2025 dürfte in den Geschichtsbüchern der Finanzmärkte als ein Jahr der ungewöhnlichen Entwicklungen eingehen. Während Gold, sonst eher für ruhige und stetige Bewegungen bekannt, eine beeindruckende Rallye von rund 60 Prozent hinlegte, erlebte Bitcoin ein enttäuschendes Jahr und schloss mit einem Minus von über fünf Prozent. Diese Entwicklung stellt eine bemerkenswerte Ausnahme dar, denn beide Assets gelten gemeinhin als Wertspeicher und Absicherung gegen Inflation und Unsicherheit. Umso größer ist die Diskrepanz, die sich zwischen dem traditionellen Edelmetall und dem digitalen Pendant aufgetan hat.

Nun gab der führende Stablecoin-Emittent Tether auch eine neue Entwicklung bekannt. Hier setzt das Krypto-Unternehmen ebenfalls auf Gold statt Bitcoin. Denn Zahlungen sollen bald mit dem Edelmetall einfacher werden. Hat Gold also Bitcoin den Rang abgelaufen?

Das Wichtigste im Überblick:

  • 2025 outperformte Gold Bitcoin deutlich, mit rund 60 Prozent Jahresperformance.
  • Bitcoin schloss 2025 hingegen mit über fünf Prozent Verlust ab.
  • Tether führt Scudo als neue, vereinfachte Recheneinheit für Gold ein.
  • Ein Scudo entspricht einem Tausendstel Feinunze Tether Gold.
  • XAUT bleibt vollständig durch physisches Gold in Tresoren gedeckt.
  • Tether ist mittlerweile der größte unabhängige Goldhalter weltweit.
  • Neben Gold hält Tether auch signifikante Bitcoin-Reserven strategisch.

Tether macht Gold alltagstauglich onchain

Mit der Einführung von „Scudo“ hat Tether einen Schritt unternommen, um Gold nicht nur als digitalen Wertspeicher, sondern auch als praktisches Zahlungsmittel in der Blockchain-Welt zu etablieren.

Scudo ist eine neue Recheneinheit für Tether Gold (XAU₮) und steht für ein Tausendstel einer Feinunze Gold. Das Ziel ist es, den Umgang mit goldgedeckten Werten im Alltag deutlich zu vereinfachen. Bisher mussten Nutzer mit umständlichen Dezimalstellen arbeiten, wenn sie Bruchteile einer Unze übertragen oder bepreisen wollten – ein klarer Nachteil für die praktische Nutzung.

Tether greift dieses Problem ähnlich an, wie es Bitcoin mit der Einführung der Einheit „Satoshi“ gelöst hat. Statt in komplizierten Bruchteilen von XAUT zu rechnen, können Preise und Transaktionen künftig in ganzen oder teilbaren Scudo-Einheiten angegeben werden. Das macht Gold verständlicher, übersichtlicher und vor allem alltagstauglicher – etwa, wenn Waren oder Dienstleistungen direkt in Scudo bepreist werden.

So beschreiben die Verantwortlichen den Plan wie folgt:

„Scudo löst dieses Problem durch die Einführung einer einfacheren Rechnungseinheit, ähnlich wie kleinere Stückelungen in der Vergangenheit dazu geführt haben, dass Währungen als Zahlungsmittel und nicht als abstrakte Wertspeicher genutzt werden konnten. Für Menschen, die mit Bitcoin vertraut sind, lässt sich dieser Ansatz mit der Rechnungseinheit „Satoshi“ vergleichen, die dasselbe Problem löst.“

Wichtig: An der Struktur von Tether Gold ändert sich nichts. XAUT bleibt weiterhin vollständig durch physisches Gold in Tresoren gedeckt, dessen Bestand on-chain nachvollziehbar ist. Scudo ist lediglich eine neue, nutzerfreundliche Darstellungseinheit. Der Schritt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Gold 2025 neue Rekordstände erreicht hat und das Interesse an sicheren Häfen stark wächst. Tether will damit die Eintrittsbarrieren senken und Gold für ein breiteres Publikum zugänglich machen.

Gold wird für Tether immer wichtiger

Das Scudo-Update passt in eine deutlich größere strategische Linie, die Tether schon seit Längerem verfolgt: Das Unternehmen setzt nicht nur auf Stablecoins, sondern positioniert sich immer klarer als Schwergewicht bei sogenannten „harten Assets“. Gold und Bitcoin spielen dabei eine zentrale Rolle in den eigenen Reserven und in der langfristigen Ausrichtung. Bereits im November 2025 wurde berichtet, dass Tether zum größten unabhängigen Goldhalter der Welt aufgestiegen ist. Dies ist ein Signal, das zeigt, wie ernst es dem USDT-Emittenten mit der Absicherung durch physische Werte ist und dass Gold hierbei eine wichtige Rolle spielt.

Parallel dazu hält Tether auch signifikante Bitcoin-Bestände in seinen Reserven. Damit setzt das Unternehmen bewusst auf zwei Vermögenswerte, die von vielen Investoren als ultimative Wertspeicher gesehen werden: Gold als jahrtausendealter Klassiker und Bitcoin als digitales Pendant. Diese Kombination ist kein Zufall, sondern Ausdruck einer klar bullischen Haltung gegenüber beiden Assets. Tether wettet damit gewissermaßen auf eine Zukunft, in der Vertrauen weniger in ungedeckte Fiat-Währungen und mehr in knappe, nicht beliebig vermehrbare Werte gelegt wird.

Vor diesem Hintergrund wirkt die Einführung von Scudo wie der nächste logische Schritt: Wenn Tether Gold nicht nur halten, sondern auch als alltagstaugliches Zahlungsmittel etablieren will, dann stärkt das die Rolle von Gold im digitalen Finanzsystem zusätzlich.

In Summe unterstreicht Tethers Strategie eine klare Botschaft: Das Unternehmen positioniert sich langfristig pro Gold und pro Bitcoin – und damit pro knappe, wertstabile Assets in einer zunehmend inflationären Welt.


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Daniel Robrecht

Nach seinem Rechtswissenschaften- und Management-Studium entschied sich Daniel für eine Tätigkeit als freiberuflicher Autor und verfasst mittlerweile seit rund 10 Jahren qualitative Publikationen zu diversen Fachthemen. Als Investor sammelte er jahrelang Erfahrung mit Aktien & Kryptowährungen. Neben einem langfristigen Investitionsansatz... Mehr lesen

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