemma für überwunden
Ferner sorgte eine Aussage von Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin für viel Aufmerksamkeit in der Krypto-Community. Er erklärte, Ethereum habe das Blockchain-Trilemma nicht nur theoretisch, sondern praktisch gelöst. Grundlage dieser Einschätzung war die Kombination aus PeerDAS und ZK-EVMs. PeerDAS, das bereits auf dem Mainnet aktiv ist, veränderte die Art, wie Datenverfügbarkeit geprüft wird. Ferner erhöht sich die nutzbare Bandbreite, ohne die Dezentralisierung zu opfern. ZK-EVMs wiederum ermöglichten es, Blöcke kryptografisch zu beweisen, statt sie vollständig neu auszuführen, was langfristig deutlich höhere Skalierung erlauben soll. Zusammen, so Buterins Argumentation, entstehe erstmals ein System, das Dezentralität, Sicherheit und Skalierbarkeit zugleich vereine.
Hier mehr erfahren: Vitalik Buterin: Wir haben das Blockchain-Trilemma gelöst
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