Der Hashpreis für Bitcoin-Mining fiel im frühen ersten Quartal 2026 auf rund 29 bis 30 US-Dollar pro Petahash pro Sekunde und Tag, gegenüber 36 bis 38 US-Dollar im vierten Quartal 2025. Laut CoinShares reicht die jüngste Bitcoin-Erholung damit nicht aus, um börsennotierte Miner von ihrer strategischen Neuausrichtung auf KI-Infrastruktur abzubringen.
Das Wichtigste im Überblick:
- Hashpreis fiel auf 29-30 USD/PH/s in Q1 2026, verglichen mit 36-38 USD in Q4 2025
- Gewichtete Cash-Kosten für ein Bitcoin lagen in Q4 2025 bei rund 79.995 USD
- Börsennotierte Miner könnten bis Ende 2026 bis zu 70 % ihres Umsatzes aus KI-Infrastruktur erzielen
- Angekündigte KI/HPC-Verträge der Miner summieren sich auf über 70 Milliarden USD
- Nachhaltige Erholung über 40 USD/PH/s würde laut CoinShares einen Bitcoin-Kurs Richtung 100.000 USD bis Ende 2026 erfordern
Bitcoin-Miner richten sich weiter auf KI-Infrastruktur aus
CoinShares beziffert die gewichteten Cash-Kosten für die Produktion eines Bitcoin bei börsennotierten Minern in Q4 2025 auf rund 79.995 US-Dollar. Vor diesem Hintergrund könnten Miner bis Ende 2026 bis zu 70 % ihres Umsatzes aus KI-Infrastruktur ziehen, aktuell liegt dieser Anteil laut dem Bericht bei etwa 30 %.
Börsennotierte Miner haben bereits KI- und HPC-Verträge (High-Performance Computing) mit einem kumulierten Wert von über 70 Milliarden US-Dollar angekündigt. Der Kostenunterschied ist erheblich: Während Bitcoin-Mining-Infrastruktur laut CoinShares rund 700.000 bis 1 Million US-Dollar pro Megawatt kostet, liegen die Kosten für KI-Infrastruktur bei etwa 8 bis 15 Millionen US-Dollar pro Megawatt. Ähnlich wie bereits im Fall von CleanSpark und BitFuFu beschrieben, konkurrieren Miner heute unmittelbar mit KI-Betreibern um Strom, Rack-Fläche und Kapital.
Marktreaktion und Kennzahlen
Der Bericht bezeichnet das vierte Quartal 2025 als das schwierigste Quartal für Miner seit dem Halving im April 2024. Der Hashpreis berührte demnach Ende Februar kurzzeitig 28 US-Dollar pro PH/s und Tag, bevor er sich in die Spanne von 30 bis 35 US-Dollar erholte.
Zusätzlich verzeichnete das Netzwerk drei aufeinanderfolgende negative Difficulty-Anpassungen, die erste derartige Serie seit Juli 2022. Im Umfeld der Berichterstattung notierte die Bitcoin-Aktie BTC-USD mit -1,97 % und die CoinShares-Aktie CSHR mit -7,16 %, wobei ein direkter Kausalzusammenhang zum Bericht nicht belegt ist.
CoinShares-Einschätzung zur strategischen Neuausrichtung
CoinShares argumentiert, dass KI-Infrastruktur derzeit höhere und stabilere Renditen bietet, während der Hashpreis nahe zyklischer Tiefstände verharrt. Für Miner mit skalierbarem Energiezugang und bestehenden Rechenzentrumskapazitäten entsteht daraus ein wirtschaftlicher Anreiz, Ressourcen in Richtung HPC umzuleiten.
Der Bericht betont zugleich, dass es sich dabei um eine Funktion relativer Renditen handelt und nicht zwangsläufig um eine dauerhafte Transformation. Mining bleibe für viele Betreiber weiterhin ein wichtiger, wenn auch zunehmend unter Druck stehender Geschäftsbereich.
Warum der KI-Schwenk für Miner unterschiedlich ausfällt
Die Umsetzung verläuft uneinheitlich. Core Scientific hat rund 350 Megawatt für HPC energisiert, davon etwa 200 Megawatt abgerechnet, und der CoreWeave-Vertrag wurde auf 10,2 Milliarden US-Dollar über zwölf Jahre erweitert. TeraWulf betreibt 39 Megawatt kritische IT-Kapazität am Standort Lake Mariner mit vertraglich gesicherten HPC-Umsätzen von 12,8 Milliarden US-Dollar.
IREN hat auf mehr als 10.900 Nvidia-GPUs skaliert, Hut 8 unterzeichnete einen 15-jährigen Fluidstack-Leasingvertrag über 7 Milliarden US-Dollar für 245 Megawatt am River-Bend-Campus. CoinShares stuft IREN und Bitfarms als Unternehmen ein, die sich als HPC-Anbieter neu positionieren und Mining lediglich als Brücke nutzen, während CleanSpark weiterhin kurzfristiges Mining priorisiert und Marathon auf kleinere, containerisierte Standorte mit rund 10 Megawatt setzt. Mining verträgt Unterbrechungen, die mit den nahezu durchgängigen Betriebsanforderungen von KI-Workloads nicht kompatibel sind – ein Zusammenhang, der auch im Kontext der Chipnachfrage durch den KI-Sektor relevant bleibt. Dabei stieg der US-Anteil am globalen Hashrate-Volumen im Quartalsvergleich um rund zwei Prozentpunkte, was gegen eine pauschale Abwanderung aus der US-Mining-Infrastruktur spricht.
Worauf es als Nächstes ankommt
Eine nachhaltige Erholung über 40 US-Dollar pro PH/s und Tag würde laut CoinShares einen Bitcoin-Kurs in Richtung 100.000 US-Dollar bis Ende 2026 voraussetzen, während das Hashrate-Wachstum nicht im gleichen Tempo mitzieht. Bleibt der Bitcoin-Kurs für den Rest des Jahres unter 80.000 US-Dollar und steigt die Difficulty weiter, könnte der Hashpreis laut dem Bericht weiter sinken, sofern nicht zusätzliche Rig-Abschaltungen die Hashrate dämpfen.
Eine spürbare Erholung der Mining-Profitabilität könnte einzelne Betreiber dazu bewegen, ihre Kapitalallokation zwischen Hashpower und Compute-Infrastruktur neu zu bewerten. Flexible Energieverträge und günstige, unterbrechbare Stromquellen dürften vor allem für Standorte relevant bleiben, die sich nicht für KI-Workloads eignen, so der Q1-2026-Mining-Bericht von CoinShares.
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